Der Madagaskar-Laubfrosch ist ein mittelgroßer, baumbewohnender Frosch aus den Regenwäldern Ostmadagaskars. Er gehört zur Gattung Boophis, die für ihre großen, leuchtenden Augen bekannt ist – daher der englische Name „Bright-eyed Frog". Die Art lebt in Bäumen und Sträuchern in der Nähe von Bächen und Flüssen, wo sie ihre Eier über dem Wasser ablegt.
| Wissenschaftlicher Name | Boophis madagascariensis |
| Ordnung | Froschlurche (Anura) |
| Familie | Mantellidae |
| Gattung | Boophis |
| Größe | 5–8 cm |
| Gewicht | 10–25 g |
| Lebenserwartung | 5–10 Jahre |
| Verbreitung | Madagaskar (östliche Regenwälder) |
| Lebensraum | Tropische Regenwälder, Bäche, Bäume in Gewässernähe |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
Beschreibung & Aussehen
Der Madagaskar-Laubfrosch erreicht eine Körperlänge von 5–8 cm und ist damit einer der größeren Vertreter der Gattung Boophis. Die Oberseite ist grün bis bräunlich-grün gefärbt, manchmal mit dunkleren Flecken oder einer feinen Marmorierung. Die Unterseite ist weißlich bis gelblich.
Besonders auffällig sind die großen, leuchtend gefärbten Augen mit einer türkis- bis blaugrünen Iris, die ihm den englischen Namen „Bright-eyed Frog" eingebracht haben. Die Finger und Zehen tragen große Haftscheiben, die eine arborikole Lebensweise ermöglichen. Die Zehen sind mit ausgeprägten Schwimmhäuten verbunden. Die Haut ist relativ glatt mit vereinzelten kleinen Drüsenwarzen.
Verbreitung & Lebensraum
Der Madagaskar-Laubfrosch kommt in den tropischen Regenwäldern der Ostküste Madagaskars vor, von den Tieflandwäldern bis in die Bergregenwälder in Höhenlagen von etwa 200–1.500 m. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich über mehrere Waldgebiete entlang des östlichen Regenwalddgürtels.
Er ist ein Baumbewohner, der bevorzugt in der Vegetation entlang von Bächen und kleinen Flüssen lebt. Du findest ihn auf Blättern und Ästen in 1–5 m Höhe über dem Wasser. Intakte Waldgebiete mit permanenten Fließgewässern sind essenziell für sein Überleben, da die Kaulquappen sich in Bächen entwickeln.
Lebensweise & Verhalten
Der Madagaskar-Laubfrosch ist nachtaktiv und verbringt den Tag ruhend auf Blättern oder Ästen, wo seine grüne Färbung eine gute Tarnung bietet. Nachts wird er aktiv und geht auf Insektenjagd in der Vegetation.
Die Männchen rufen nachts von Ästen über Bächen, um Weibchen anzulocken. Ihr Ruf besteht aus einer Serie von kurzen, klickenden Lauten. Die Art ist ein guter Kletterer und kann dank ihrer großen Haftscheiben auch auf glatten, nassen Blättern sicher laufen. Bei Störung lässt sie sich oft ins Wasser fallen und schwimmt davon.
Ernährung
Der Madagaskar-Laubfrosch ernährt sich von verschiedenen Insekten und Wirbellosen, die er nachts in der Baumvegetation erbeutet. Auf seinem Speiseplan stehen Motten, Fliegen, Käfer, Spinnen und andere baumbewohnende Arthropoden.
In der Terrarienhaltung kannst du ihn mit Grillen, Heimchen, Wachsmotten und gelegentlich kleinen Regenwürmern füttern. Die Futtertiere sollten der Kopfbreite des Froschs angepasst und regelmäßig mit Vitamin-Kalzium-Präparaten bestäubt werden.
Fortpflanzung
Die Fortpflanzung findet während der Regenzeit statt. Die Männchen rufen von Ästen und Blättern über Bächen, um Weibchen anzulocken. Die Paarung findet auf der Vegetation über dem Wasser statt.
Das Weibchen legt die Eier in gallertartigen Klumpen auf Blätter oder Äste über fließendem Wasser ab. Nach dem Schlüpfen fallen die Kaulquappen in den Bach darunter, wo sie sich in der Strömung von Algen und organischem Material ernähren. Die Metamorphose dauert mehrere Wochen bis Monate, abhängig von der Wassertemperatur. Die Geschlechtsreife wird nach 1–2 Jahren erreicht.
Haltung im Terrarium
Für die Haltung des Madagaskar-Laubfroschs empfiehlt sich ein hohes Regenwaldterrarium von mindestens 60 × 45 × 80 cm (L × B × H) für ein Paar. Die Einrichtung sollte viele Kletteräste, großblättrige Pflanzen, Bromelien und ein fließendes Wasserbecken am Boden umfassen.
Die Temperatur sollte tagsüber bei 22–26 °C liegen, nachts um 18–20 °C. Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 70–90 % gehalten werden. Eine Beregnungsanlage simuliert die natürlichen Regenfälle. Die Art ist im spezialisierten Terristikhandel gelegentlich als Nachzucht erhältlich, erfordert aber Erfahrung in der Haltung tropischer Baumfrösche.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Madagaskar-Laubfrosch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Er ist in geeigneten Habitaten relativ häufig und kommt in mehreren Schutzgebieten vor, darunter im Andasibe-Mantadia-Nationalpark und im Ranomafana-Nationalpark.
Die Hauptbedrohung ist die fortschreitende Zerstörung der Regenwälder Madagaskars durch Brandrodung, Holzeinschlag und Bergbau. Da die Art auf intakte Waldbäche angewiesen ist, reagiert sie empfindlich auf Waldrodung und Gewässerverschmutzung. Der Schutz der verbleibenden Regenwaldgebiete ist entscheidend für das langfristige Überleben der Art.
Quellen
- AmphibiaWeb: Boophis madagascariensis – amphibiaweb.org
- IUCN Red List: Boophis madagascariensis – iucnredlist.org
- Glaw, F. & Vences, M. (2007): A Field Guide to the Amphibians and Reptiles of Madagascar. 3rd Edition. Vences & Glaw Verlag.
- Vieites, D. R. et al. (2009): Vast underestimation of Madagascar's biodiversity evidenced by an integrative amphibian inventory. PNAS, 106(20), 8267–8272.
- Frost, D. R. (2023): Amphibian Species of the World. American Museum of Natural History.
