Garnelen

Kardinalsgarnele (Caridina dennerli)

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Kardinalsgarnele (Caridina dennerli)

Bildquelle: Shrimplake / shutterstock.com

Zusammenfassung

Die Kardinalsgarnele ist eine der prächtigsten Süßwassergarnelen der Welt. Mit ihrer tiefroten Grundfärbung und den leuchtend weißen Punkten ist sie ein absoluter Hingucker. Sie stammt ausschließlich aus dem Matano-See auf Sulawesi und stellt hohe Ansprüche an die Wasserwerte.

Die Kardinalsgarnele ist eine der prächtigsten Süßwassergarnelen der Welt. Mit ihrer tiefroten Grundfärbung und den leuchtend weißen Punkten ist sie ein absoluter Hingucker. Sie stammt ausschließlich aus dem Matano-See auf Sulawesi und stellt hohe Ansprüche an die Wasserwerte.

Steckbrief: Kardinalsgarnele (Caridina dennerli)
Wissenschaftlicher NameCaridina dennerli
OrdnungZehnfußkrebse (Decapoda)
FamilieSüßwassergarnelen (Atyidae)
GattungCaridina
Größe1,5–2,5 cm
Lebenserwartung1,5–2 Jahre
VerbreitungMatano-See, Sulawesi, Indonesien
LebensraumFelsige Uferbereiche des Matano-Sees
SchutzstatusStark gefährdet (EN) – IUCN
Aquariumab 20 Liter
Temperatur26–30 °C
pH-Wert7,5–8,5
Wasserhärte3–7 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Die Kardinalsgarnele gehört mit einer Körperlänge von nur 1,5–2,5 cm zu den Zwerggarnelen. Trotz ihrer geringen Größe ist sie eine der farbenprächtigsten Garnelenarten überhaupt. Die Grundfärbung ist ein tiefes, leuchtendes Rot, das von zahlreichen weißen Punkten übersät ist. Diese Punkte können je nach Individuum und Stimmung variieren – manche Tiere zeigen größere, andere feinere Punkte.

Die Augen sind deutlich sichtbar und dunkel. Das Rostrum ist kurz. Weibchen sind etwas größer und fülliger als Männchen und lassen sich anhand des Eiflecks im Nackenbereich (Ovarium) unterscheiden. Die Garnelen können ihre Farbintensität leicht an die Umgebung anpassen – auf dunklem Untergrund wirken sie besonders intensiv gefärbt.

Verbreitung & Lebensraum

Die Kardinalsgarnele ist endemisch im Matano-See auf der indonesischen Insel Sulawesi – das bedeutet, sie kommt weltweit nur in diesem einen Gewässer vor. Der Matano-See ist ein uralter, tektonischer See mit einzigartiger Wasserchemie: Das Wasser ist sehr klar, warm, alkalisch und relativ hart.

Im See bewohnt die Kardinalsgarnele die felsigen Uferbereiche in Tiefen von 0,5 bis 3 Metern. Dort lebt sie in den Spalten und Hohlräumen von Felsen und zwischen Steinaufbauten, wo sie Aufwuchs abweidet. Der Matano-See beherbergt eine einzigartige Fauna mit zahlreichen endemischen Arten, darunter mehrere weitere Garnelen- und Schneckenarten.

Lebensweise & Verhalten

Kardinalsgarnelen sind friedliche, gesellige Tiere, die am besten in Gruppen von mindestens 10 Tieren gehalten werden. Sie sind tag- und nachtaktiv und verbringen den Großteil ihrer Zeit damit, Aufwuchs von Steinen und Dekorationsgegenständen abzuweiden. Ihre Bewegungen sind bedächtig und elegant.

Die Tiere sind relativ standorttreu und halten sich bevorzugt in der Nähe von Steinen und festen Strukturen auf. Im Aquarium zeigen sie sich bei optimalen Bedingungen auch tagsüber offen und aktiv. Bei Stress oder ungünstigen Wasserwerten ziehen sie sich in Verstecke zurück und werden blass – ein Warnsignal, das du ernst nehmen solltest.

Ernährung

In ihrem natürlichen Lebensraum ernährt sich die Kardinalsgarnele hauptsächlich von Aufwuchs (Biofilme, Mikroalgen) auf Felsen und Steinen. Sie ist ein typischer Aufwuchsfresser und weidet mit ihren kleinen Scheren systematisch Oberflächen ab.

