Der Kolumbianische Pfeilgiftfrosch ist ein kleiner, auffällig gefärbter Frosch aus den tropischen Tieflandwäldern Kolumbiens. Seine schwarze Grundfarbe wird von leuchtend gelben Streifen durchzogen, die ihm eine unverwechselbare Warnfärbung verleihen. Wie alle Pfeilgiftfrösche produziert er Hautgifte, die in der Natur durch die Aufnahme bestimmter Beutetiere akkumuliert werden.
| Wissenschaftlicher Name | Dendrobates truncatus |
| Ordnung | Froschlurche (Anura) |
| Familie | Dendrobatidae |
| Gattung | Dendrobates |
| Größe | 3–4 cm |
| Gewicht | 3–5 g |
| Lebenserwartung | 8–12 Jahre |
| Verbreitung | Kolumbien (Karibikküste, Magdalena-Tal) |
| Lebensraum | Tropische Tieflandregenwälder, Sekundärwälder |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
Beschreibung & Aussehen
Der Kolumbianische Pfeilgiftfrosch ist ein kleiner Frosch mit einer Körperlänge von 3–4 cm. Die Grundfarbe ist glänzend schwarz, durchzogen von leuchtend gelben bis goldgelben Streifen und Flecken. Typisch sind zwei dorsale Streifen, die vom Kopf entlang des Rückens verlaufen, sowie weitere Streifen an den Flanken und Beinen. Das Muster variiert individuell und geografisch.
Die Haut ist glatt und glänzend. Die Augen sind groß und dunkel. Die Finger und Zehen tragen kleine Haftscheiben, die das Klettern auf Blättern und Ästen ermöglichen. Im Gegensatz zu vielen anderen Pfeilgiftfröschen fehlen Schwimmhäute weitgehend. Männchen und Weibchen sind äußerlich schwer zu unterscheiden; Weibchen sind tendenziell etwas größer und fülliger.
Verbreitung & Lebensraum
Der Kolumbianische Pfeilgiftfrosch ist in Kolumbien endemisch und kommt hauptsächlich im nördlichen Tiefland vor, insbesondere an der Karibikküste und im Magdalena-Tal. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich von der Atlantikküste bis in Höhenlagen von etwa 1.000 m.
Er bewohnt tropische Tieflandregenwälder, Sekundärwälder und gelegentlich auch Plantagen und Gärten in Waldnähe. Die Art bevorzugt Bereiche mit dichter Laubstreu und feuchtem Mikroklima am Waldboden. Kleine Wasseransammlungen in Blattachseln, Bromelien oder Baumlöchern dienen als Kaulquappen-Aufzuchtplätze.
Lebensweise & Verhalten
Der Kolumbianische Pfeilgiftfrosch ist tagaktiv und bewegt sich überwiegend am Waldboden oder in der niedrigen Vegetation. Sein auffälliges Farbmuster dient als Warnsignal an potenzielle Fressfeinde (Aposematismus). In der Natur produziert er Hautgifte (Batrachotoxine), die durch die Aufnahme bestimmter Ameisen und Milben akkumuliert werden.
Die Männchen sind territorial und verteidigen ihre Reviere mit lauten Rufen gegen Konkurrenten. Bei Revierkonflikten kann es zu Ringkämpfen kommen, bei denen die Männchen versuchen, den Gegner auf den Rücken zu drehen. Die Art lebt einzeln oder in lockeren Gruppen.
Ernährung
Der Kolumbianische Pfeilgiftfrosch ernährt sich von winzigen Wirbellosen, die er in der Laubstreu des Waldbodens erbeutet. Hauptbeute sind Ameisen, Milben, Springschwänze (Collembola) und andere Kleinstarthropoden. Die spezifische Zusammensetzung seiner Beutetiere in der Natur ist entscheidend für die Produktion seiner Hautgifte.
In der Terrarienhaltung werden die Frösche mit Fruchtfliegen (Drosophila), Springschwänzen und kleinen Tropischen Asseln gefüttert. Da die Futtertiere in Gefangenschaft keine giftigen Substanzen liefern, verlieren nachgezüchtete Pfeilgiftfrösche ihre Giftigkeit. Eine regelmäßige Supplementierung mit Vitaminen und Kalzium ist wichtig.
Fortpflanzung
Die Fortpflanzung findet ganzjährig statt, mit einem Höhepunkt in der Regenzeit. Die Männchen rufen mit einem leisen, summenden Ton aus der Laubstreu oder von erhöhten Positionen. Nach der Paarung legt das Weibchen 2–12 Eier auf feuchte Blätter oder in die Laubstreu am Boden.
Das Männchen bewacht die Eier und befeuchtet sie regelmäßig. Nach dem Schlüpfen (10–14 Tage) trägt es die Kaulquappen auf seinem Rücken zu kleinen Wasseransammlungen in Bromelien, Blattachseln oder Baumlöchern. Die Kaulquappen entwickeln sich über 6–10 Wochen und ernähren sich von Algen und Detritus. Die Geschlechtsreife wird nach etwa 12–18 Monaten erreicht.
Haltung im Terrarium
Der Kolumbianische Pfeilgiftfrosch eignet sich gut für die Terrarienhaltung und wird regelmäßig nachgezüchtet. Ein tropisches Regenwaldterrarium ab 45 × 45 × 45 cm ist für ein Paar geeignet. Die Einrichtung sollte eine Drainageschicht, tropische Erde, Moos, Laub, kleine Bromelien und Verstecke aus Kokosnussschalen umfassen.
Die Temperatur sollte tagsüber bei 24–27 °C liegen, nachts nicht unter 20 °C fallen. Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 70–100 % gehalten werden, mit regelmäßiger Beregnung. Gefüttert wird täglich bis jeden zweiten Tag mit Fruchtfliegen und Springschwänzen. Nachgezüchtete Tiere sind nicht giftig und können ohne besondere Vorsichtsmaßnahmen gehandhabt werden.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Kolumbianische Pfeilgiftfrosch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in geeigneten Habitaten in Kolumbien relativ häufig und die Bestände gelten als stabil. Er ist im Vergleich zu vielen anderen kolumbianischen Pfeilgiftfröschen weniger von Habitatverlust betroffen.
Dennoch stellt die fortschreitende Abholzung tropischer Wälder in Kolumbien eine langfristige Bedrohung dar. Die Art ist durch CITES (Anhang II) international geschützt, was den Handel reguliert. Nachzuchten aus seriösen Quellen sind im spezialisierten Terristikhandel verfügbar.
Quellen
- AmphibiaWeb: Dendrobates truncatus – amphibiaweb.org
- IUCN Red List: Dendrobates truncatus – iucnredlist.org
- Lötters, S. et al. (2007): The Poison Frogs – Biology, Species & Captive Husbandry. Edition Chimaira.
- Summers, K. & Clough, M. E. (2001): The evolution of coloration and toxicity in the poison frog family (Dendrobatidae). PNAS, 98(11), 6227–6232.
