Fische

Leopardbärbling (Danio rerio var. frankei)

4 Min. Lesezeit
Danio rerio var. frankei

Bildquelle: ChWeiss / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Leopardbärbling ist eine attraktive Zuchtform des Zebrabärblings, bei der die typischen Längsstreifen durch ein gepunktetes Leopardenmuster ersetzt sind. Dieser robuste, lebhafte Schwarmfisch ist ein idealer Anfängerfisch und bringt mit seinem Punkt-statt-Streifen-Muster eine interessante Variante ins Aquarium.

Der Leopardbärbling ist eine attraktive Zuchtform des Zebrabärblings, bei der die typischen Längsstreifen durch ein gepunktetes Leopardenmuster ersetzt sind. Dieser robuste, lebhafte Schwarmfisch ist ein idealer Anfängerfisch und bringt mit seinem Punkt-statt-Streifen-Muster eine interessante Variante ins Aquarium.

Steckbrief: Leopardbärbling (Danio rerio var. frankei)
Wissenschaftlicher NameDanio rerio var. frankei
OrdnungKarpfenartige (Cypriniformes)
FamilieKarpfenfische (Cyprinidae)
GattungDanio
Größe4–5 cm
Gewicht1–3 g
Lebenserwartung3–5 Jahre
VerbreitungZuchtform (Wildform: Indien, Bangladesch, Nepal)
LebensraumZuchtform – Wildform: Flache Bäche, Reisfelder, Überflutungsgebiete
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 60 Liter
Temperatur18–26 °C
pH-Wert6,0–8,0
Wasserhärte5–20 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Der Leopardbärbling erreicht eine Körperlänge von 4–5 cm und besitzt die gleiche schlanke, stromlinienförmige Körperform wie der Zebrabärbling. Der entscheidende Unterschied liegt im Zeichnungsmuster: Statt der durchgehenden horizontalen Streifen des Zebrabärblings zeigt der Leopardbärbling ein Muster aus zahlreichen dunklen Punkten und kurzen Strichfragmenten auf silbrig-goldenem Grund.

Die Mutation, die für das gepunktete Muster verantwortlich ist, betrifft das Connexin-41.8-Gen und führt dazu, dass die Melanophoren (Farbzellen) keine durchgehenden Streifen bilden, sondern sich zu einzelnen Punkten formieren. Die Flossen sind transparent bis leicht gelblich. Männchen sind schlanker und intensiver gefärbt als die rundlicheren Weibchen. Es existieren auch Langflossen-Varianten des Leopardbärblings.

Verbreitung & Lebensraum

Der Leopardbärbling ist eine Zuchtform, die nicht in der freien Natur vorkommt. Sein Ursprung war lange umstritten – zunächst wurde er als eigenständige Art Brachydanio frankei beschrieben, doch genetische Analysen haben gezeigt, dass es sich um eine natürlich auftretende Mutation des Zebrabärblings (Danio rerio) handelt.

Die Wildform, der Zebrabärbling, stammt aus Südasien und kommt in Indien, Bangladesch, Nepal und Myanmar vor. Dort besiedelt er flache, langsam fließende Gewässer wie Bäche, Reisfelder, Bewässerungskanäle und Überflutungsgebiete. Der Leopardbärbling wird heute weltweit in Zuchtfarmen und von Hobbyzüchtern nachgezogen und ist im Handel ganzjährig verfügbar.

Lebensweise & Verhalten

Der Leopardbärbling zeigt das gleiche lebhafte, gesellige Verhalten wie der Zebrabärbling. Er ist ein äußerst aktiver Schwarmfisch, der ständig in Bewegung ist und das gesamte Aquarium durchschwimmt. In Gruppen zeigt er ein faszinierendes Schwarmverhalten mit schnellen Richtungswechseln und spielerischen Verfolgungsjagden.

Die Art ist tagaktiv und bevorzugt die oberen und mittleren Wasserschichten. Trotz seiner Lebhaftigkeit ist der Leopardbärbling ein friedlicher Fisch, der keine anderen Beckengenossen bedrängt. Allerdings können seine schnellen Schwimmbewegungen scheue oder langsame Fische stressen. Der Leopardbärbling ist ein ausgezeichneter Springer – eine Abdeckung des Aquariums ist empfehlenswert.

