Fische (Salzwasser)

Kragen-Kaiserfisch (Pomacanthus semicirculatus)

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Kragen-Kaiserfisch (Pomacanthus semicirculatus)

Bildquelle: Vladimir Wrangel / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Kragen-Kaiserfisch, auch Koran-Kaiserfisch genannt, ist ein imposanter Großkaiserfisch mit einer faszinierenden Farbverwandlung von Jungtier zu Adulttier. Die kreisförmigen blau-weißen Muster der Jungtiere weichen im Erwachsenenalter einer olivgrünen Färbung mit blauen Punkten.

Der Kragen-Kaiserfisch, auch Koran-Kaiserfisch genannt, ist ein imposanter Großkaiserfisch mit einer faszinierenden Farbverwandlung von Jungtier zu Adulttier. Die kreisförmigen blau-weißen Muster der Jungtiere weichen im Erwachsenenalter einer olivgrünen Färbung mit blauen Punkten.

Steckbrief: Kragen-Kaiserfisch (Pomacanthus semicirculatus)
Wissenschaftlicher NamePomacanthus semicirculatus
OrdnungBarschverwandte (Perciformes)
FamilieKaiserfische (Pomacanthidae)
GattungPomacanthus
Größe30–40 cm
Lebenserwartung10–15 Jahre
VerbreitungIndopazifik (Ostafrika bis Fidschi)
LebensraumKorallenriffe, Felsriffe, Lagunen
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 1500 Liter
Temperatur24–27 °C
Salinität1,023–1,026

Beschreibung & Aussehen

Der Kragen-Kaiserfisch erreicht eine stattliche Größe von 30–40 cm. Adulte Tiere zeigen eine olivgrüne bis bräunliche Grundfärbung mit zahlreichen blauen Punkten und Flecken auf dem gesamten Körper. Der Rand der Rücken- und Afterflosse leuchtet in einem hellen Blau. Am Kiemendeckel sitzt der namensgebende kräftige Dorn.

Jungtiere sehen völlig anders aus als die Erwachsenen – sie sind dunkelblau bis schwarz mit auffälligen, halbkreisförmigen weißen und blauen Streifen. Dieses Muster erinnert an arabische Schriftzeichen, weshalb die Art im Englischen auch als „Koran Angelfish" bekannt ist. Die Umfärbung beginnt ab etwa 8–10 cm und ist mit etwa 15 cm abgeschlossen.

Verbreitung & Lebensraum

Der Kragen-Kaiserfisch ist im gesamten Indopazifik verbreitet, von der ostafrikanischen Küste und dem Roten Meer über den Indischen Ozean bis nach Japan und Fidschi. Du findest ihn in Korallenriffen, an Felswänden und in Lagunen in Tiefen von 1–30 Metern.

Adulte Tiere bewohnen oft feste Reviere an Riffkanten und Steilwänden. Jungtiere leben versteckt in flacheren, geschützten Riffbereichen zwischen Korallen und Geröll. Die Art bevorzugt Gebiete mit reichlich Schwammwachstum, da Schwämme einen wesentlichen Teil der Nahrung ausmachen.

Lebensweise & Verhalten

Der Kragen-Kaiserfisch ist tagaktiv und durchstreift sein Revier auf der Suche nach Nahrung. Er ist ein eher ruhiger, aber selbstbewusster Fisch, der sich nicht leicht einschüchtern lässt. Gegenüber Artgenossen und anderen Kaiserfischen verhält er sich territorial.

Jungtiere zeigen gelegentlich Putzverhalten und befreien größere Fische von Parasiten. Dieses Verhalten geht mit zunehmender Größe verloren. Im Aquarium werden Kragen-Kaiserfische oft erstaunlich zahm und lernen schnell, ihren Pfleger zu erkennen.

Bei der Vergesellschaftung solltest du darauf achten, keine weiteren Kaiserfische der gleichen Größe einzusetzen. Mit robusten Doktorfischen und Lippfischen vertragen sich Kragen-Kaiserfische hingegen in der Regel gut.

Ernährung

Der Kragen-Kaiserfisch ist ein Allesfresser mit einer Vorliebe für Schwämme und Tunikaten. In der Natur frisst er außerdem Algen, Weichkorallen und verschiedene wirbellose Tiere. Die Nahrungszusammensetzung ändert sich mit dem Alter – Jungtiere fressen mehr tierische Kost, während Adulte einen höheren Pflanzenanteil aufnehmen.

Im Aquarium nimmt er nach kurzer Eingewöhnung die meisten Futtersorten an. Eine ausgewogene Ernährung aus Frostfutter, Nori-Algen, Spirulina und speziellem Kaiserfischfutter mit Schwammanteilen ist empfehlenswert. Füttere abwechslungsreich und mehrmals täglich, um den natürlichen Fressrhythmus nachzuahmen.

Fortpflanzung

Der Kragen-Kaiserfisch ist wie die meisten Kaiserfische ein Freilaicher. Die Paarung findet in der Dämmerung statt, wenn das Paar gemeinsam aufsteigt und Eier sowie Spermien ins freie Wasser abgibt. Die Tiere leben in der Natur häufig in kleinen Haremsgruppen.

Die pelagischen Eier treiben im Plankton und schlüpfen nach etwa einem Tag. Die Larven sind winzig und ernähren sich von Mikroplankton. Eine erfolgreiche Nachzucht im Aquarium ist bisher kaum dokumentiert und bleibt eine große Herausforderung für die Zukunft der Aquaristik.

Haltung im Aquarium

Für den Kragen-Kaiserfisch benötigst du ein Aquarium ab 1500 Litern mit viel Lebendgestein, Höhlen und freiem Schwimmraum. Die Wassertemperatur sollte zwischen 24 und 27 °C liegen, der pH-Wert bei 8,0–8,4. Eine starke Strömung und ein leistungsstarker Eiweißabschäumer sind empfehlenswert.

Der Kragen-Kaiserfisch ist nicht riffsicher und knabbert häufig an Korallen, Schwämmen und Manteltieren. In einem reinen Fischbecken oder einem Aquarium mit ausschließlich robusten Weichkorallen kann er jedoch ein beeindruckender Pflegling sein. Setze ihn als letztes Tier ein, um Aggressionen gegen Neuankömmlinge zu minimieren.

Jungtiere sind in der Regel einfacher einzugewöhnen als adulte Tiere und passen sich schneller an das Ersatzfutter an. Achte beim Kauf auf ein aktives, neugieriges Verhalten und einen runden Bauch.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Kragen-Kaiserfisch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist über ein großes Verbreitungsgebiet im Indopazifik verteilt und kommt in zahlreichen Meeresschutzgebieten vor.

Im Aquarienhandel sind sowohl Jungtiere als auch adulte Exemplare erhältlich. Die bunten Jungtiere sind beliebter, da sie sich besser eingewöhnen und die faszinierende Umfärbung im Aquarium beobachtet werden kann. Nachzuchten sind im Handel nicht verfügbar.

Quellen

  1. FishBase: Pomacanthus semicirculatusfishbase.se
  2. IUCN Red List: Pomacanthus semicirculatusiucnredlist.org
  3. Debelius, H. & Kuiter, R. H. (2007): Atlas der Meeresfische. Kosmos Verlag.
  4. Michael, S. W. (2004): Angelfishes & Butterflyfishes. TFH Publications.

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