Fische (Salzwasser)

Kupferstreifen-Falterfisch (Chelmon rostratus)

4 Min. Lesezeit
Kupferstreifen-Falterfisch (Chelmon rostratus)

Bildquelle: Vladimir Wrangel / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Kupferstreifen-Falterfisch ist mit seiner langen, pinzettenartigen Schnauze und den kupferfarbenen Streifen einer der elegantesten Falterfische. In der Aquaristik wird er besonders geschätzt, weil er Glasrosen (Aiptasia) frisst und so bei der Bekämpfung dieser Plage hilft.

Der Kupferstreifen-Falterfisch ist mit seiner langen, pinzettenartigen Schnauze und den kupferfarbenen Streifen einer der elegantesten Falterfische. In der Aquaristik wird er besonders geschätzt, weil er Glasrosen (Aiptasia) frisst und so bei der Bekämpfung dieser Plage hilft.

Steckbrief: Kupferstreifen-Falterfisch (Chelmon rostratus)
Wissenschaftlicher NameChelmon rostratus
OrdnungBarschverwandte (Perciformes)
FamilieFalterfische (Chaetodontidae)
GattungChelmon
Größe15–20 cm
Lebenserwartung5–10 Jahre
VerbreitungIndopazifik (Andamanensee bis Westpazifik)
LebensraumKorallenriffe, Lagunen, Küstenbereiche
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 500 Liter
Temperatur24–27 °C
Salinität1,023–1,026

Beschreibung & Aussehen

Der Kupferstreifen-Falterfisch erreicht eine Größe von 15–20 cm und zeichnet sich durch seinen stark seitlich abgeflachten, hochrückigen Körper aus. Das auffälligste Merkmal ist die stark verlängerte, pinzettenartige Schnauze, mit der er in Spalten und zwischen Korallen nach Nahrung sucht. Die Grundfärbung ist silberweiß mit fünf vertikalen, kupfer- bis orangefarbenen Streifen.

Am oberen Rand der Rückenflosse sitzt ein markanter schwarzer Augenfleck mit weißem Rand – eine Täuschung, die Fressfeinden ein falsches Auge vorgaukelt. Die Augen selbst sind durch einen dunklen Vertikalstreifen getarnt. Die Flossen sind transparent bis gelblich. Männchen und Weibchen sind äußerlich praktisch nicht zu unterscheiden.

Verbreitung & Lebensraum

Der Kupferstreifen-Falterfisch ist im Indopazifik beheimatet, von der Andamanensee über Indonesien, die Philippinen und Australien bis nach Papua-Neuguinea und in den westlichen Pazifik. Er bewohnt Korallenriffe, Lagunen und küstennahe Riffbereiche in Tiefen von 1–25 Metern.

In der Natur lebt die Art einzeln oder paarweise in Bereichen mit reichlich Korallenbedeckung. Sie bevorzugt geschützte Riffabschnitte mit vielen Spalten und Überhängen, in denen sie mit ihrer langen Schnauze nach Nahrung stochern kann. Trübe Küstengewässer werden gelegentlich ebenfalls besiedelt.

Lebensweise & Verhalten

Der Kupferstreifen-Falterfisch ist tagaktiv und verbringt den Großteil des Tages damit, mit seiner langen Schnauze in Spalten, zwischen Korallen und im Substrat nach kleinen Wirbellosen zu suchen. Er ist ein methodischer Jäger, der sein Revier systematisch nach Nahrung absucht.

Die Art ist friedlich gegenüber anderen Fischen, kann aber gegenüber Artgenossen territorial werden. In der Natur bilden Kupferstreifen-Falterfische häufig monogame Paare, die über längere Zeit zusammenbleiben und gemeinsam auf Nahrungssuche gehen.

