Fische

Keilfleckbärbling (Trigonostigma heteromorpha)

4 Min. Lesezeit
Keilfleckbärbling (Trigonostigma heteromorpha)

Bildquelle: Joan Carles Juarez / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Keilfleckbärbling (Trigonostigma heteromorpha) ist einer der bekanntesten und beliebtesten Schwarmfische in der Aquaristik. Sein charakteristisches schwarzes Dreieck auf dem kupferfarbenen Körper macht ihn unverwechselbar und hat ihm den Beinamen „Harlequin Rasbora" eingebracht.

Der Keilfleckbärbling (Trigonostigma heteromorpha) ist einer der bekanntesten und beliebtesten Schwarmfische in der Aquaristik. Sein charakteristisches schwarzes Dreieck auf dem kupferfarbenen Körper macht ihn unverwechselbar und hat ihm den Beinamen „Harlequin Rasbora" eingebracht.

Steckbrief: Keilfleckbärbling (Trigonostigma heteromorpha)
Wissenschaftlicher NameTrigonostigma heteromorpha
OrdnungKarpfenartige (Cypriniformes)
FamilieKarpfenfische (Cyprinidae)
GattungTrigonostigma
Größe3–5 cm
Gewicht1–3 g
Lebenserwartung5–6 Jahre
VerbreitungSüdostasien (Thailand, Malaysia, Singapur, Sumatra)
LebensraumLangsam fließende Gewässer und Torfmoorwälder mit weichem, saurem Wasser
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 60 Liter
Temperatur22–28 °C
pH-Wert5,5–7,0
Wasserhärte2–12 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Der Keilfleckbärbling erreicht eine Körperlänge von 3–5 cm und besitzt einen seitlich leicht abgeflachten, hochrückigen Körper. Die Grundfärbung variiert von zartem Rosa über Kupfer bis hin zu intensivem Orange-Rot. Das auffälligste Merkmal ist der große, schwarze, dreieckige Keilfleck auf der hinteren Körperhälfte, der an der Rückenflosse beginnt und sich keilförmig zur Schwanzwurzel hin verjüngt.

Bei Männchen ist der Keilfleck schärfer abgegrenzt und an der Unterkante gerade oder leicht nach unten gebogen, während er bei Weibchen eher abgerundet wirkt. Die Flossen sind transparent bis leicht rötlich getönt. Unter optimalen Haltungsbedingungen entwickelt der Keilfleckbärbling eine beeindruckende Farbintensität, die besonders bei gedämpftem Licht und dunklem Bodengrund zur Geltung kommt.

Verbreitung & Lebensraum

Der Keilfleckbärbling ist in Südostasien weit verbreitet und kommt in Thailand, auf der Malaiischen Halbinsel, in Singapur und auf Sumatra vor. Sein natürlicher Lebensraum sind langsam fließende Bäche und Flussarme in Torfmoorwäldern sowie Sümpfe und stehende Gewässer mit dichter Vegetation.

Die typischen Gewässer in seinem Verbreitungsgebiet sind durch Huminsäuren dunkelbraun bis schwarz gefärbt (Schwarzwasser) und extrem weich und sauer mit pH-Werten von 4,0–6,0. Der Bodengrund besteht aus einer dicken Schicht aus Falllaub, abgestorbenen Pflanzenteilen und Torfsubstrat. Leider werden viele dieser Torfmoorwälder in Südostasien durch Brandrodung und Plantagenwirtschaft zunehmend zerstört.

Lebensweise & Verhalten

Der Keilfleckbärbling ist ein ausgesprochen friedlicher und geselliger Schwarmfisch, der in der Natur in großen Gruppen von oft mehreren hundert Individuen lebt. Er bevorzugt die mittleren und oberen Wasserschichten und schwimmt in lockeren Schwärmen durch die Vegetation.

Im Aquarium zeigt er ein harmonisches Schwarmverhalten und fühlt sich in Gruppen ab 8–10 Tieren sichtbar wohl. Die Männchen zeigen untereinander leichtes Imponierverhalten, das jedoch nie aggressiv wird. Der Keilfleckbärbling ist tagaktiv und relativ robust, was ihn zu einem idealen Anfängerfisch macht. In einem gut eingerichteten Aquarium können die Fische ihre volle Farbenpracht entwickeln und zeigen ein natürliches, entspanntes Verhalten.

