Der Leopard-Doktorfisch, auch Augenstreifen-Doktorfisch genannt, ist einer der größten Vertreter der Doktorfische. Mit seiner markanten Musterung und dem charakteristischen Skalpell an der Schwanzwurzel ist er ein imposanter Bewohner großer Meerwasseraquarien.
| Wissenschaftlicher Name | Acanthurus dussumieri |
| Ordnung | Barschverwandte (Perciformes) |
| Familie | Doktorfische (Acanthuridae) |
| Gattung | Acanthurus |
| Größe | 30–54 cm |
| Gewicht | 500–2.000 g |
| Lebenserwartung | 15–25 Jahre |
| Verbreitung | Indo-Pazifik (von Ostafrika bis Hawaii) |
| Lebensraum | Salzwasser – Korallenriffe, Sandböden und Seegraswiesen |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
| Aquarium | ab 1.500 Liter |
| Temperatur | 24–27 °C |
| pH-Wert | 8,1–8,4 |
| Wasserhärte | Meerwasser |
Beschreibung & Aussehen
Der Leopard-Doktorfisch ist mit einer Körperlänge von 30–54 cm einer der größten Vertreter der Doktorfische. Sein hochrückiger, seitlich abgeflachter Körper zeigt eine olivbraune bis bläulich-graue Grundfärbung mit zahlreichen feinen, dunklen Punkten und Wellenlinien, die an ein Leopardenmuster erinnern. Ein markanter horizontaler Augenstreifen zieht sich über das Auge.
Wie alle Doktorfische besitzt er einen scharfen, skalpellartigen Dorn auf jeder Seite der Schwanzwurzel, der als Verteidigungswaffe gegen Fressfeinde und Rivalen eingesetzt werden kann. Dieser Dorn ist leuchtend gelb umrandet, was ihn deutlich sichtbar macht. Die Schwanzflosse zeigt bei ausgewachsenen Tieren einen bläulichen Rand mit einer eleganten mondförmigen Einbuchtung.
Verbreitung & Lebensraum
Der Leopard-Doktorfisch ist im Indo-Pazifik weit verbreitet und kommt von der ostafrikanischen Küste über den Indischen Ozean bis nach Hawaii, Japan und die Marquesas-Inseln vor. Er bewohnt verschiedene Riffhabitate in Tiefen von 2–40 Metern.
Im Gegensatz zu vielen anderen Doktorfischen hält er sich nicht ausschließlich an Korallenriffen auf, sondern ist auch regelmäßig über Sandböden, Geröllfeldern und Seegraswiesen anzutreffen. Jungfische bevorzugen flache, geschützte Bereiche wie Lagunen und Hafenbecken, während adulte Tiere eher an äußeren Riffhängen und in Kanälen leben.
Lebensweise & Verhalten
Der Leopard-Doktorfisch lebt einzeln, paarweise oder in kleinen Gruppen und durchstreift große Areale auf der Suche nach Nahrung. Er ist tagaktiv und zieht sich nachts in geschützte Nischen im Riff zurück. Gegenüber Artgenossen kann er territorial reagieren, wobei die Schwanzdornen als Drohgebärde eingesetzt werden.
Trotz seiner Größe ist der Leopard-Doktorfisch gegenüber anderen Fischarten in der Regel friedlich, kann aber neu eingesetzte Fische anfänglich bedrängen. In der Natur ist er ein wichtiger Algenfresser, der durch sein Weideverhalten die Gesundheit des Riffs fördert, indem er das Überwuchern von Algen verhindert.
Ernährung
Der Leopard-Doktorfisch ist ein überwiegend herbivorer Fisch, der sich in der Natur hauptsächlich von fadenförmigen Algen, Algenfilmen und Detritus ernährt, die er von Felsoberflächen und dem Meeresboden abweidet. Gelegentlich frisst er auch kleine Wirbellose und Zooplankton.
Im Aquarium benötigt er eine pflanzenlastige Ernährung mit Nori-Algenblättern (an einem Clip befestigt), Spirulina-Flocken und -Granulat, blanchierten Gemüsestreifen und hochwertigen Algen-Futtertabletten. Ergänze die Ernährung mit Frostfutter wie Artemia und Mysis für eine ausgewogene Kost. Aufgrund seiner Größe benötigt er entsprechend große Futtermengen, die über den Tag verteilt werden sollten.
Fortpflanzung
Leopard-Doktorfische laichen in der Natur in der Dämmerung, wobei Gruppen von Fischen gemeinsam in die Wassersäule aufsteigen und Eier und Spermien ins freie Wasser abgeben. Die pelagischen Eier treiben mit der Strömung und schlüpfen nach etwa 24 Stunden.
Die Zucht im Aquarium ist bisher nicht kommerziell gelungen. Die Aufzucht der winzigen pelagischen Larven, die sich über Wochen bis Monate als Plankton entwickeln, stellt eine der größten Herausforderungen der Meerwasseraquaristik dar. Alle im Handel erhältlichen Tiere sind Wildfänge. Forschungseinrichtungen arbeiten an der Verbesserung der Nachzuchttechniken für Doktorfische.
Haltung im Aquarium
Der Leopard-Doktorfisch benötigt aufgrund seiner beträchtlichen Endgröße ein Meerwasseraquarium ab 1.500 Litern mit viel freiem Schwimmraum und reichlich Lebendgestein. Die Temperatur sollte 24–27 °C, der Salzgehalt 1.023–1.025 und der pH-Wert 8,1–8,4 betragen. Eine starke Strömung und eine effiziente Filterung sind wichtig.
Halte nur einen Leopard-Doktorfisch pro Aquarium, da die Art gegenüber Artgenossen und ähnlich geformten Fischen aggressiv werden kann. Die Vergesellschaftung mit anderen robusten Meerwasserfischen mittlerer bis großer Größe ist möglich. In Riffaquarien ist er grundsätzlich riffsicher, kann aber bei unzureichender Algenfütterung an Korallen knabbern. Dieser Fisch ist aufgrund seiner Größenanforderungen nur für sehr große Aquarien geeignet.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Leopard-Doktorfisch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist im Indo-Pazifik weit verbreitet und die Populationen gelten als stabil. Allerdings kann die Degradation von Korallenriffen durch Klimawandel und Meereserwärmung den Lebensraum langfristig beeinträchtigen.
In manchen Regionen wird der Leopard-Doktorfisch als Speisefisch gefangen, und der Befall mit Ciguatera-Toxin ist bei großen Exemplaren möglich. Die Sammlung für den Aquarienhandel findet in begrenztem Umfang statt, da die Art aufgrund ihrer Größe nur für wenige Halter geeignet ist.
Quellen
- FishBase: Acanthurus dussumieri – fishbase.se
- Coral Magazine – Doktorfische im Meerwasseraquarium – coral-magazine.com
- Randall, J. E. (2002): Surgeonfishes of the World. Mutual Publishing.
- IUCN Red List: Acanthurus dussumieri – iucnredlist.org