Besonders beliebt ist die Art bei Aquarianern wegen ihrer Vorliebe für Glasrosen (Aiptasia), die in vielen Riffaquarien eine lästige Plage darstellen. Allerdings frisst nicht jedes Exemplar gleich bereitwillig Aiptasia – manche bevorzugen anderes Futter.

Ernährung

In der Natur ernährt sich der Kupferstreifen-Falterfisch von kleinen Wirbellosen, Würmern, Krebstierchen und Korallenpolypen, die er mit seiner langen Schnauze aus Spalten zupft. Besonders gern frisst er Röhrenwürmer und kleine Anemonen.

Im Aquarium kann die Futterumstellung anspruchsvoll sein. Viele Exemplare nehmen anfangs nur Lebendfutter wie Artemia oder kleine Würmer an. Mit Geduld lassen sich die meisten Tiere aber auch an Frostfutter (Artemia, Mysis, Muschelfleisch) und hochwertiges Granulat gewöhnen. Die Fütterung von lebenden Aiptasia-Anemonen kann die Eingewöhnung erleichtern und gleichzeitig das Becken von diesen Plagegeistern befreien.

Fortpflanzung

Der Kupferstreifen-Falterfisch ist ein Freilaicher. Die Paarung findet in der Dämmerung statt, wenn das Paar gemeinsam aufsteigt und Eier sowie Spermien ins freie Wasser abgibt. Die Art bildet in der Natur stabile Paarbindungen.

Die pelagischen Eier treiben im Plankton und schlüpfen nach etwa einem Tag. Die Larvenphase dauert mehrere Wochen, bevor die Jungtiere sich im Riff ansiedeln. Die Nachzucht im Aquarium ist bisher nicht gelungen, sodass alle Tiere im Handel Wildfänge sind.

Haltung im Aquarium

Der Kupferstreifen-Falterfisch benötigt ein Aquarium ab 500 Litern mit viel Lebendgestein und Versteckmöglichkeiten. Die Wassertemperatur sollte zwischen 24 und 27 °C liegen. Achte auf eine ausgezeichnete Wasserqualität, da die Art empfindlich auf erhöhte Nitrat- und Phosphatwerte reagiert.

Die Art ist bedingt riffsicher – sie kann gelegentlich an Röhrenwürmern, Federwürmern und kleinen Anemonen zupfen. Steinkorallen werden in der Regel nicht angerührt. Die Vergesellschaftung mit friedlichen Riffbewohnern ist unproblematisch. Halte nur ein einzelnes Exemplar oder ein etabliertes Paar, da Artgenossen oft nicht toleriert werden.

Die größte Herausforderung ist die Futterumstellung. Kaufe nur Exemplare, die bereits Frostfutter annehmen, oder sei bereit, in der Anfangsphase Lebendfutter anzubieten. Abgemagerte Tiere mit eingefallener Brust haben schlechte Überlebenschancen.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Kupferstreifen-Falterfisch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist im Indopazifik weit verbreitet und kommt in zahlreichen Meeresschutzgebieten vor.

Im Aquarienhandel ist die Art regelmäßig als Wildfang erhältlich. Achte beim Kauf auf gut genährte, aktive Tiere, die bereits Frostfutter annehmen. Nachzuchten sind derzeit nicht verfügbar. Der gezielte Einsatz als biologische Aiptasia-Bekämpfung macht den Kupferstreifen-Falterfisch zu einem der funktionalsten Meerwasserfische.

Quellen

  1. FishBase: Chelmon rostratusfishbase.se
  2. IUCN Red List: Chelmon rostratusiucnredlist.org
  3. Debelius, H. & Kuiter, R. H. (2007): Atlas der Meeresfische. Kosmos Verlag.
  4. Michael, S. W. (2004): Angelfishes & Butterflyfishes. TFH Publications.
  5. Fossa, S. A. & Nilsen, A. J. (2000): Das Korallenriff-Aquarium. Schmettkamp Verlag.

Hat dir dieser Artikel geholfen?

Weitere Ratgeber entdecken