Ernährung

Als Allesfresser nimmt der Keilfleckbärbling in der Natur kleine Insektenlarven, Zooplankton, winzige Krebstiere und pflanzliches Material zu sich. Er ist ein unkomplizierter Fresser, der die meisten handelsüblichen Futtersorten akzeptiert.

Im Aquarium kannst du ihn mit feinem Flockenfutter, Mikrogranulat und regelmäßig mit Lebend- oder Frostfutter wie Artemia, Daphnien, Cyclops und Mückenlarven füttern. Die Zugabe von feinem Lebendfutter fördert die Farbintensität und stimuliert natürliches Jagdverhalten. Achte darauf, das Futter dem kleinen Maul der Fische anzupassen, und füttere mehrmals täglich kleine Portionen.

Fortpflanzung

Die Zucht des Keilfleckbärblings erfordert sehr weiches, saures Wasser (pH 5,0–6,0, GH unter 4 °dGH) und erhöhte Temperaturen um 26–28 °C. Die Fische sind Pflanzenlaicher, die ihre Eier an die Unterseite breitblättriger Pflanzen wie Cryptocorynen heften. Das Paar schwimmt dicht beieinander unter ein geeignetes Blatt, dreht sich auf den Rücken und das Weibchen presst die klebrigen Eier an die Blattunterseite.

Pro Laichvorgang werden 50–100 Eier abgelegt. Die Eltern betreiben keine Brutpflege und sollten nach dem Ablaichen entfernt werden, da sie zum Laichraub neigen. Die Larven schlüpfen nach 24–48 Stunden und sind nach dem Aufzehren des Dottersacks auf feinste Nahrung wie Infusorien angewiesen. Die Zucht gilt als anspruchsvoll, gelingt aber bei sorgfältiger Wasseraufbereitung regelmäßig.

Haltung im Aquarium

Ein Aquarium ab 60 Litern ist für eine Gruppe von 10–12 Keilfleckbärblingen ideal. Richte das Becken mit einer dichten Bepflanzung aus Cryptocorynen, Javafarn und Schwimmpflanzen ein, um den natürlichen Lebensraum nachzuempfinden. Ein dunkler Bodengrund und gedämpftes Licht bringen die Farben der Fische optimal zur Geltung.

Die Wasserwerte sollten weich bis mittelhart sein (GH 2–12 °dGH, pH 5,5–7,0) bei Temperaturen von 22–28 °C. Eine leichte Torffilterung oder die Verwendung von Erlenzapfen und Seemandelbaumblättern schafft naturnahe Bedingungen. Der Keilfleckbärbling lässt sich hervorragend mit anderen friedlichen Arten wie Panzerwelsen, Zwergguramis, Salmlern und Garnelen vergesellschaften. Vermeide hektische oder zu große Beifische.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Keilfleckbärbling wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Allerdings ist die Art durch die großflächige Zerstörung der Torfmoorwälder in Südostasien zunehmend bedroht. Die Abholzung und Trockenlegung dieser einzigartigen Ökosysteme für Palmölplantagen vernichtet den natürlichen Lebensraum vieler Fischarten.

Die im Aquarienhandel erhältlichen Tiere stammen heute fast ausschließlich aus Nachzuchten, insbesondere aus professionellen Zuchtfarmen in Südostasien. Dies entlastet die Wildpopulationen, ersetzt jedoch nicht den Schutz der natürlichen Lebensräume, die für das Überleben der Art in der Natur unverzichtbar sind.

Quellen

  1. FishBase: Trigonostigma heteromorphafishbase.se
  2. Seriously Fish: Trigonostigma heteromorphaseriouslyfish.com
  3. Kottelat, M. (2013): The Fishes of the Inland Waters of Southeast Asia. Raffles Bulletin of Zoology, Supplement 27.
  4. Riehl, R. & Baensch, H. A. (2002): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.
  5. IUCN Red List: Trigonostigma heteromorphaiucnredlist.org

Hat dir dieser Artikel geholfen?

Weitere Ratgeber entdecken