Der Erbsenkugelfisch ist der kleinste Kugelfisch der Welt und einer der wenigen reinen Süßwasserkugelfische. Mit seiner neugierigen, intelligenten Persönlichkeit und den unabhängig voneinander beweglichen Augen hat er sich eine treue Fangemeinde in der Aquaristik erobert.
| Wissenschaftlicher Name | Carinotetraodon travancoricus |
| Ordnung | Kugelfischartige (Tetraodontiformes) |
| Familie | Kugelfische (Tetraodontidae) |
| Gattung | Carinotetraodon |
| Größe | 1,5–3 cm |
| Gewicht | unter 1 g |
| Lebenserwartung | 3–5 Jahre |
| Verbreitung | Indien (Kerala und Karnataka) |
| Lebensraum | Langsam fließende Flüsse und Seen mit dichter Vegetation |
| Schutzstatus | Gefährdet (VU) – IUCN |
| Aquarium | ab 20 Liter |
| Temperatur | 22–28 °C |
| pH-Wert | 6,5–7,5 |
| Wasserhärte | 5–15 °dGH |
Beschreibung & Aussehen
Der Erbsenkugelfisch ist mit einer maximalen Körperlänge von nur 1,5–3 cm der kleinste Vertreter der Kugelfische weltweit. Sein Körper ist rundlich und gedrungen mit einer gelblich-grünen Grundfärbung auf der Oberseite und einem weißen Bauch. Über den Körper verteilen sich unregelmäßige dunkle Flecken und Punkte, die ein individuelles Muster bilden – kein Fisch gleicht dem anderen.
Die Augen sind proportional groß und können unabhängig voneinander bewegt werden, was dem Fisch ein chamäleonartiges Aussehen verleiht. Männchen zeigen während der Balz eine intensivere Färbung mit einer dunklen Bauchlinie und einem bläulichen Schimmer. Weibchen sind etwas runder und gleichmäßiger gefärbt. Trotz seiner geringen Größe besitzt der Erbsenkugelfisch die für Kugelfische typische Fähigkeit, sich bei Gefahr aufzublasen.
Verbreitung & Lebensraum
Der Erbsenkugelfisch ist in Südindien endemisch und kommt ausschließlich in den Bundesstaaten Kerala und Karnataka vor. Sein Verbreitungsgebiet beschränkt sich auf die Flusssysteme der Western Ghats, insbesondere den Pamba River und angrenzende Gewässer.
Er bewohnt langsam fließende Flüsse, Seen und Nebengewässer mit dichter Unterwasservegetation. Die Gewässer sind typischerweise klar, neutral bis leicht sauer und enthalten reichlich Pflanzenbewuchs, der dem Fisch als Jagdgebiet und Versteck dient. Im Gegensatz zu den meisten anderen Kugelfischen lebt der Erbsenkugelfisch ausschließlich in reinem Süßwasser und benötigt kein Salz im Wasser.
Lebensweise & Verhalten
Der Erbsenkugelfisch ist ein neugieriger, intelligenter und erstaunlich persönlichkeitsstarker Fisch. Er erkennt seinen Pfleger, schwimmt gezielt zur Scheibe und zeigt deutliche Reaktionen auf seine Umgebung. Jedes Individuum hat einen eigenen Charakter – manche sind mutig, andere eher schüchtern.
Trotz seiner geringen Größe ist der Erbsenkugelfisch territorial und kann gegenüber Artgenossen und anderen Fischen überraschend dominant auftreten. Er beobachtet seine Umgebung mit seinen unabhängig beweglichen Augen und jagt gezielt kleine Wirbellose. Der Fisch ist vorwiegend tagaktiv und verbringt seine Zeit mit dem Durchstöbern der Vegetation auf der Suche nach Nahrung.
Ernährung
Der Erbsenkugelfisch ist ein carnivorer Fresser, der in der Natur hauptsächlich kleine Schnecken, Würmer, Insektenlarven und Kleinkrebse frisst. Mit seinen kräftigen Kieferplatten knackt er mühelos Schneckenhäuser und ist daher ein effektiver Schneckenvertilger im Aquarium.
