Fische (Salzwasser)

Kobalt-Prachtgrundel (Nemateleotris helfrichi)

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Kobalt-Prachtgrundel (Nemateleotris helfrichi)

Bildquelle: chonlasub woravichan / shutterstock.com

Zusammenfassung

Die Kobalt-Prachtgrundel, auch Helfrichs Feuergrundel genannt, ist einer der seltensten und teuersten Meerwasserfische im Handel. Ihre zarte Lavendel- bis Violettfärbung mit gelblichen Akzenten macht sie zu einer der schönsten Grundeln überhaupt. Die Herkunft aus tiefen Riffzonen erklärt ihre Seltenheit und den hohen Preis.

Die Kobalt-Prachtgrundel, auch Helfrichs Feuergrundel genannt, ist einer der seltensten und teuersten Meerwasserfische im Handel. Ihre zarte Lavendel- bis Violettfärbung mit gelblichen Akzenten macht sie zu einer der schönsten Grundeln überhaupt. Die Herkunft aus tiefen Riffzonen erklärt ihre Seltenheit und den hohen Preis.

Steckbrief: Kobalt-Prachtgrundel (Nemateleotris helfrichi)
Wissenschaftlicher NameNemateleotris helfrichi
OrdnungGrundelartige (Gobiiformes)
FamilieWurmgrundeln (Microdesmidae)
GattungNemateleotris
Größe5–7 cm
Gewicht2–5 g
Lebenserwartung3–5 Jahre
VerbreitungWestlicher und zentraler Pazifik (Marshallinseln, Palau, Tonga)
LebensraumTiefe Riffhänge, Geröllzonen, 25–90 m Tiefe
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 100 Liter
Temperatur24–27 °C
Salinität1,023–1,026

Beschreibung & Aussehen

Die Kobalt-Prachtgrundel erreicht eine zarte Größe von nur 5 bis 7 cm. Ihr Körper ist langgestreckt und seitlich leicht abgeflacht. Die Grundfärbung ist ein zartes Lavendel bis Pastellviolett, das zum Kopf hin in Gelb bis Hellgelb übergeht. Die Rückenflosse trägt einen verlängerten Stachel, der wie bei allen Prachtgrundeln als Signalgeber dient.

Im Vergleich zu ihren bekannteren Verwandten – der Feuergrundel (N. magnifica) und der Blauen Prachtgrundel (N. decora) – ist die Kobalt-Prachtgrundel die dezenteste, aber auch die seltenste. Die pastellfarbene Schönheit entfaltet sich besonders unter gedämpfter Beleuchtung, während grelles Licht die Farben verwaschen erscheinen lässt. Die Augen sind groß und verleihen dem Fisch einen aufmerksamen, intelligenten Ausdruck.

Verbreitung & Lebensraum

Die Kobalt-Prachtgrundel kommt im westlichen und zentralen Pazifik vor, an wenigen Standorten von den Marshallinseln über Palau bis nach Tonga und den Cook-Inseln. Ihr Verbreitungsgebiet ist relativ begrenzt, was sie zu einer der seltensten Prachtgrundeln macht.

Nemateleotris helfrichi bewohnt tiefe Riffhänge und Geröllzonen in Tiefen von 25 bis 90 Metern. Diese Tiefenpräferenz ist der Hauptgrund für ihre Seltenheit im Handel – der Fang in solchen Tiefen erfordert spezielles Equipment und sorgfältige Dekompressionsverfahren. In ihrem natürlichen Lebensraum lebt sie paarweise oder einzeln in der Nähe von Felsspalten und Geröll, die als Fluchtbereiche dienen.

Lebensweise & Verhalten

Die Kobalt-Prachtgrundel ist ein ruhiger, friedlicher kleiner Fisch, der sich bevorzugt im unteren Wasserbereich aufhält. Wie alle Prachtgrundeln schwebt sie knapp über dem Boden und fängt Plankton aus der Strömung. Bei der geringsten Bedrohung verschwindet sie blitzschnell rückwärts in ihre Höhle oder Felsspalte.

Die Tiere leben bevorzugt paarweise und zeigen eine starke Paarbindung. Sie kommunizieren untereinander durch rhythmisches Bewegen des verlängerten Rückenflossenstrahls. Im Aquarium sind sie anfangs oft scheu, gewöhnen sich aber mit der Zeit ein und zeigen sich zunehmend offener. Aggressive Mitbewohner können die scheuen Tiere dauerhaft in ihre Verstecke zurücktreiben.