Ernährung

Der Leopardbärbling ist ein unkomplizierter Allesfresser, der in der Natur Insektenlarven, Zooplankton, kleine Würmer und pflanzliches Material frisst. Im Aquarium akzeptiert er praktisch jede Art von Futter und ist damit einer der pflegeleichtesten Fische in der Aquaristik.

Flockenfutter und feines Granulat bilden eine gute Basisernährung, die durch Lebend- und Frostfutter wie Artemia, Daphnien, Mückenlarven und Tubifex ergänzt werden sollte. Der Leopardbärbling frisst bevorzugt an der Oberfläche und in der Wassermitte. Füttere zwei- bis dreimal täglich in kleinen Portionen, die innerhalb von 2–3 Minuten aufgefressen werden.

Fortpflanzung

Die Zucht des Leopardbärblings ist einfach und gelingt auch Anfängern. Die Fische sind Freilaicher, die ihre nicht-klebrigen Eier im freien Wasser abgeben. Zur Zucht empfiehlt sich ein separates Zuchtbecken mit einem Laichrost oder dichtem Javamoos, um die Eier vor dem Zugriff der laichräuberischen Eltern zu schützen.

Pro Laichvorgang werden 100–400 Eier abgegeben. Die Larven schlüpfen bei 25–26 °C nach 24–48 Stunden und schwimmen nach weiteren 1–2 Tagen frei. Die Jungfische sind relativ groß und können bald mit frisch geschlüpften Artemia-Nauplien gefüttert werden. Das Wachstum ist schnell – nach etwa 3 Monaten erreichen die Jungfische Geschlechtsreife.

Haltung im Aquarium

Der Leopardbärbling benötigt ein Aquarium ab 60 Litern mit ausreichend freiem Schwimmraum. Eine Randzonenbepflanzung mit genügend offener Fläche zum Schwimmen ist ideal. Der Bodengrund ist unkritisch, ein dunkler Untergrund bringt die Musterung jedoch besonders schön zur Geltung.

Halte die Tiere in einer Gruppe von mindestens 8–10 Exemplaren bei Temperaturen von 18–26 °C, pH 6,0–8,0 und einer Gesamthärte von 5–20 °dGH. Der Leopardbärbling ist extrem tolerant gegenüber verschiedenen Wasserwerten und kommt auch mit unbeheizten Zimmeraquarien zurecht. Er lässt sich hervorragend mit anderen friedlichen Arten wie Panzerwelsen, Salmlern, Bärblingen und Guramis vergesellschaften. Vermeide sehr ruhige oder langflossige Beifische, die durch die Lebhaftigkeit der Bärblinge gestresst werden könnten.

Gefährdung & Schutzstatus

Da der Leopardbärbling eine Zuchtform ist, gibt es keine Wildpopulationen, die geschützt werden müssten. Die Wildform, der Zebrabärbling (Danio rerio), wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft und kommt in einem weiten Verbreitungsgebiet in Südasien vor.

Der Zebrabärbling ist zudem einer der wichtigsten Modellorganismen in der biomedizinischen Forschung und wird weltweit in Millionen von Exemplaren gezüchtet. Diese Forschungspopulationen tragen zur genetischen Erhaltung der Art bei. Im Aquarienhandel stammen alle Leopardbärblinge aus Nachzuchten.

Quellen

  1. FishBase: Danio reriofishbase.se
  2. Seriously Fish: Danio rerioseriouslyfish.com
  3. Watanabe, M. et al. (2006): Spot pattern of leopard Danio is caused by mutation in the connexin41.8 gene. EMBO Reports, 7(9), 893–897.
  4. Spence, R. et al. (2008): The behaviour and ecology of the zebrafish, Danio rerio. Biological Reviews, 83(1), 13–34.
  5. IUCN Red List: Danio rerioiucnredlist.org

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