Kröten

Kröten

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Zusammenfassung

Kröten gehören zur Ordnung der Froschlurche und sind weltweit mit über 600 Arten verbreitet. Sie unterscheiden sich von Fröschen durch ihre trockene, warzige Haut und ihre eher plumpe Körperform. Kröten sind überwiegend nachtaktiv und spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem als natürliche Schädlingsbekämpfer.

Was sind Kröten?

Kröten (Familie Bufonidae und verwandte Familien) gehören zur Ordnung der Froschlurche (Anura) und sind weltweit verbreitet. Sie kommen auf allen Kontinenten außer der Antarktis vor. Im Gegensatz zu Fröschen besitzen Kröten eine trockene, warzige Haut mit ausgeprägten Drüsen, die Giftstoffe (Bufotoxine) zur Abwehr von Fressfeinden produzieren können. Der Begriff „Kröte" ist keine streng wissenschaftliche Kategorie, sondern beschreibt umgangssprachlich eine Gruppe von Froschlurchen mit bestimmten gemeinsamen Merkmalen.

Typische Merkmale

Kröten zeichnen sich durch mehrere charakteristische Merkmale aus, die sie von anderen Froschlurchen unterscheiden:

  • Haut: Trocken, warzig und mit zahlreichen Drüsen besetzt. Die Ohrdrüsen (Parotiden) hinter den Augen sind besonders auffällig und produzieren Giftsekrete.
  • Körperbau: Gedrungen und plump mit kurzen Hinterbeinen. Kröten bewegen sich daher eher laufend oder hüpfend fort, statt weite Sprünge zu machen.
  • Augen: Waagerechte Pupillen (bei echten Kröten) und goldene bis kupferfarbene Iris.
  • Fortbewegung: Kröten laufen mehr als sie springen, was sie deutlich von den meisten Fröschen unterscheidet.
  • Laich: Die Eier werden typischerweise in langen Schnüren abgelegt, nicht in Klumpen wie bei den meisten Fröschen.

Verbreitung

Kröten sind auf fast allen Kontinenten heimisch. Die größte Artenvielfalt findet sich in den Tropen Süd- und Mittelamerikas sowie in Südostasien. In Europa sind etwa 15 Krötenarten vertreten, darunter die weit verbreitete Erdkröte (Bufo bufo), die Kreuzkröte (Epidalea calamita) und die Wechselkröte (Bufotes viridis). Kröten besiedeln eine Vielzahl von Lebensräumen – von Wäldern und Wiesen über Steppen bis hin zu Wüstenrandbereichen.

Lebensweise

Die meisten Krötenarten sind dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber verstecken sie sich unter Steinen, in Erdlöchern oder unter Totholz. Als Amphibibien verbringen erwachsene Kröten den Großteil ihres Lebens an Land und suchen nur zur Fortpflanzungszeit Gewässer auf. Viele Arten sind standorttreu und kehren Jahr für Jahr zu denselben Laichgewässern zurück. Im Winter halten die meisten europäischen Arten eine Winterstarre in frostfreien Verstecken.

Kröten ernähren sich hauptsächlich von Insekten, Würmern, Schnecken und anderen Wirbellosen. Sie sind damit wertvolle Nützlinge im Garten und in der Landwirtschaft. Einige tropische Großarten fressen auch kleine Wirbeltiere wie Mäuse oder Eidechsen.

Bekannte Krötenarten

Zu den bekanntesten und am häufigsten gehaltenen Krötenarten gehören:

  • Erdkröte (Bufo bufo): Die häufigste Krötenart Europas, weit verbreitet von Westeuropa bis Zentralasien.
  • Riesenkröte (Rhinella marina): Eine der größten Kröten der Welt, ursprünglich aus Mittel- und Südamerika, heute invasiv in Australien.
  • Wechselkröte (Bufotes viridis): Auffällig grün gefleckt, in Süd- und Osteuropa verbreitet.
  • Knoblauchkröte (Pelobates fuscus): Nachtaktive Art, die sich tagsüber in selbst gegrabene Erdhöhlen zurückzieht.
  • Kreuzkröte (Epidalea calamita): Erkennbar an einem hellen Rückenstreifen, Pionierart auf offenen Flächen.
  • Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans): Einzigartig – das Männchen trägt die Laichschnüre auf dem Rücken.

Kröten im Terrarium

Einige Krötenarten können im Terrarium gehalten werden. Wichtig ist dabei ein ausreichend großes Terrarium mit einer feuchten und einer trockenen Zone, Versteckmöglichkeiten und einem flachen Wasserbecken. Die Temperatur und Luftfeuchtigkeit müssen artgerecht eingestellt werden. In Deutschland unterliegen viele heimische Krötenarten dem Artenschutz und dürfen nicht der Natur entnommen werden. Nur Nachzuchten oder nicht geschützte exotische Arten dürfen legal gehalten werden.

Schutzstatus

Weltweit sind viele Krötenarten durch Lebensraumverlust, Klimawandel, Pestizideinsatz und den Chytridpilz (Batrachochytrium dendrobatidis) bedroht. In Europa stehen alle heimischen Krötenarten unter Naturschutz. Amphibienschutzmaßnahmen wie Krötenzäune an Straßen während der Wanderzeit, der Erhalt von Laichgewässern und die Schaffung geeigneter Landlebensräume sind entscheidend für den Schutz dieser faszinierenden Tiere.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Information on amphibian biology and conservation – amphibiaweb.org
  2. IUCN Red List of Threatened Species – iucnredlist.org
  3. Laufer, H., Fritz, K. & Sowig, P. (2007): Die Amphibien und Reptilien Baden-Württembergs. Ulmer Verlag.
  4. Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.

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