Ernährung

Die Kobalt-Prachtgrundel ernährt sich in der Natur von Zooplankton, das sie in der Strömung über dem Riffgrund fängt. Sie ist ein geschickter Schnapper, der einzelne Planktontiere aus der Wassersäule pickt und dabei über dem Substrat schwebt.

Im Aquarium akzeptiert sie nach einer Eingewöhnungsphase verschiedene Futtermittel. Feines Frostfutter wie Cyclops, Artemia-Nauplien und Mysis bildet die Grundlage. Auch feines Granulat wird von einigen Exemplaren angenommen. Die Fütterung sollte mehrmals täglich in kleinen Portionen erfolgen, da die kleinen Fische kontinuierlich Nahrung aufnehmen. In einem Becken mit schnellen Futterkonkurrenten kann die Kobalt-Prachtgrundel zu kurz kommen.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung der Kobalt-Prachtgrundel ist im Aquarium möglich, aber selten dokumentiert. Die Tiere laichen paarweise in einer vorbereiteten Höhle oder Felsspalte. Die Eier werden an der Höhlendecke angeheftet und vom Paar gemeinsam bewacht.

Die Larven schlüpfen nach einigen Tagen und sind planktonisch. Die Aufzucht der Larven ist schwierig und erfordert Kleinstfutter wie Rädertierchen. Erfolgreiche Nachzuchten sind vereinzelt gelungen, aber die Art wird im Handel nach wie vor überwiegend als Wildfang angeboten. Nachzuchten sind, sofern verfügbar, wegen der Schonung der Wildbestände und der besseren Anpassung ans Aquarienleben zu bevorzugen.

Haltung im Aquarium

Für die Haltung der Kobalt-Prachtgrundel genügt ein Aquarium ab 100 Litern. Das Becken sollte Versteckmöglichkeiten in Form von kleinen Höhlen und Spalten bieten, in die sich die Tiere bei Gefahr zurückziehen können. Eine sandige Bodenzone und moderate Strömung sind ideal.

Die Wassertemperatur sollte zwischen 24 und 27 °C liegen, der pH-Wert zwischen 8,0 und 8,4 bei einer Salinität von 1,023–1,026. Die Kobalt-Prachtgrundel ist vollständig riffkompatibel und geht nicht an Korallen oder Wirbellose. Sie ist einer der friedlichsten Meerwasserfische überhaupt.

Die Paarhaltung ist ideal und bietet die Möglichkeit, das faszinierende Paarverhalten zu beobachten. Vermeide die Haltung mit aggressiven oder sehr aktiven Fischarten, die die scheuen Grundeln stressen. Eine gut sitzende Abdeckung ist Pflicht, da Prachtgrundeln bei Erschrecken aus dem Becken springen können. Beachte, dass diese Art aufgrund ihrer Seltenheit und der aufwendigen Fangtiefe sehr kostspielig ist.

Gefährdung & Schutzstatus

Die Kobalt-Prachtgrundel wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Allerdings ist die Art aufgrund ihres begrenzten Verbreitungsgebiets und ihrer Präferenz für tiefere Riffzonen schwer zu erfassen, und verlässliche Bestandsdaten fehlen.

Da der Fang in tiefen Riffzonen besondere Methoden erfordert und die Tiere sorgfältig dekomprimiert werden müssen, ist der Fang aufwendig und die Überlebensrate bei unsachgemäßer Behandlung gering. Beim Kauf solltest du unbedingt auf gesunde, gut eingewöhnte Tiere von seriösen Händlern achten. Nachzuchten sind, sofern verfügbar, immer vorzuziehen. Der Schutz der tieferen Riffzonen ist für den Erhalt dieser Art wichtig.

Quellen

  1. Randall, J.E. & Allen, G.R. (1973): A revision of the gobiid fish genus Nemateleotris – biodiversitylibrary.org
  2. FishBase: Nemateleotris helfrichifishbase.se
  3. IUCN Red List: Nemateleotris helfrichiiucnredlist.org
  4. Debelius, H. & Kuiter, R.H. (2007): World Atlas of Marine Fishes. IKAN-Unterwasserarchiv.
  5. Meerwasser-Lexikon: Nemateleotris helfrichi – meerwasser-lexikon.de

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