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Kardinalfisch (Tanichthys albonubes)

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Kardinalfisch (Tanichthys albonubes)

Bildquelle: Grigorev Mikhail / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Kardinalfisch, auch Weißer Bergkarpfen oder White Cloud Mountain Minnow genannt, ist ein hervorragender Anfängerfisch, der keine Heizung benötigt. Als Kaltwasserfisch toleriert er Temperaturen von 14–22 °C und ist dabei robust, farbenfroh und friedlich. Ironischerweise ist er in der Wildnis vom Aussterben bedroht.

Der Kardinalfisch, auch Weißer Bergkarpfen oder White Cloud Mountain Minnow genannt, ist ein hervorragender Anfängerfisch, der keine Heizung benötigt. Als Kaltwasserfisch toleriert er Temperaturen von 14–22 °C und ist dabei robust, farbenfroh und friedlich. Ironischerweise ist er in der Wildnis vom Aussterben bedroht.

Steckbrief: Kardinalfisch (Tanichthys albonubes)
Wissenschaftlicher NameTanichthys albonubes
OrdnungKarpfenartige (Cypriniformes)
FamilieKarpfenfische (Cyprinidae)
GattungTanichthys
Größe3–4 cm
Gewicht1–3 g
Lebenserwartung3–5 Jahre
VerbreitungChina (Guangdong, Hainan), nördliches Vietnam
LebensraumSüßwasser – klare Bergbäche, Quellgebiete, langsam fließende Gewässer
SchutzstatusVom Aussterben bedroht (CR) in der Wildnis – IUCN
Aquariumab 40 Liter
Temperatur14–22 °C
pH-Wert6.0–8.0
Wasserhärte5–20 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Der Kardinalfisch erreicht eine Körperlänge von 3–4 cm und besitzt einen schlanken, stromlinienförmigen Körper. Die Grundfärbung ist olivbraun mit einem leuchtend irisierenden Längsstreifen, der von Blau über Grün bis Gold schimmert und sich vom Auge bis zur Schwanzflosse erstreckt. Die Schwanzflosse zeigt einen markanten roten Fleck, der von einem dunklen Rahmen umgeben ist.

Die Flossen sind leicht rötlich bis gelblich gefärbt. Jungtiere zeigen einen besonders intensiven neonblauen Längsstreifen, der mit dem Alter verblasst. Es existieren verschiedene Zuchtformen: Die „Gold"-Variante mit leuchtend goldgelber Grundfarbe und die „Langflossen"-Variante mit verlängerten Flossen. Weibchen sind etwas fülliger und blasser gefärbt als Männchen, die intensivere Farben und eine leicht gezackte Rückenflosse zeigen.

Verbreitung & Lebensraum

Der Kardinalfisch wurde 1932 erstmals am White Cloud Mountain (Baiyunshan) nahe Guangzhou in der chinesischen Provinz Guangdong entdeckt. Sein natürliches Verbreitungsgebiet umfasst klare Bergbäche und Quellgebiete im südöstlichen China (Guangdong, Hainan) und im nördlichen Vietnam.

Die natürlichen Gewässer sind kühl, klar und sauerstoffreich, oft in bewaldeten Bergregionen in Höhenlagen von 300–1.500 Metern. Der Bodengrund besteht aus Kiesel und Sand, und die Gewässer sind von üppiger Vegetation umgeben. Tragischerweise ist der Kardinalfisch an seiner Typuslokalität am White Cloud Mountain durch Urbanisierung, Wasserverschmutzung und Habitatzerstörung weitgehend verschwunden.

Lebensweise & Verhalten

Der Kardinalfisch ist ein friedlicher, lebhafter Schwarmfisch, der in Gruppen von mindestens 8–10 Tieren gehalten werden sollte. Im Schwarm zeigen die Tiere ein harmonisches, synchrones Schwimmverhalten und fühlen sich sichtlich wohler als in kleinen Gruppen. Einzelne Tiere sind gestresst und verlieren ihre Farben.

Er bewohnt bevorzugt die mittlere und obere Wasserzone und ist den ganzen Tag aktiv. Männchen zeigen gelegentlich untereinander kurze, harmlose Schaukämpfe mit gespreizten Flossen, die zur Rangordnung beitragen. Gegenüber anderen Fischen ist er absolut friedlich und eignet sich hervorragend für Gesellschaftsaquarien mit anderen kleinen, friedlichen Kaltwasserarten.

