Der Leopard-Junker ist ein wunderschöner Lippfisch mit einem auffälligen schwarzen Fleckenmuster auf weißem bis grünlichem Grund. Er gehört zu den anspruchsvollsten Lippfischen in der Aquaristik, da er auf lebende Copepoden als Hauptnahrung angewiesen ist und nur in gut eingefahrenen Becken gedeiht.
| Wissenschaftlicher Name | Macropharyngodon meleagris |
| Ordnung | Barschverwandte (Perciformes) |
| Familie | Lippfische (Labridae) |
| Gattung | Macropharyngodon |
| Größe | 12–15 cm |
| Lebenserwartung | 3–6 Jahre |
| Verbreitung | Indopazifik (Ostafrika bis Zentralpazifik) |
| Lebensraum | Korallenriffe, Geröllfelder, Sandböden |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
| Aquarium | ab 300 Liter |
| Temperatur | 24–27 °C |
| Salinität | 1,023–1,026 |
Beschreibung & Aussehen
Der Leopard-Junker erreicht eine Körperlänge von 12–15 cm und zeigt einen langgestreckten, leicht seitlich abgeflachten Körper. Die Weibchen sind weiß bis cremefarben mit zahlreichen schwarzen Flecken – einem Leopardenmuster ähnlich, das der Art ihren Namen gab. Die Flecken sind scharf abgegrenzt und über den gesamten Körper verteilt.
Männchen sind deutlich farbenprächtiger und zeigen ein komplexes Muster aus grünen, blauen und orangefarbenen Linien und Flecken auf dunklerer Grundfärbung. Der Geschlechtsdimorphismus ist stark ausgeprägt. Wie alle Lippfische ist die Art ein protogynischer Zwitter – alle Tiere werden als Weibchen geboren und das dominante Weibchen kann sich bei Bedarf in ein Männchen umwandeln.
Verbreitung & Lebensraum
Der Leopard-Junker ist im Indopazifik weit verbreitet, von der ostafrikanischen Küste über den Indischen Ozean bis in den Zentralpazifik. Du findest ihn in Korallenriffen, Geröllfeldern und über Sandböden in Tiefen von 2–30 Metern.
Die Art bevorzugt Bereiche mit lockerem Substrat und einzelnen Korallenstöcken, wo sie nach kleinen Wirbellosen im Bodengrund sucht. Sie schläft nachts im Sand eingegraben – eine typische Eigenschaft vieler Lippfische, die auch im Aquarium beobachtet werden kann.
Lebensweise & Verhalten
Der Leopard-Junker ist tagaktiv und verbringt den Großteil des Tages mit der Nahrungssuche. Er durchstreift sein Revier systematisch und pickt kleine Wirbellose vom Substrat und aus dem Riff. Dabei bewegt er sich ständig und ist ein eher unruhiger Schwimmer.
Bei Einbruch der Dunkelheit gräbt sich der Leopard-Junker in den Sand ein, um vor nachtaktiven Raubfischen geschützt zu schlafen. Im Aquarium benötigt er daher unbedingt eine ausreichend tiefe Sandschicht. Ohne diese Möglichkeit des Eingrabens leidet der Fisch unter chronischem Stress.
Gegenüber anderen Fischen verhält sich die Art friedlich. Männchen können jedoch territorial gegenüber anderen Lippfischen werden. Die Haltung eines einzelnen Weibchens oder einer kleinen Gruppe mit einem Männchen und mehreren Weibchen ist empfehlenswert.
Ernährung
Der Leopard-Junker ernährt sich in der Natur überwiegend von winzigen Krebstierchen wie Copepoden, Amphipoden und kleinen Würmern, die er aus dem Substrat pickt. Er ist ein spezialisierter Mikrofresser, der den ganzen Tag über kontinuierlich kleine Beutetiere aufnimmt.
Im Aquarium liegt in der Ernährung die größte Herausforderung. Der Leopard-Junker benötigt ein gut eingefahrenes Becken mit einer reichhaltigen Mikrofauna, insbesondere lebende Copepoden (Pods). Zusätzlich kannst du feines Frostfutter wie Cyclops, Baby-Artemia und Mysis anbieten. Viele Exemplare nehmen nur widerwillig oder gar kein Ersatzfutter an – ohne eine stabile Copepoden-Population im Becken droht Verhungern.
Fortpflanzung
Der Leopard-Junker ist ein protogynischer Zwitter. Alle Tiere werden als Weibchen geboren, und das dominante Tier einer Gruppe wandelt sich bei Bedarf in ein Männchen um. Die Paarung findet in der Dämmerung statt, wenn das Männchen mit auffälligen Balztänzen Weibchen anlockt.
Das Paar steigt gemeinsam auf und gibt Eier und Spermien ins freie Wasser ab. Die pelagischen Eier treiben im Plankton. Eine erfolgreiche Nachzucht im Aquarium ist bisher nicht dokumentiert und aufgrund der spezialisierten Ernährungsanforderungen besonders schwierig.
Haltung im Aquarium
Für den Leopard-Junker benötigst du ein gut eingefahrenes Aquarium ab 300 Litern mit einer Sandschicht von mindestens 5–8 cm zum Eingraben. Das Becken sollte seit mindestens 6–12 Monaten laufen und eine stabile Mikrofauna mit reichlich Copepoden aufweisen. Die Wassertemperatur sollte bei 24–27 °C liegen.
Diese Art ist ausdrücklich kein Anfängerfisch. Nur erfahrene Aquarianer mit gut eingefahrenen Becken und einer stabilen Copepoden-Kultur sollten den Leopard-Junker pflegen. Eine regelmäßige Zugabe von lebenden Copepoden kann notwendig sein, um die natürliche Nahrungsgrundlage aufrechtzuerhalten.
Die Art ist riffsicher und kann problemlos in Korallenriffaquarien gehalten werden. Eine Abdeckung ist empfehlenswert, da Lippfische gelegentlich springen.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Leopard-Junker wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist im gesamten Indopazifik verbreitet und die Bestände gelten als stabil.
Im Aquarienhandel ist die Art gelegentlich erhältlich. Aufgrund der hohen Sterblichkeitsrate in Aquarien ohne geeignete Nahrungsgrundlage solltest du den Kauf nur in Erwägung ziehen, wenn du die speziellen Haltungsbedingungen erfüllen kannst. Nachzuchten sind nicht verfügbar.
Quellen
- FishBase: Macropharyngodon meleagris – fishbase.se
- IUCN Red List: Macropharyngodon meleagris – iucnredlist.org
- Debelius, H. & Kuiter, R. H. (2007): Atlas der Meeresfische. Kosmos Verlag.
- Randall, J. E. (2005): Reef and Shore Fishes of the South Pacific. University of Hawaii Press.
