Der Knurrende Gurami ist ein faszinierender Labyrinthfisch, der tatsächlich hörbare Geräusche erzeugen kann. Mithilfe speziell modifizierter Brustflossensehnen produziert er ein deutliches Knurren oder Knarren, das besonders bei Rivalitätskämpfen und der Balz eingesetzt wird.
| Wissenschaftlicher Name | Trichopsis vittata |
| Ordnung | Anabantiformes |
| Familie | Osphronemidae |
| Gattung | Trichopsis |
| Größe | 5–7 cm |
| Gewicht | 2–5 g |
| Lebenserwartung | 3–5 Jahre |
| Verbreitung | Südostasien (Thailand, Laos, Kambodscha, Vietnam, Malaysia, Indonesien) |
| Lebensraum | Stehende und langsam fließende Gewässer, Reisfelder, Gräben |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
| Aquarium | ab 40 Liter |
| Temperatur | 22–28 °C |
| pH-Wert | 6,0–7,5 |
| Wasserhärte | 5–15 °dGH |
Beschreibung & Aussehen
Der Knurrende Gurami ist ein schlanker, seitlich abgeflachter Labyrinthfisch mit einer Körperlänge von 5–7 cm. Die Grundfärbung variiert von bräunlich bis olivfarben mit 2–4 dunklen Längsstreifen, die sich vom Maul bis zur Schwanzwurzel erstrecken. Bei guter Haltung und Stimmung zeigen die Fische zusätzlich blaue bis grüne Irisierungen auf Körper und Flossen.
Die Flossen sind transparent bis bläulich getönt, wobei besonders die Rücken-, After- und Schwanzflosse bei Männchen elegant verlängert und farbiger sind. Die Augen leuchten in einem markanten Blau-Grün. Männchen sind etwas schlanker und intensiver gefärbt als die fülliger wirkenden Weibchen. Insgesamt wirkt der Fisch dezent elegant – seine wahre Faszination liegt im Verhalten.
Verbreitung & Lebensraum
Der Knurrende Gurami ist in Südostasien weit verbreitet und kommt von Thailand über Laos, Kambodscha und Vietnam bis nach Malaysia und Indonesien vor. Er besiedelt ein breites Spektrum an Habitaten und ist eine der anpassungsfähigsten Labyrinthfischarten.
Typische Lebensräume sind stehende und langsam fließende Gewässer wie Teiche, Sümpfe, Reisfelder, Bewässerungsgräben und überflutete Wälder. Der Fisch bevorzugt dicht bewachsene Bereiche mit viel Vegetation und Strukturelementen. Dank seines Labyrinthoorgans kommt er auch in sauerstoffarmen, stark verkrauteten Gewässern gut zurecht.
Lebensweise & Verhalten
Die namensgebende Besonderheit des Knurrenden Guramis ist seine Fähigkeit, hörbare Geräusche zu erzeugen. Dies geschieht durch spezielle Sehnen an den Brustflossen, die beim schnellen Anspannen ein deutlich vernehmbares Knurren, Knarren oder Brummen produzieren. Diese Laute werden vor allem bei Revierkämpfen zwischen Männchen und während der Balz eingesetzt.
Das Knurren ist auch für den Menschen gut hörbar und macht diesen Fisch zu einem der wenigen Aquarienfische, die man nicht nur sehen, sondern auch hören kann. Trotz des Imponiergebarens ist der Knurrende Gurami ein grundsätzlich friedlicher Fisch, der sich gut für Gesellschaftsaquarien eignet. Er ist vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv und bevorzugt ruhige Becken mit vielen Versteckmöglichkeiten.
Ernährung
Der Knurrende Gurami ist ein Allesfresser, der in der Natur kleine Insekten, Insektenlarven, Zooplankton und gelegentlich pflanzliches Material frisst. Er nimmt seine Nahrung bevorzugt an der Wasseroberfläche und in den mittleren Wasserschichten auf.
Im Aquarium akzeptiert er feines Flockenfutter und Granulat, sollte aber regelmäßig mit Lebend- oder Frostfutter wie Artemia, Daphnien, Mückenlarven und Tubifex ergänzt werden. Eine abwechslungsreiche Ernährung fördert die Farbentwicklung und regt das natürliche Verhalten an. Füttere zwei- bis dreimal täglich in kleinen Portionen.
Fortpflanzung
Wie die meisten Labyrinthfische baut das Männchen des Knurrenden Guramis ein Schaumnest an der Wasseroberfläche, meist unter einem Blatt oder einer anderen Deckung. Das Nest ist relativ klein und flach im Vergleich zu anderen Schaumnestbauern. Während des Nestbaus und der Balz sind die Knurrlaute besonders häufig zu hören.
Die Paarung erfolgt in der für Labyrinthfische typischen Umschlingung unter dem Schaumnest. Pro Laichvorgang werden 100–200 Eier abgegeben, die vom Männchen in das Nest eingearbeitet werden. Das Männchen bewacht das Nest und die Brut aggressiv für 2–3 Tage, bis die Larven freischwimmen. Zu diesem Zeitpunkt sollte das Männchen entfernt werden. Die Jungfische benötigen feinste Nahrung wie Infusorien und Artemia-Nauplien.
Haltung im Aquarium
Für ein Paar oder eine kleine Gruppe Knurrender Guramis eignet sich ein Aquarium ab 40 Litern mit dichter Bepflanzung und vielen Versteckmöglichkeiten. Schwimmpflanzen sind wichtig, da sie die Beleuchtung dämpfen und als Grundlage für die Schaumnester dienen. Eine geringe Strömung ist empfehlenswert.
Die Wasserwerte sollten bei 22–28 °C, pH 6,0–7,5 und einer Gesamthärte von 5–15 °dGH liegen. Der Knurrende Gurami ist ein friedlicher Mitbewohner für Gesellschaftsaquarien und lässt sich gut mit anderen ruhigen Arten wie Bärblingen, kleinen Salmlern, Panzerwelsen und Garnelen vergesellschaften. Vermeide lebhafte oder hektische Beifische, die den eher ruhigen Gurami stressen könnten. Ein leises Aquarium ermöglicht es dir, die faszinierenden Knurrlaute zu hören.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Knurrende Gurami wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist dank ihres riesigen Verbreitungsgebiets und ihrer großen Anpassungsfähigkeit nicht akut bedroht. Sie kommt sogar in anthropogen veränderten Lebensräumen wie Reisfeldern und Bewässerungsgräben gut zurecht.
Im Aquarienhandel ist der Knurrende Gurami regelmäßig verfügbar und stammt sowohl aus Wildfängen als auch aus Nachzuchten. Die robuste Art stellt keine besonderen Schutzanforderungen, profitiert aber vom Erhalt intakter Feuchtgebiete in Südostasien.
Quellen
- FishBase: Trichopsis vittata – fishbase.se
- Seriously Fish: Trichopsis vittata – seriouslyfish.com
- Ladich, F. & Yan, H. Y. (1998): Correlation between auditory sensitivity and vocalization in anabantoid fishes. Journal of Comparative Physiology A, 182, 737–746.
- Riehl, R. & Baensch, H. A. (2002): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.
- IUCN Red List: Trichopsis vittata – iucnredlist.org
