Frösche

Krallenfrosch (Xenopus laevis)

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Krallenfrosch (Xenopus laevis)

Bildquelle: jindrich_pavelka / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Krallenfrosch ist ein vollständig aquatischer Frosch aus dem südlichen Afrika, der sein gesamtes Leben im Wasser verbringt. Er wurde in den 1930er–1950er Jahren weltweit als Schwangerschaftstest eingesetzt und ist heute eines der wichtigsten Modellorganismen der biologischen Forschung. Die Art ist extrem anpassungsfähig und hat sich als invasive Art in vielen Ländern etabliert.

Der Krallenfrosch ist ein vollständig aquatischer Frosch aus dem südlichen Afrika, der sein gesamtes Leben im Wasser verbringt. Er wurde in den 1930er–1950er Jahren weltweit als Schwangerschaftstest eingesetzt und ist heute eines der wichtigsten Modellorganismen der biologischen Forschung. Die Art ist extrem anpassungsfähig und hat sich als invasive Art in vielen Ländern etabliert.

Steckbrief: Krallenfrosch (Xenopus laevis)
Wissenschaftlicher NameXenopus laevis
OrdnungFroschlurche (Anura)
FamiliePipidae
GattungXenopus
Größe6–13 cm
Gewicht25–200 g
Lebenserwartung15–30 Jahre
VerbreitungSüdliches Afrika (invasiv weltweit)
LebensraumStehende Gewässer, Teiche, Seen, Bewässerungskanäle
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN (invasiv in vielen Regionen)

Beschreibung & Aussehen

Der Krallenfrosch hat einen abgeflachten, stromlinienförmigen Körper mit einer Länge von 6–13 cm. Die Oberseite ist olivgrün bis graubraun, oft mit dunkleren Flecken. Die Unterseite ist weißlich bis gelblich. Die Haut ist glatt und schleimig, was ihm hilft, Fressfeinden zu entkommen.

Besonders auffällig sind die namensgebenden schwarzen Krallen an den drei inneren Zehen der Hinterfüße, die zum Festhalten von Beute und zum Zerreißen größerer Nahrungsstücke dienen. Die Augen sitzen oben auf dem abgeflachten Kopf und haben keine Augenlider. Die Vorderbeine sind klein und fingerartig ohne Schwimmhäute, während die Hinterbeine groß und kräftig mit ausgeprägten Schwimmhäuten sind. Ein seitliches Seitenlinienorgan ermöglicht die Wahrnehmung von Wasserbewegungen.

Verbreitung & Lebensraum

Ursprünglich stammt der Krallenfrosch aus dem südlichen und östlichen Afrika (Südafrika, Namibia, Kenia, Uganda). Durch die weltweite Nutzung als Labortier und Schwangerschaftstest-Organismus hat er sich als invasive Art in vielen Regionen etabliert – darunter Nordamerika, Südamerika, Europa (Portugal, Frankreich, Großbritannien, Italien) und Asien.

Er bewohnt stehende oder langsam fließende Gewässer aller Art – Teiche, Seen, Stauseen, Bewässerungskanäle, Gräben und sogar temporäre Tümpel. Die Art ist extrem anpassungsfähig und kann trockene Perioden eingegraben im Schlamm überdauern. Bei der Austrocknung seines Gewässers wandert er nachts über Land zu neuen Wasserquellen.

Lebensweise & Verhalten

Der Krallenfrosch ist ein vollständig aquatischer Frosch und verlässt das Wasser normalerweise nur, um zu neuen Gewässern zu wandern. Er ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv und verbringt den Tag ruhend am Gewässergrund oder zwischen Wasserpflanzen.

Er ist ein agiler Schwimmer und kann sich mit kräftigen Stößen der Hinterbeine schnell durchs Wasser bewegen. Seine Seitenlinie ermöglicht es ihm, auch in trübem Wasser Beute und Fressfeinde wahrzunehmen. Der Krallenfrosch kann extreme Bedingungen überleben – er toleriert Temperaturen von 2–35 °C und kann monatelang ohne Nahrung auskommen, indem er seine Stoffwechselrate senkt.