Im Aquarium kannst du spezielles Garnelenfutter in Form von feinen Sticks oder Pudding anbieten. Auch Spirulina-Tabletten, überbrühtes Gemüse (Spinat, Brennnessel) und getrocknetes Laub werden angenommen. Wichtig ist, nicht zu viel zu füttern – in einem gut eingefahrenen Becken mit ausreichend Aufwuchsflächen finden die Tiere einen Großteil ihrer Nahrung selbst. Proteinreiche Nahrung sollte nur sparsam gegeben werden.

Fortpflanzung

Die Kardinalsgarnele gehört zum spezialisierten Fortpflanzungstyp. Das Weibchen trägt 10–20 relativ große Eier unter dem Hinterleib, aus denen nach etwa 4 Wochen voll entwickelte Junggarnelen schlüpfen. Es gibt kein Larvenstadium – die Jungtiere sind winzige Miniaturausgaben der Erwachsenen und sofort selbstständig.

Die Zucht im Aquarium ist möglich, aber die Vermehrungsrate ist gering. Die Jungtiere wachsen langsam und benötigen stabile Wasserwerte und ausreichend Aufwuchsflächen. Optimale Bedingungen mit konstant warmem, hartem und alkalischem Wasser sowie reichlich Biofilmen auf Steinen fördern die Nachzucht. Auf kupferhaltiges Futter oder Medikamente muss strikt verzichtet werden.

Haltung im Aquarium

Die Haltung der Kardinalsgarnele gilt als anspruchsvoll und ist eher für erfahrene Garnelenpfleger geeignet. Ein Artenbecken ab 20 Liter ist ausreichend, wobei größere Becken (30–54 Liter) stabilere Wasserwerte bieten. Die Einrichtung sollte die natürliche Umgebung nachahmen: viele Steine mit rauen Oberflächen, die als Aufwuchsflächen dienen, sowie Spalten und Höhlen als Versteckmöglichkeiten.

Die Wassertemperatur muss konstant bei 26–30 °C liegen, der pH-Wert bei 7,5–8,5 und die Gesamthärte bei 3–7 °dGH. Besonders wichtig ist die Stabilität der Wasserwerte – Schwankungen werden schlecht vertragen. Für die Aufhärtung des Wassers eignen sich spezielle Sulawesi-Mineralsalze. Der Bodengrund sollte aus feinem Sand oder speziellem Garnelenkies bestehen. Pflanzen sind nicht zwingend erforderlich, aber Moose auf Steinen können die Aufwuchsfläche vergrößern.

Die Vergesellschaftung sollte sich auf andere Sulawesi-Garnelen und Sulawesi-Schnecken (z. B. Tylomelania) beschränken. Fische sind als Mitbewohner nicht geeignet, da sie die kleinen Garnelen fressen oder stressen können.

Gefährdung & Schutzstatus

Die Kardinalsgarnele wird von der IUCN als „Endangered" (stark gefährdet) eingestuft. Ihr extrem kleines Verbreitungsgebiet – ausschließlich der Matano-See – macht sie besonders verwundbar. Bedrohungen umfassen den Nickelbergbau in der Umgebung des Sees, eingeschleppte Fischarten und potenzielle Wasserverschmutzung.

Der Erwerb von Nachzuchten ist dem Kauf von Wildfängen unbedingt vorzuziehen. Durch die zunehmende Nachzucht in der Aquaristik wird der Druck auf die Wildpopulationen verringert. Unterstütze verantwortungsvolle Züchter und informiere dich über die Herkunft deiner Tiere. Der Schutz des Matano-Sees und seiner einzigartigen Fauna ist von höchster Bedeutung für den Fortbestand dieser wunderschönen Art.

Quellen

  1. von Rintelen, K. & Cai, Y. (2009): Radiation of endemic species flocks in ancient lakes – wiley.com
  2. IUCN Red List: Caridina dennerliiucnredlist.org
  3. Werner Klotz & Andreas Karge (2013): Süßwassergarnelen aus aller Welt. Dähne Verlag.
  4. Lukhaup, C. (2015): Sulawesi-Garnelen im Aquarium. Dähne Verlag.
  5. De Grave, S. & Fransen, C.H.J.M. (2011): Carideorum catalogus – marinespecies.org

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