Ernährung

Der Kardinalfisch ist ein unkomplizierter Allesfresser, der praktisch jedes handelsübliche Fischfutter annimmt. Hochwertiges Flockenfutter oder feines Granulatfutter bildet die Basis. Ergänze regelmäßig mit Frostfutter wie Artemia, Daphnien, Cyclops und Mückenlarven für eine ausgewogene Ernährung.

Auch feines Lebendfutter wird begeistert gefressen und fördert Vitalität und Farbintensität. In der Natur ernährt sich der Fisch von Insektenlarven, Kleinkrebsen und Algen. Füttere mehrmals täglich in kleinen Mengen, die innerhalb von 2–3 Minuten aufgefressen werden. Trotz seiner Robustheit solltest du Überfütterung vermeiden.

Fortpflanzung

Die Zucht des Kardinalfisches ist einfach und gelingt auch Anfängern. Die Fische sind Dauerlaicher, die bei guten Bedingungen regelmäßig ablaichen. Die Männchen balzen mit gespreizten Flossen und leuchtenden Farben und treiben die Weibchen zwischen feinfiedrige Pflanzen, wo die klebrigen Eier abgesetzt und befruchtet werden.

Im Gegensatz zu vielen anderen Fischarten sind Kardinalfische kaum laichräuberisch – sie fressen ihre eigenen Eier und Jungfische nur selten. In dicht bepflanzten Becken können sich daher Generationen von Jungfischen quasi von selbst aufziehen. Die Eier schlüpfen bei 20 °C nach 36–48 Stunden. Die winzigen Jungfische können sofort mit Infusorien und feinsten Artemia-Nauplien gefüttert werden.

Haltung im Aquarium

Der Kardinalfisch benötigt ein Aquarium ab 40 Litern mit dichter Bepflanzung und freiem Schwimmraum. Als Kaltwasserfisch benötigt er keine Heizung – die optimale Temperatur liegt bei 14–22 °C. Im Sommer solltest du darauf achten, dass das Wasser nicht dauerhaft über 25 °C steigt. Er eignet sich auch hervorragend für unbeheizte Zimmeraquarien und Gartenteiche im Sommer.

Der pH-Wert sollte zwischen 6,0 und 8,0 liegen – der Kardinalfisch ist sehr tolerant gegenüber unterschiedlichen Wasserparametern. Halte die Tiere in einer Gruppe von mindestens 8–10 Exemplaren. Ideale Beifische sind andere Kaltwasserarten wie Zebrabärblinge, Paradiesfische und Zwergkärpflinge. Vermeide die Vergesellschaftung mit tropischen Fischen, die höhere Temperaturen benötigen.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Kardinalfisch wird von der IUCN als „Critically Endangered" (vom Aussterben bedroht) in der Wildnis eingestuft. An seiner Typuslokalität, dem White Cloud Mountain bei Guangzhou, ist er durch Urbanisierung und Wasserverschmutzung weitgehend verschwunden. Kleine Restpopulationen existieren in abgelegenen Bergbächen in Guangdong und auf der Insel Hainan.

Paradoxerweise ist der Kardinalfisch einer der häufigsten Aquarienfische der Welt – Millionen von Exemplaren werden jährlich in Zuchtfarmen produziert. Die Aquarienpopulationen könnten theoretisch als genetische Reserve für Wiederansiedlungsprojekte dienen, obwohl die Zuchtformen möglicherweise genetisch verarmt sind. Schutzprogramme in China konzentrieren sich auf den Erhalt der verbliebenen Wildpopulationen und ihrer Lebensräume.

Quellen

  1. FishBase: Tanichthys albonubesfishbase.se
  2. IUCN Red List: Tanichthys albonubesiucnredlist.org
  3. Seriously Fish: Tanichthys albonubesseriouslyfish.com
  4. Chen, Y. & He, M. (2009): Conservation and breeding of Tanichthys albonubes. Journal of South China Normal University.
  5. Riehl, R. & Baensch, H. A. (2002): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.

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