Im Aquarium ist er ein wählerischer Fresser, der Trockenfutter meist verweigert. Die Hauptnahrung sollte aus Lebendfutter bestehen: kleine Schnecken (Blasenschnecken, Posthornschnecken), Mückenlarven, Artemia, Tubifex und Grindal-Würmer. Frostfutter wird nach Eingewöhnung ebenfalls akzeptiert. Eine regelmäßige Schneckenfütterung ist wichtig, um die ständig nachwachsenden Kieferplatten natürlich abzunutzen.
Fortpflanzung
Die Zucht des Erbsenkugelfisches ist bei artgerechter Haltung durchaus möglich. Männchen balzen mit intensivierter Färbung und einem charakteristischen Tanz um die Weibchen. Die Eiablage erfolgt bevorzugt in dichter Bepflanzung oder Javamoos, wo die klebrigen Eier einzeln oder in kleinen Gruppen abgesetzt werden.
Pro Laichvorgang werden 5–10 Eier abgelegt. Die Eier schlüpfen nach 3–5 Tagen bei 25–27 °C. Die winzigen Jungfische sind mit etwa 2 mm extrem klein und benötigen feinste Nahrung wie Infusorien, Essigälchen und Mikrowürmer. Die Eltern fressen ihre Eier und Jungfische, weshalb ein Zuchtbecken oder ein dicht bepflanztes Artbecken empfehlenswert ist. Die Aufzucht erfordert Geduld und Sorgfalt.
Haltung im Aquarium
Der Erbsenkugelfisch eignet sich hervorragend für Nano-Aquarien ab 20 Litern. Richte das Becken mit dichter Bepflanzung, Javamoos, Wurzeln und vielen Sichtbarrieren ein, um Reviere abzugrenzen und Rückzugsmöglichkeiten zu schaffen. Ein sandiger Bodengrund und moderate Beleuchtung sind ideal.
Halte den Erbsenkugelfisch am besten in einer Artgruppe – rechne pro Fisch mit etwa 10–15 Litern Wasser. Die Vergesellschaftung mit anderen Fischen ist aufgrund der Bissigkeit und des Flossenzwickens der Kugelfische problematisch. Wenn überhaupt, eignen sich nur schnelle, kurzflossige Beifische wie Otocinclus. Die Wasserwerte sollten bei 22–28 °C, pH 6,5–7,5 und einer Gesamthärte von 5–15 °dGH liegen. Eine konstante Schneckenquelle als Nahrung ist für die Gesunderhaltung der Kieferplatten wichtig.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Erbsenkugelfisch wird von der IUCN als „Vulnerable" (gefährdet) eingestuft. Sein begrenztes Verbreitungsgebiet in den Western Ghats Indiens ist durch Wasserverschmutzung, Überfischung für den Aquarienhandel und den Bau von Staudämmen bedroht. Die Wildpopulationen sind in den letzten Jahrzehnten deutlich zurückgegangen.
Der intensive Sammlung für den internationalen Aquarienhandel hat wesentlich zum Bestandsrückgang beigetragen. Mittlerweile gibt es jedoch erfolgreiche Nachzuchtprogramme, die den Wildfangdruck reduzieren. Wenn du Erbsenkugelfische kaufst, achte darauf, Nachzuchten von seriösen Züchtern zu erwerben, um zum Schutz der Wildbestände beizutragen.
Quellen
- FishBase: Carinotetraodon travancoricus – fishbase.se
- Seriously Fish: Carinotetraodon travancoricus – seriouslyfish.com
- IUCN Red List: Carinotetraodon travancoricus – iucnredlist.org
- Ebert, K. (2001): The Puffers of Fresh and Brackish Waters. Aqualog Verlag.
- Dahanukar, N. (2010): Carinotetraodon travancoricus. The IUCN Red List of Threatened Species.
