Salamander

Longicauda-Salamander (Eurycea longicauda)

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Longicauda-Salamander (Eurycea longicauda)

Bildquelle: Mike Wilhelm / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Longicauda-Salamander, auch Langschwanz-Salamander genannt, ist ein auffällig gefärbter lungenloser Salamander der östlichen USA. Mit seinem leuchtend gelb-orangefarbenen Körper und den schwarzen Flecken ist er unverwechselbar. Er lebt bevorzugt an Höhleneingängen und in der Nähe von Bachläufen.

Der Longicauda-Salamander, auch Langschwanz-Salamander genannt, ist ein auffällig gefärbter lungenloser Salamander der östlichen USA. Mit seinem leuchtend gelb-orangefarbenen Körper und den schwarzen Flecken ist er unverwechselbar. Er lebt bevorzugt an Höhleneingängen und in der Nähe von Bachläufen.

Steckbrief: Longicauda-Salamander (Eurycea longicauda)
Wissenschaftlicher NameEurycea longicauda
OrdnungSchwanzlurche (Caudata)
FamilieLungenlose Salamander (Plethodontidae)
GattungEurycea
Größe10–20 cm
Gewicht3–8 g
Lebenserwartung5–10 Jahre
VerbreitungÖstliche USA (von New York bis Alabama)
LebensraumHöhleneingänge, Bachränder, feuchte Felsgebiete
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Longicauda-Salamander erreicht eine Gesamtlänge von 10–20 cm, wobei der Schwanz deutlich länger als der Rumpf ist – ein namensgebendes Merkmal. Die Grundfarbe ist ein leuchtendes Gelb bis Orange, über das zahlreiche schwarze Flecken und Streifen verteilt sind. Am Schwanz verschmelzen die Flecken oft zu einem charakteristischen Streifenmuster.

Als lungenloser Salamander (Plethodontidae) besitzt er keine Lungen und atmet ausschließlich über die Haut und die Mundschleimhaut. Der Körper ist schlank und langgestreckt mit dünnen Beinen und einem auffällig langen, seitlich abgeflachten Schwanz. Die Augen sind groß und vorstehend, ein typisches Merkmal nachtaktiver Arten. Zwischen Nasenlöchern und Oberlippe verläuft die charakteristische Nasolabialrinne der Plethodontiden.

Verbreitung & Lebensraum

Das Verbreitungsgebiet des Longicauda-Salamanders erstreckt sich über die östlichen USA, von New York und New Jersey im Norden über die Appalachen bis nach Alabama und Mississippi im Süden. Westlich reicht die Verbreitung bis nach Missouri und Arkansas. Die Art kommt in Höhenlagen vom Tiefland bis etwa 1.200 m vor.

Du findest diesen Salamander bevorzugt an Höhleneingängen, entlang felsiger Bachläufe und in feuchten Kalksteingebieten. Er nutzt die Dämmerzone von Höhlen als Rückzugsort und jagt in deren Umgebung. Auch unter Steinen, in Felsspalten und unter morschen Baumstämmen in der Nähe von Gewässern hält er sich häufig auf. Kühle, feuchte Mikrohabitate sind entscheidend.

Lebensweise & Verhalten

Der Longicauda-Salamander ist vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber verbirgt er sich in Felsspalten, unter Steinen oder in der Dämmerzone von Höhlen. An feuchten Abenden kann man ihn auf Felsen und am Boden in der Nähe von Gewässern auf Nahrungssuche beobachten.

Die Art ist ein geschickter Kletterer und kann an feuchten Felswänden und in Höhleneingängen vertikal klettern. Bei Bedrohung kann er seinen Schwanz abwerfen, der noch minutenlang zuckt und so den Fressfeind ablenkt, während der Salamander flieht. Der Schwanz regeneriert sich anschließend, ist aber oft etwas kürzer als das Original. Im Winter zieht sich die Art in frostfreie Höhlenbereiche zurück.

Ernährung

Die Nahrung des Longicauda-Salamanders besteht aus einer Vielzahl kleiner Wirbelloser. Zu seinen Beutetieren zählen Insekten und deren Larven, Spinnen, Milben, Asseln, kleine Schnecken und Würmer. An Höhleneingängen erbeutet er auch höhlenspezifische Wirbellose wie Höhlenspinnen und Springschwänze.

Die Jagd erfolgt durch langsames Anschleichen und blitzschnelles Zuschnappen. Wie alle lungenlosen Salamander besitzt er eine projektile Zunge, die mit hoher Geschwindigkeit herausgeschleudert werden kann, um Beute zu fangen. Die Nahrungsaufnahme konzentriert sich auf die feuchten Nachtstunden, wenn sowohl der Salamander als auch seine Beute am aktivsten sind.

Fortpflanzung

Die Paarung findet im Herbst und Winter statt. Das Männchen führt einen Balztanz auf, bei dem es mit dem Kinn über den Körper des Weibchens streicht und Pheromone aus der Kinndrüse absondert. Anschließend setzt es ein Spermatophor ab, das vom Weibchen mit der Kloake aufgenommen wird.

Im Frühjahr legt das Weibchen 60–100 Eier in kleinen Trauben an der Unterseite von Steinen oder in Felsspalten in Höhlennähe ab. Das Weibchen bewacht die Eier bis zum Schlupf nach etwa 4–12 Wochen. Die Larven leben aquatisch in Bächen und besitzen äußere Kiemen. Die Metamorphose erfolgt nach etwa 6 Monaten. Die Geschlechtsreife wird mit 2–3 Jahren erreicht.

Haltung im Terrarium

Der Longicauda-Salamander eignet sich für die Terrarienhaltung in einem halbfeuchten Terrarium ab 60 × 30 × 40 cm. Die Einrichtung sollte zahlreiche Felsaufbauten mit Spalten und Verstecken, ein feuchtes Substrat aus Kokoshumus und Moos sowie einen kleinen Wasserbereich umfassen. Korkrinde und flache Steine bieten ideale Versteckplätze.

Die Temperatur sollte tagsüber bei 16–20 °C liegen und nachts leicht absinken. Temperaturen über 24 °C sind unbedingt zu vermeiden. Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 70–85 % gehalten werden, wobei regelmäßiges Sprühen notwendig ist. Gefüttert wird mit kleinen Heimchen, Asseln, Wachsmottenlarven und Drosophila. Eine Winterruhe bei 5–10 °C über 2–3 Monate wird empfohlen.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Longicauda-Salamander wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Populationen sind insgesamt stabil, obwohl lokale Rückgänge durch Habitatverlust und Wasserverschmutzung dokumentiert sind. Besonders die Zerstörung von Höhlenlebensräumen und die Verschlechterung der Wasserqualität in Bächen können einzelne Populationen gefährden.

Der Schutz natürlicher Höhlenhabitate und sauberer Bachläufe ist entscheidend für den langfristigen Erhalt der Art. In einigen US-Bundesstaaten steht die Art unter regionalem Schutz. Die Erhaltung von Pufferzonen um Höhleneingänge und die Vermeidung von Pestizideinsatz in der Nähe von Laichgewässern sind wichtige Schutzmaßnahmen.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Eurycea longicaudaamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Eurycea longicaudaiucnredlist.org
  3. Petranka, J. W. (1998): Salamanders of the United States and Canada. Smithsonian Institution Press.
  4. Conant, R. & Collins, J. T. (1998): Reptiles and Amphibians: Eastern/Central North America. Houghton Mifflin.
  5. Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.

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