Ernährung

Der Krallenfrosch ist ein opportunistischer Allesfresser. Er frisst Wasserinsekten, Kaulquappen (auch eigene), kleine Fische, Schnecken, Würmer, Aas und organisches Material. Die Nahrungsaufnahme erfolgt durch ein charakteristisches Schöpfen mit den Vorderbeinen, die die Nahrung zum Maul führen.

In der Aquarienhaltung kannst du ihn mit Mückenlarven, Regenwürmern, kleinen Fischstücken und speziellem Froschfutterpellets ernähren. Er ist ein gefräßiger Fresser, daher solltest du die Futtermenge kontrollieren, um Verfettung zu vermeiden. Füttere 2–3 Mal pro Woche in moderaten Mengen.

Fortpflanzung

Der Krallenfrosch pflanzt sich im Frühling fort, kann aber unter Laborbedingungen ganzjährig zur Fortpflanzung stimuliert werden. Die Männchen rufen unter Wasser mit einem metallischen Klicken, das durch schnelle Kontraktionen der Kehlmuskeln erzeugt wird. Die Paarung findet im Wasser statt.

Das Weibchen legt einzeln oder in kleinen Gruppen insgesamt 500–2.000 Eier ab, die an Wasserpflanzen oder Substrat kleben. Die Kaulquappen schlüpfen nach 2–5 Tagen und sind ungewöhnlich: Sie sind transparent, besitzen zwei lange Bartel am Maul und ernähren sich filtrierend. Die Metamorphose dauert etwa 2 Monate. Die Geschlechtsreife wird nach 1–2 Jahren erreicht.

Haltung im Aquarium

Der Krallenfrosch ist ein beliebtes und pflegeleichtes Aquarientier. Für ein Paar eignet sich ein Aquarium ab 60 × 30 × 30 cm mit einer Wassertiefe von 20–25 cm. Ein Deckel ist unbedingt erforderlich, da die Frösche herausspringen können. Der Bodengrund sollte aus feinem Sand bestehen, Kies kann verschluckt werden und zu Darmverschlüssen führen.

Die Wassertemperatur sollte bei 20–25 °C liegen. Ein Filter ist empfehlenswert, da die Tiere das Wasser schnell belasten. Lebende Pflanzen werden oft ausgegraben, daher eignen sich Schwimmpflanzen oder robuste, gut verankerte Arten. Verstecke aus Tonhöhlen oder Korkröhren werden gerne angenommen. Vergesellschaftung mit Fischen ist problematisch, da der Krallenfrosch kleine Fische frisst.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Krallenfrosch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. In seinem Heimatgebiet ist er häufig und weit verbreitet. Die Bestände sind stabil, und die Art profitiert von ihrer extremen Anpassungsfähigkeit.

Problematisch ist jedoch seine Rolle als invasive Art: In vielen Ländern verdrängt er einheimische Amphibien durch Konkurrenz und Prädation. Zudem gilt er als einer der Hauptüberträger des Chytridpilzes (Batrachochytrium dendrobatidis), gegen den er selbst weitgehend resistent ist, der aber weltweit zum Rückgang vieler Amphibienarten beiträgt. In einigen Ländern ist die Haltung und der Handel daher reguliert oder verboten.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Xenopus laevisamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Xenopus laevisiucnredlist.org
  3. Tinsley, R. C. & Kobel, H. R. (1996): The Biology of Xenopus. Oxford University Press.
  4. Measey, G. J. et al. (2012): Ongoing invasions of the African clawed frog, Xenopus laevis: a global review. Biological Invasions, 14, 2255–2270.
  5. Gurdon, J. B. & Hopwood, N. (2000): The introduction of Xenopus laevis into developmental biology. International Journal of Developmental Biology, 44, 43–50.

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