Kröten

La Plata Kröte (Rhinella arenarum)

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La Plata Kröte (Rhinella arenarum)

Bildquelle: Manuel Barbero / shutterstock.com

Zusammenfassung

Die La Plata Kröte ist eine robuste, anpassungsfähige Krötenart aus Südamerika. Sie ist in den Pampas und Graslandschaften Argentiniens, Uruguays und der Nachbarländer weit verbreitet. Die Art ist nachtaktiv und spielt eine wichtige Rolle als Insektenvertilger in landwirtschaftlichen Gebieten.

📚 Steckbrief – La Plata Kröte (Rhinella arenarum)
Wissenschaftlicher NameRhinella arenarum
OrdnungFroschlurche (Anura)
FamilieKröten (Bufonidae)
GattungRhinella
Größe8–14 cm
Gewicht40–150 g
Lebenserwartung8–12 Jahre
VerbreitungSüdamerika (Argentinien, Uruguay, Paraguay, Bolivien, Brasilien)
LebensraumGrasland, Pampas, Agrarland, Siedlungsgebiete
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Die La Plata Kröte ist eine mittelgroße bis große Kröte mit 8–14 cm Körperlänge. Die Haut ist stark warzig und von graubrauner bis olivbrauner Farbe mit unregelmäßigen dunkleren Flecken. Die Unterseite ist hellgrau bis gelblich. Die Parotiden sind groß und deutlich sichtbar.

Der Körperbau ist robust und breit mit kräftigen Hinterbeinen. Die Pupillen sind horizontal, die Iris golden bis kupferfarben. Weibchen werden größer als Männchen. Die Art ähnelt der Erdkröte, ist aber etwas gedrungener und hat eine gröbere Hautstruktur.

Verbreitung & Lebensraum

Die La Plata Kröte ist in Südamerika weit verbreitet – von Zentralargentinien über Uruguay und Paraguay bis ins südliche Brasilien und nach Bolivien. Sie ist nach dem Río de la Plata benannt, der großen Flussmündung zwischen Argentinien und Uruguay.

Die Art besiedelt eine Vielzahl von Lebensräumen: Grasland der Pampas, Buschland, landwirtschaftliche Flächen, Gärten und Siedlungsgebiete. Sie ist sehr anpassungsfähig und kommt auch in städtischen Parks und Vorstädten vor. Zur Fortpflanzung werden stehende und langsam fließende Gewässer aufgesucht.

Lebensweise & Verhalten

Die La Plata Kröte ist nachtaktiv und verbringt den Tag in Erdlöchern, unter Steinen oder in anderen Verstecken. In Trockenperioden gräbt sie sich tief in den Boden ein und kann dort mehrere Wochen überdauern.

Die Art ist bekannt für ihre starke Giftproduktion. Das Parotidensekret enthält verschiedene Bufotoxine, die Fressfeinde abschrecken. Bei Bedrohung nimmt sie eine aufgeblähte Abwehrhaltung ein. In Argentinien ist die Art als „Sapo común" (gewöhnliche Kröte) allgemein bekannt und wird traditionell als Nützling geschätzt.

Ernährung

Die La Plata Kröte ist ein generalistischer Insektenfresser. Auf dem Speiseplan stehen Käfer, Ameisen, Termiten, Grillen, Spinnen und Schnecken. In landwirtschaftlichen Gebieten frisst sie große Mengen von Schädlingen und gilt als wertvoller Nützling.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung findet während der Regenzeit statt (September–Januar in Argentinien). Die Männchen versammeln sich an Gewässern und rufen mit kurzen, pulsierenden Tönen. Das Weibchen legt 5.000–15.000 Eier in langen Laichschnüren ab.

Die Kaulquappen entwickeln sich in 4–8 Wochen je nach Wassertemperatur. Die Jungtiere sind bei der Metamorphose etwa 1 cm groß. Die Geschlechtsreife wird nach 1–2 Jahren erreicht. Die Art hat dank ihrer hohen Reproduktionsrate stabile Populationen.

Haltung im Terrarium

Die La Plata Kröte wird selten in Terrarien gehalten, ist aber grundsätzlich pflegeleicht. Ein Terrarium ab 80 × 40 × 40 cm mit einer Erdschicht, Verstecken und einem flachen Wasserbecken ist geeignet. Die Temperatur sollte tagsüber bei 22–26 °C liegen, nachts kühler.

Die Art ist in der EU im Handel kaum erhältlich. Wenn verfügbar, sollte nur auf Nachzuchten zurückgegriffen werden.

Gefährdung & Schutzstatus

Die La Plata Kröte wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in ihrem Verbreitungsgebiet häufig und profitiert teilweise von menschlichen Veränderungen der Landschaft. Lokale Rückgänge können durch Pestizideinsatz in der Landwirtschaft und den Verlust von Feuchtgebieten auftreten.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Rhinella arenarum – amphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Rhinella arenarum – www.iucnredlist.org
  3. Frost, D. R. (2024): Amphibian Species of the World – Online Reference – amphibiansoftheworld.amnh.org
  4. Cei, J. M. (1980): Amphibians of Argentina. Monitore Zoologico Italiano.

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