Fische (Salzwasser)

Kofferfisch (Ostracion cubicus)

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Kofferfisch (Ostracion cubicus)

Bildquelle: Vladimir Wrangel / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Kofferfisch ist einer der ungewöhnlichsten Meeresfische überhaupt. Sein würfelförmiger Körper und die leuchtend gelbe Jugendfarbe machen ihn unverwechselbar. Vorsicht ist geboten: Bei Stress kann er das giftige Ostracitoxin freisetzen, das andere Aquarienbewohner gefährden kann.

Der Kofferfisch ist einer der ungewöhnlichsten Meeresfische überhaupt. Sein würfelförmiger Körper und die leuchtend gelbe Jugendfarbe machen ihn unverwechselbar. Vorsicht ist geboten: Bei Stress kann er das giftige Ostracitoxin freisetzen, das andere Aquarienbewohner gefährden kann.

Steckbrief: Kofferfisch (Ostracion cubicus)
Wissenschaftlicher NameOstracion cubicus
OrdnungKugelfischverwandte (Tetraodontiformes)
FamilieKofferfische (Ostraciidae)
GattungOstracion
Größe15–45 cm
Lebenserwartung8–12 Jahre
VerbreitungIndopazifik (Rotes Meer bis Hawaii)
LebensraumKorallenriffe, Lagunen, Seegraswiesen
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 500 Liter
Temperatur24–27 °C
Salinität1,023–1,026

Beschreibung & Aussehen

Der Kofferfisch verdankt seinen Namen dem kastenförmigen Körper, der von einem starren Knochenpanzer umgeben ist. Jungtiere sind würfelförmig und leuchtend gelb mit schwarzen Punkten – sie gehören zu den beliebtesten Fotomotiven in der Unterwasserwelt. Mit zunehmender Größe wird der Körper länglicher und die Färbung ändert sich zu einem bräunlichen Oliv mit blauen Mustern.

Adulte Tiere können eine beachtliche Größe von bis zu 45 cm erreichen. Die Haut ist glatt und ohne Schuppen, stattdessen schützt der knöcherne Panzer den Fisch. Die kleinen Flossen sorgen für eine eher langsame, aber präzise Fortbewegung. Die Augen sind groß und beweglich, das Maul klein und leicht vorstehend.

Verbreitung & Lebensraum

Der Kofferfisch ist im gesamten Indopazifik verbreitet, vom Roten Meer und der ostafrikanischen Küste über den Indischen Ozean bis nach Hawaii und in den östlichen Pazifik. Du findest ihn in Korallenriffen, Lagunen und über Seegraswiesen in Tiefen von 1–40 Metern.

Jungtiere leben versteckt zwischen Korallenästen und in geschützten Riffbereichen. Adulte Tiere sind weniger scheu und durchstreifen größere Bereiche des Riffs auf der Suche nach Nahrung. Sie bevorzugen flache, geschützte Gewässer mit reichlich Bodenorganismen.

Lebensweise & Verhalten

Der Kofferfisch ist ein gemächlicher Schwimmer, der mit seinen kleinen Flossen durch das Riff paddelt. Er ist tagaktiv und verbringt den Großteil des Tages mit der Nahrungssuche am Boden. Sein wichtigster Verteidigungsmechanismus ist das Ostracitoxin – ein hochwirksames Gift, das er bei starkem Stress über die Haut ins Wasser abgibt.

Das Ostracitoxin kann in einem geschlossenen System wie einem Aquarium verheerende Folgen haben und im schlimmsten Fall alle anderen Fische im Becken töten. Dieses Risiko macht die Haltung des Kofferfischs besonders anspruchsvoll und erfordert äußerste Vorsicht bei Fang, Transport und stressigen Situationen.

Trotz seines plumpen Erscheinungsbilds ist der Kofferfisch intelligent und kann seinen Halter schnell erkennen. Viele Exemplare entwickeln eine regelrechte Persönlichkeit und kommen zur Fütterungszeit an die Scheibe.

Ernährung

In der Natur ernährt sich der Kofferfisch von einer Vielzahl bodenlebender Organismen. Auf seinem Speiseplan stehen Schwämme, Algen, kleine Krebstiere, Würmer, Tunikaten und Weichtiere. Er bläst gezielt Wasserstrahlen auf den Sandboden, um versteckte Beutetiere freizulegen.

Im Aquarium ist der Kofferfisch ein unkomplizierter Fresser, der die meisten Futterarten annimmt. Biete ihm eine abwechslungsreiche Kost aus Frostfutter (Muschelfleisch, Artemia, Mysis), Nori-Algen und Granulat an. Regelmäßige Fütterung mit Spirulina und pflanzlicher Kost ist wichtig. Achte darauf, mehrmals täglich kleine Portionen zu füttern, da der Kofferfisch einen hohen Stoffwechsel hat.

Fortpflanzung

Kofferfische sind Freilaicher. In der Natur findet die Paarung meist in der Abenddämmerung statt. Das Männchen, das deutlich größer und farbiger als das Weibchen ist, bewacht ein kleines Harem von Weibchen. Während der Balz steigt das Paar gemeinsam zur Oberfläche auf und gibt Eier und Spermien ins freie Wasser ab.

Die pelagischen Eier treiben im Plankton und die Larven entwickeln sich frei schwimmend. Die Zucht im Aquarium ist bisher nicht gelungen, da die Larvenaufzucht äußerst kompliziert ist und die notwendigen Bedingungen kaum nachgestellt werden können.

Haltung im Aquarium

Die Haltung des Kofferfischs erfordert ein Aquarium ab 500 Litern mit viel freiem Schwimmraum und einigen Versteckmöglichkeiten. Die Wassertemperatur sollte bei 24–27 °C liegen. Ganz wichtig: Vermeide jede Form von Stress, da der Kofferfisch bei Panik sein tödliches Ostracitoxin freisetzen kann.

Kaufe keine winzigen Jungtiere, die durch ihre niedliche Würfelform verlocken – bedenke, dass diese Tiere bis zu 45 cm groß werden können. Die Vergesellschaftung sollte nur mit friedlichen, nicht zu hektischen Arten erfolgen. Aggressive Mitbewohner können den Kofferfisch stressen und eine Giftabgabe auslösen.

Der Kofferfisch ist ausdrücklich kein Anfängerfisch. Nur erfahrene Aquarianer, die die Risiken kennen und ein ausreichend großes Becken bieten können, sollten diese faszinierende Art pflegen. Ein Notfallplan für den Fall einer Giftabgabe (sofortiger Wasserwechsel, Aktivkohle) sollte bereitstehen.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Kofferfisch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist im gesamten Indopazifik weit verbreitet und die Populationen gelten als stabil.

Im Aquarienhandel sind vor allem die auffällig gelben Jungtiere beliebt. Leider werden viele Exemplare ohne ausreichendes Wissen über ihre Giftigkeit und Endgröße gekauft. Informiere dich vor dem Kauf gründlich über die besonderen Anforderungen und Risiken dieser Art.

Quellen

  1. FishBase: Ostracion cubicusfishbase.se
  2. IUCN Red List: Ostracion cubicusiucnredlist.org
  3. Debelius, H. & Kuiter, R. H. (2007): Atlas der Meeresfische. Kosmos Verlag.
  4. Thomson, D. A. et al. (2000): Rocky-shore Fishes of the Gulf of California. University of Arizona Press.
  5. Michael, S. W. (2001): Marine Fishes: 500+ Essential-to-Know Aquarium Species. TFH Publications.

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