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Kuba-Pfeiffrosch (Eleutherodactylus planirostris)

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Kuba-Pfeiffrosch (Eleutherodactylus planirostris)

Bildquelle: reptiles4all / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Kuba-Pfeiffrosch, auch Gewächshausfrosch genannt, ist ein winziger Frosch von nur 1,5–3,5 cm Länge. Bemerkenswert ist seine direkte Entwicklung: Aus den Eiern schlüpfen fertig entwickelte Miniaturfrösche ohne Kaulquappenstadium. Die Art wurde versehentlich in die südöstlichen USA eingeschleppt, wo sie sich erfolgreich in Gärten und Gewächshäusern angesiedelt hat.

Der Kuba-Pfeiffrosch, auch Gewächshausfrosch genannt, ist ein winziger Frosch von nur 1,5–3,5 cm Länge. Bemerkenswert ist seine direkte Entwicklung: Aus den Eiern schlüpfen fertig entwickelte Miniaturfrösche ohne Kaulquappenstadium. Die Art wurde versehentlich in die südöstlichen USA eingeschleppt, wo sie sich erfolgreich in Gärten und Gewächshäusern angesiedelt hat.

Steckbrief: Kuba-Pfeiffrosch (Eleutherodactylus planirostris)
Wissenschaftlicher NameEleutherodactylus planirostris
OrdnungFroschlurche (Anura)
FamilieEleutherodactylidae
GattungEleutherodactylus
Größe1,5–3,5 cm
Gewicht1–3 g
Lebenserwartung3–5 Jahre
VerbreitungKuba, Bahamas (eingeführt in den südöstlichen USA)
LebensraumWälder, Gärten, Gewächshäuser, feuchte Verstecke
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Kuba-Pfeiffrosch ist ein winziger Frosch mit einer Körperlänge von nur 1,5–3,5 cm. Die Färbung variiert stark – von hellbraun über rotbraun bis graubraun, oft mit dunkleren Flecken, Streifen oder einem Muster aus V-förmigen Zeichnungen auf dem Rücken. Eine helle Rückenlinie kann vorhanden sein. Die Unterseite ist weißlich bis gelblich.

Die Haut ist leicht warzig bis granulös. Die Augen sind groß und prominent, was bei einem so kleinen Frosch besonders auffällt. Die Finger und Zehen tragen kleine Haftscheiben. Der Kopf ist breit und abgeflacht mit einer kurzen, stumpfen Schnauze, was ihm den wissenschaftlichen Artnamen „planirostris" (Flachschnauze) einbrachte.

Verbreitung & Lebensraum

Ursprünglich stammt der Kuba-Pfeiffrosch von Kuba und den Bahamas. Durch den Pflanzenhandel wurde er versehentlich in die südöstlichen USA eingeschleppt, wo er heute in Florida, Georgia, Louisiana und anderen Südstaaten verbreitet ist. Sein englischer Name „Greenhouse Frog" verweist auf seine häufige Anwesenheit in Gewächshäusern.

Er bewohnt feuchte, schattige Mikrohabitate – Laubstreu, unter Steinen, Blumentöpfen, Holzstapeln und in Gartenbeeten. In seinem natürlichen Verbreitungsgebiet kommt er in verschiedenen Waldtypen vor, von tropischen Feuchtwäldern bis zu Trockenwäldern. Er ist ein typischer Kulturfolger und findet in Gärten, Parks und Gewächshäusern ideale Lebensbedingungen.

Lebensweise & Verhalten

Der Kuba-Pfeiffrosch ist überwiegend nachtaktiv und verbringt den Tag versteckt in feuchter Laubstreu, unter Steinen oder in anderen feuchten Verstecken. Nachts geht er auf die Jagd nach winzigen Wirbellosen. Trotz seiner geringen Größe ist sein hoher, pfeifender Ruf überraschend laut.

Die Art ist einzelgängerisch und nicht territorial. Sie ist kälteempfindlich und benötigt Temperaturen über 15 °C für normale Aktivität. In den subtropischen Gebieten Floridas ist sie ganzjährig aktiv, während sie in kühleren Regionen in milden Wintern Unterschlupf in Gebäuden und Gewächshäusern sucht.

Ernährung

Der Kuba-Pfeiffrosch ernährt sich von winzigen Wirbellosen, die er in der Laubstreu findet. Zu seiner Beute gehören Ameisen, Milben, Springschwänze, winzige Käfer und andere Mikroarthropoden. Aufgrund seiner geringen Größe ist er auf sehr kleine Beutetiere angewiesen.

In der Terrarienhaltung eignen sich Fruchtfliegen (Drosophila melanogaster), Springschwänze und tropische Asseln als Futtertiere. Die Futtertiere sollten entsprechend klein sein und regelmäßig mit Vitamin-Kalzium-Pulver bestäubt werden.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung findet in den warmen, feuchten Monaten statt. Die Männchen rufen mit kurzen, hohen Pfeiftönen aus der Laubstreu heraus. Die Paarung und Eiablage erfolgen an Land – ein Gewässer wird nicht benötigt.

Das bemerkenswerteste Merkmal des Kuba-Pfeiffroschs ist seine direkte Entwicklung: Das Weibchen legt 5–25 große, dotterreiche Eier in feuchte Verstecke (unter Blätter, Steine oder Blumentöpfe). Die gesamte Entwicklung findet innerhalb des Eies statt – es gibt kein freischwimmendes Kaulquappenstadium. Nach etwa 2–3 Wochen schlüpfen fertig entwickelte Miniaturfrösche von nur 5–7 mm Größe. Die Geschlechtsreife wird nach 6–12 Monaten erreicht.

Haltung im Terrarium

Der Kuba-Pfeiffrosch eignet sich aufgrund seiner geringen Größe für kleine Terrarien ab 30 × 30 × 30 cm. Die Einrichtung sollte eine feuchte Substratschicht aus Kokoshumus oder tropischer Erde, reichlich Laubstreu, kleine Verstecke und eine Bepflanzung mit robusten Tropenpflanzen umfassen.

Die Temperatur sollte tagsüber bei 22–26 °C liegen, nachts etwas kühler. Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 70–90 % gehalten werden, wobei das Substrat stets feucht, aber nicht nass sein sollte. Die Art ist relativ pflegeleicht und vermehrt sich in gut eingerichteten Terrarien häufig von selbst. Beachte, dass die winzigen Frösche leicht übersehen werden und durch kleine Spalten entkommen können.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Kuba-Pfeiffrosch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. In seinem natürlichen Verbreitungsgebiet auf Kuba und den Bahamas ist er häufig und weit verbreitet. Als eingeführte Art in den USA hat er sich erfolgreich etabliert, ohne bisher nachweislich negative Auswirkungen auf die einheimische Fauna zu haben.

Die Art profitiert von ihrer hohen Anpassungsfähigkeit, ihrer direkten Entwicklung (keine Abhängigkeit von Gewässern) und ihrer Fähigkeit, in vom Menschen veränderten Lebensräumen zu gedeihen. In Florida ist sie heute eine der häufigsten Froscharten in Gärten und Parks.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Eleutherodactylus planirostrisamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Eleutherodactylus planirostrisiucnredlist.org
  3. Meshaka, W. E. (2011): A Runaway Train in the Making: The Exotic Amphibians, Reptiles, Turtles, and Crocodilians of Florida. Herpetological Conservation and Biology, 6, 1–101.
  4. Schwartz, A. & Henderson, R. W. (1991): Amphibians and Reptiles of the West Indies. University of Florida Press.

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