Der Laternen-Kaiserfisch, auch Dreifleck-Kaiserfisch genannt, ist ein leuchtend gelber Meerwasserfisch mit drei markanten schwarzen Flecken. Er gehört zur Familie der Kaiserfische und ist ein attraktiver, wenn auch anspruchsvoller Pflegling für das Meerwasseraquarium.
| Wissenschaftlicher Name | Apolemichthys trimaculatus |
| Ordnung | Barschverwandte (Perciformes) |
| Familie | Kaiserfische (Pomacanthidae) |
| Gattung | Apolemichthys |
| Größe | 20–25 cm |
| Gewicht | 150–400 g |
| Lebenserwartung | 10–15 Jahre |
| Verbreitung | Indo-Pazifik (von Ostafrika bis Samoa) |
| Lebensraum | Salzwasser – Korallenriffe, Riffhänge und Steilwände |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
| Aquarium | ab 500 Liter |
| Temperatur | 24–27 °C |
| pH-Wert | 8,1–8,4 |
| Wasserhärte | Meerwasser |
Beschreibung & Aussehen
Der Laternen-Kaiserfisch erreicht eine Körperlänge von 20–25 cm und besticht durch seine leuchtend gelbe Grundfärbung. Die drei namensgebenden schwarzen Flecken befinden sich auf der Stirn (über den Lippen), am Hinterrand des Kiemendeckels und an der Basis der Rückenflosse. Die leuchtend blauen Lippen bilden einen auffälligen Kontrast zum gelben Körper.
Die Afterflosse zeigt einen kontrastierenden schwarzen Saum, und die Schwanzflosse ist transparent bis leicht gelblich. Jungfische sind weniger intensiv gefärbt und zeigen einen großen schwarzen Augenfleck auf der Rückenflosse, der mit zunehmendem Alter zum kleineren adulten Fleck wird. Die Art ist einer der farbenprächtigsten Vertreter der Gattung Apolemichthys.
Verbreitung & Lebensraum
Der Laternen-Kaiserfisch ist im Indo-Pazifik weit verbreitet und kommt von der ostafrikanischen Küste und dem Roten Meer über den Indischen Ozean bis zu den Gesellschaftsinseln und Samoa im Pazifik vor. Er bewohnt Korallenriffe in Tiefen von 3–60 Metern.
Bevorzugte Habitate sind äußere Riffhänge, Steilwände und Kanaleinschnitte mit reichem Korallenbewuchs und Schwammvorkommen. Der Fisch ist einzeln oder paarweise anzutreffen und hält sich oft in der Nähe von Überhängen und Höhlen auf, in die er sich bei Gefahr zurückziehen kann.
Lebensweise & Verhalten
Der Laternen-Kaiserfisch lebt meist einzeln oder paarweise und verteidigt ein lockeres Revier gegen Artgenossen und ähnlich aussehende Fische. Er ist tagaktiv und durchstreift sein Revier auf der Suche nach Schwämmen, Manteltieren und anderen sessilen Wirbellosen.
Gegenüber anderen Fischarten ist er in der Regel verträglich, kann aber gegenüber neu eingesetzten Fischen anfängliche Aggression zeigen. In Gefangenschaft gewöhnt er sich gut ein und zeigt eine bemerkenswerte Lernfähigkeit – er erkennt seinen Pfleger und reagiert auf Fütterungszeiten. Wie viele Kaiserfische ist A. trimaculatus ein protogyner Zwitter: Alle Tiere werden als Weibchen geboren und können sich bei Bedarf in Männchen umwandeln.
Ernährung
In der Natur ernährt sich der Laternen-Kaiserfisch hauptsächlich von Schwämmen und Manteltieren (Tunikaten), ergänzt durch Algen und gelegentlich Korallenpolypen. Diese spezialisierte Ernährung macht die Eingewöhnung im Aquarium manchmal schwierig.
Im Aquarium solltest du eine abwechslungsreiche Kost aus Frostfutter (Artemia, Mysis, Krill), Algenflocken, Spirulina und hochwertigen Schwammfutterpräparaten anbieten. Manche Exemplare akzeptieren nach der Eingewöhnung auch Granulat und Flockenfutter. Mehrmals tägliche Fütterung in kleinen Portionen ist empfehlenswert, um die natürliche Fressweise nachzuahmen.
Fortpflanzung
Wie die meisten Kaiserfische ist der Laternen-Kaiserfisch ein pelagischer Laicher. In der Dämmerung steigt das Paar in der Wassersäule auf und gibt Eier und Spermien synchron ins freie Wasser ab. Die winzigen Eier treiben als Plankton und schlüpfen nach etwa 18–24 Stunden.
Die Zucht im Aquarium ist äußerst schwierig und bisher nur in wenigen Fällen gelungen. Die Aufzucht der pelagischen Larven erfordert spezielle Planktonkulturen und optimale Wasserbedingungen. Alle im Handel erhältlichen Exemplare sind daher Wildfänge. Forschungsprogramme arbeiten an der Verbesserung der Nachzuchttechniken für Kaiserfische.
Haltung im Aquarium
Der Laternen-Kaiserfisch benötigt ein Meerwasseraquarium ab 500 Litern mit einer stabilen Wasserchemie. Die Temperatur sollte 24–27 °C, der Salzgehalt 1.023–1.025 und der pH-Wert 8,1–8,4 betragen. Reichlich Lebendgestein mit Versteckmöglichkeiten und Überhängen ist wichtig für das Wohlbefinden.
In Riffaquarien kann der Laternen-Kaiserfisch problematisch sein, da er gelegentlich an Korallen und Manteltieren pickt. Ein Fischbecken mit Lebendgestein (FOWLR) ist oft besser geeignet. Halte nur einen Laternen-Kaiserfisch pro Becken, da die Art gegenüber Artgenossen aggressiv wird. Die Vergesellschaftung mit anderen friedlichen Meerwasserfischen mittlerer Größe gelingt in der Regel gut.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Laternen-Kaiserfisch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Das weite Verbreitungsgebiet und die relativ stabilen Populationen sprechen für einen günstigen Erhaltungszustand. Dennoch ist die Art von der Zerstörung der Korallenriffe durch Klimawandel und Meereserwärmung betroffen.
Die Sammlung für den Aquarienhandel findet in moderatem Umfang statt und gilt derzeit nicht als Bedrohung für die Gesamtpopulation. Der Schutz intakter Riffökosysteme ist der wichtigste Faktor für den langfristigen Erhalt dieser Art in freier Wildbahn.
Quellen
- FishBase: Apolemichthys trimaculatus – fishbase.se
- Coral Magazine – Kaiserfische im Meerwasseraquarium – coral-magazine.com
- Allen, G. R., Steene, R. & Allen, M. (1998): A Guide to Angelfishes and Butterflyfishes. Odyssey Publishing.
- IUCN Red List: Apolemichthys trimaculatus – iucnredlist.org
- Debelius, H. & Kuiter, R. H. (2006): World Atlas of Marine Fishes. IKAN Unterwasserarchiv.
