Der Langflossen-Falterfisch, auch Halsband-Falterfisch genannt, ist ein eleganter Meerwasserfisch aus dem Indischen Ozean. Mit seiner rötlich-braunen Körperfärbung und der markanten weißen Halsbinde gehört er zu den attraktivsten Falterfischen in der Meerwasseraquaristik.
| Wissenschaftlicher Name | Chaetodon collare |
| Ordnung | Barschverwandte (Perciformes) |
| Familie | Falterfische (Chaetodontidae) |
| Gattung | Chaetodon |
| Größe | 15–18 cm |
| Gewicht | 80–200 g |
| Lebenserwartung | 5–10 Jahre |
| Verbreitung | Indischer Ozean (von Ostafrika bis Indonesien) |
| Lebensraum | Salzwasser – Korallenriffe, Riffhänge und Lagunen |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
| Aquarium | ab 400 Liter |
| Temperatur | 24–27 °C |
| pH-Wert | 8,1–8,4 |
| Wasserhärte | Meerwasser |
Beschreibung & Aussehen
Der Langflossen-Falterfisch erreicht eine Körperlänge von 15–18 cm und besitzt den für Falterfische typischen, scheibenförmig seitlich abgeflachten Körper. Die Grundfärbung ist ein warmes Rotbraun bis Kastanienbraun mit einem feinen Gittermuster aus dunkleren Schuppenrändern. Das namensgebendste Merkmal ist eine breite, weiße Halsbinde, die sich hinter dem Kopf über den Nacken zieht.
Die Schwanzflosse zeigt einen leuchtend roten Rand, was ihm den englischen Namen „Redtail Butterflyfish" eingebracht hat. Über dem Auge verläuft ein dunkles Band, das für Falterfische charakteristisch ist und als Schutz vor Raubfischen dient, da es die Augenposition verschleiert. Jungfische zeigen einen auffälligen Augenfleck auf der Rückenflosse, der mit zunehmendem Alter verblasst.
Verbreitung & Lebensraum
Der Langflossen-Falterfisch ist im Indischen Ozean weit verbreitet und kommt von der ostafrikanischen Küste über das Rote Meer bis nach Indonesien und zu den Andamanen vor. Er bewohnt ein breites Spektrum an Riffhabitaten von der Riffkante bis in Tiefen von etwa 25 Metern.
Typische Lebensräume sind geschützte Riffhänge, Lagunen und Kanäle mit reichlich Korallenbewuchs. Der Fisch ist häufig paarweise oder in kleinen Gruppen anzutreffen und hält sich bevorzugt in der Nähe von verzweigten Hart- und Weichkorallen auf, die ihm sowohl Nahrung als auch Schutz bieten.
Lebensweise & Verhalten
Der Langflossen-Falterfisch lebt bevorzugt paarweise und bildet feste Paarbindungen, die über längere Zeit bestehen. Die Paare durchstreifen gemeinsam ihr Revier auf der Suche nach Nahrung. Gegenüber Artgenossen und anderen Falterfischen kann er territorial reagieren.
Die Art ist tagaktiv und zieht sich in der Dämmerung in geschützte Bereiche des Riffs zurück. Gegenüber anderen Fischarten ist der Langflossen-Falterfisch in der Regel friedlich, sofern das Aquarium ausreichend Platz bietet. Er zeigt ein interessantes Fressverhalten, bei dem er gezielt einzelne Korallenpolypen und Wirbellose von Riffstrukturen pickt.
Ernährung
In der Natur ernährt sich der Langflossen-Falterfisch von Korallenpolypen, kleinen Wirbellosen, Algen und Zooplankton. Er pickt gezielt an Hart- und Weichkorallen und entnimmt einzelne Polypen – ein Verhalten, das ihn in Riffaquarien problematisch machen kann.
Im Aquarium benötigt er eine abwechslungsreiche Ernährung aus Frostfutter (Artemia, Mysis, Krill), feingehackten Muscheln und Garnelen sowie hochwertigen Flockenfutter und Granulat. Die Eingewöhnung an Ersatzfutter kann Geduld erfordern, da manche Exemplare anfangs nur Lebendfutter akzeptieren. Mehrmals tägliche Fütterung in kleinen Portionen ist empfehlenswert.
Fortpflanzung
Die Fortpflanzung des Langflossen-Falterfisches findet in der Natur in der Dämmerung statt. Die Paare steigen gemeinsam in die Wassersäule auf und geben gleichzeitig Eier und Spermien ins freie Wasser ab (pelagisches Laichen). Die winzigen, planktonischen Eier treiben mit der Strömung und schlüpfen nach etwa 24 Stunden.
Die Zucht im Aquarium ist bisher nicht gelungen und stellt eine der großen Herausforderungen der Meerwasseraquaristik dar. Die Aufzucht der pelagischen Larven, die sich von winzigstem Plankton ernähren, ist technisch extrem anspruchsvoll. Alle im Handel erhältlichen Tiere stammen daher aus Wildfängen.
Haltung im Aquarium
Für den Langflossen-Falterfisch benötigst du ein Meerwasseraquarium ab 400 Litern mit stabilen Wasserwerten. Die Temperatur sollte 24–27 °C betragen, der Salzgehalt 1.023–1.025 und der pH-Wert 8,1–8,4. Eine gute Wasserqualität mit Nitrat unter 20 mg/l und nicht nachweisbarem Phosphat ist wichtig.
Beachte, dass der Langflossen-Falterfisch in Riffaquarien problematisch sein kann, da er Korallenpolypen frisst. Ein Fischbecken mit Lebendgestein (FOWLR) ist oft die bessere Wahl. Die Vergesellschaftung mit anderen friedlichen Meerwasserfischen gelingt gut – vermeide jedoch andere Falterfische im selben Becken, da Territorialverhalten auftreten kann. Halte die Art paarweise oder einzeln.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Langflossen-Falterfisch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist im Indischen Ozean weit verbreitet und die Populationen gelten als stabil. Jedoch kann die Zerstörung von Korallenriffen durch Klimawandel, Korallenbleiche und Meereserwärmung langfristig den Lebensraum dieser Art beeinträchtigen.
Die Sammlung für den Aquarienhandel hat lokal begrenzten Einfluss, da die Art nicht zu den am häufigsten gehandelten Falterfischen gehört. Der Schutz intakter Korallenriffe ist der wichtigste Beitrag zum Erhalt dieser und vieler anderer riffgebundener Arten.
Quellen
- FishBase: Chaetodon collare – fishbase.se
- Coral Magazine – Falterfische in der Meerwasseraquaristik – coral-magazine.com
- Allen, G. R., Steene, R. & Allen, M. (1998): A Guide to Angelfishes and Butterflyfishes. Odyssey Publishing.
- IUCN Red List: Chaetodon collare – iucnredlist.org
