Der Laotische Krokodilmolch ist ein seltener und faszinierender Schwanzlurch, der ausschließlich in den Bergwäldern von Laos vorkommt. Er wurde erst 2002 wissenschaftlich beschrieben und ist die einzige Art seiner Gattung. Aufgrund seines extrem kleinen Verbreitungsgebiets und fortschreitendem Lebensraumverlust gilt er als stark gefährdet.
| Wissenschaftlicher Name | Laotriton laoensis |
| Ordnung | Schwanzlurche (Urodela) |
| Familie | Echte Salamander (Salamandridae) |
| Gattung | Laotriton |
| Größe | 15–20 cm |
| Gewicht | 20–35 g |
| Lebenserwartung | 10–15 Jahre (geschätzt) |
| Verbreitung | Laos (Provinz Xiangkhouang) |
| Lebensraum | Bergbäche, feuchte Bergwälder, Karstlandschaften |
| Schutzstatus | Stark gefährdet (EN) – IUCN |
Beschreibung & Aussehen
Der Laotische Krokodilmolch erreicht eine Gesamtlänge von 15–20 cm und zählt damit zu den größeren Molcharten Südostasiens. Sein Körperbau ist kräftig und gedrungen mit einem breiten, flachen Kopf und deutlich sichtbaren Knochenleisten auf dem Schädel. Die Haut ist rau und warzig mit ausgeprägten, knöchernen Drüsenreihen entlang der Flanken, die an die Schuppen eines Krokodils erinnern.
Die Grundfarbe ist dunkelbraun bis schwarz. Die warzigen Erhebungen an den Flanken und die Unterseite der Hände und Füße sind auffällig orange bis gelb-orange gefärbt, was als Warnfärbung dient. Die Augen sind klein und leicht hervorstehend. Der Schwanz ist kräftig und seitlich abgeflacht. Die Art wurde erst 2002 von Stuart & Papenfuss als Paramesotriton laoensis beschrieben und später in die eigene Gattung Laotriton gestellt.
Verbreitung & Lebensraum
Der Laotische Krokodilmolch kommt ausschließlich in den Bergen der Provinz Xiangkhouang im nördlichen Laos vor. Sein Verbreitungsgebiet ist extrem klein und auf wenige Bergbachsysteme in Höhenlagen zwischen 1.200 und 1.800 Metern beschränkt. Die Art ist damit einer der seltensten Molche der Welt.
Die Tiere bewohnen feuchte, immergrüne Bergwälder mit klaren, kühlen Bergbächen. Zur Fortpflanzung nutzen sie flache Bachabschnitte und stehende Becken entlang der Bäche. Außerhalb der Laichzeit leben die Molche terrestrisch in der Laubstreu, unter Steinen und in Felsspalten der umgebenden Karstlandschaft. Sie bevorzugen kühle, feuchte Bedingungen mit Temperaturen zwischen 15 und 22 °C.
Lebensweise & Verhalten
Der Laotische Krokodilmolch ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber verbirgt er sich in der Laubstreu, unter Steinen oder in Felsspalten. Nach starken Regenfällen kann er gelegentlich auch tagsüber aktiv beobachtet werden. Die Art ist langsam und bedächtig in ihren Bewegungen.
Während der Regenzeit (Mai–September) wandern die Tiere zu Bergbächen und ihren Nebenarmen, um sich fortzupflanzen. In dieser aquatischen Phase sind sie überwiegend im Wasser zu finden. Bei Gefahr nehmen sie eine typische Abwehrhaltung ein, bei der sie die orange gefärbten Handinnenflächen zeigen und giftiges Hautsekret absondern können. Über das genaue Sozialverhalten ist aufgrund der Seltenheit der Art noch wenig bekannt.
Ernährung
In der Natur ernährt sich der Laotische Krokodilmolch von kleinen Wirbellosen des Waldbodens und des Gewässergrunds. Zum Nahrungsspektrum gehören Insekten, Insektenlarven, Würmer, kleine Schnecken und andere Bodenbewohner. Im Wasser werden zusätzlich aquatische Wirbellose wie Bachflohkrebse und Mückenlarven erbeutet.
In Gefangenschaft nimmst du die Art am besten mit Regenwürmern, Heimchen, kleinen Grillen und Wachsmottenlarven an. Auch aufgetaute Mückenlarven werden akzeptiert. Die Fütterung sollte 2–3 Mal pro Woche erfolgen. Eine regelmäßige Supplementierung mit Kalzium und Vitaminen ist empfehlenswert, um Mangelerscheinungen vorzubeugen.
Fortpflanzung
Über die Fortpflanzungsbiologie des Laotischen Krokodilmolchs ist noch relativ wenig bekannt. Die Paarung findet während der Regenzeit statt, vermutlich zwischen Mai und August. Wie bei verwandten Arten ist von einer inneren Befruchtung über Spermatophoren auszugehen.
Die Weibchen legen ihre Eier vermutlich einzeln oder in kleinen Gruppen an Steinen oder Pflanzen in ruhigen Bachabschnitten ab. Die Larven entwickeln sich aquatisch und durchlaufen nach mehreren Monaten die Metamorphose. Aufgrund der Seltenheit der Art und der schwierigen Zugänglichkeit ihres Lebensraums sind detaillierte Fortpflanzungsdaten aus dem Freiland kaum vorhanden. Nachzuchten in Gefangenschaft sind extrem selten.
Haltung im Terrarium
Der Laotische Krokodilmolch ist aufgrund seiner extremen Seltenheit nur sehr selten in der Terraristik anzutreffen. Die Haltung erfordert ein kühles, feuchtes Terrarium mit einem flachen Wasserteil, das die Bergbachhabitate seiner Heimat nachahmt. Temperaturen zwischen 16 und 22 °C sind ideal – im Sommer darf es keinesfalls zu warm werden.
Der Bodengrund sollte aus feuchter Walderde bestehen, ergänzt durch Moos, Laubstreu, flache Steine und Korkrinde als Verstecke. Der Wasserteil kann als flacher, gefilterter Bachabschnitt gestaltet werden. Beachte, dass der Handel mit dieser Art durch internationale Artenschutzbestimmungen (CITES) streng reguliert ist. Ein Erwerb ist nur mit entsprechenden Papieren legal.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Laotische Krokodilmolch wird von der IUCN als „Endangered" (stark gefährdet) eingestuft. Seine Hauptbedrohungen sind die Zerstörung seines extrem kleinen Lebensraums durch Abholzung, Brandrodung und landwirtschaftliche Expansion sowie die Entnahme für den illegalen Tierhandel und die traditionelle Medizin.
Die Art ist in CITES Anhang II gelistet, was den internationalen Handel reguliert. In Laos selbst gibt es bislang nur begrenzte Schutzmaßnahmen. Internationale Naturschutzorganisationen setzen sich für den Schutz der verbliebenen Lebensräume ein. Zuchtprogramme in Zoos und Forschungseinrichtungen sind in der Entwicklung, um eine Reservepopulation aufzubauen.
Quellen
- AmphibiaWeb: Laotriton laoensis – amphibiaweb.org
- IUCN Red List: Laotriton laoensis – iucnredlist.org
- Stuart, B. L. & Papenfuss, T. J. (2002): A new salamander of the genus Paramesotriton from Laos. Journal of Herpetology, 36(2), 145–148.
- Sparreboom, M. (2014): Salamanders of the Old World. KNNV Publishing.
- Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.
