Der Malawibuntbarsch Maylandia estherae, auch als Red Zebra bekannt, ist einer der beliebtesten Mbuna-Buntbarsche aus dem Malawisee. Besonders faszinierend ist der Geschlechtsdimorphismus: Weibchen sind leuchtend orange, während Männchen eine blaue Grundfärbung zeigen.
| Wissenschaftlicher Name | Maylandia estherae |
| Ordnung | Buntbarschartige (Cichliformes) |
| Familie | Buntbarsche (Cichlidae) |
| Gattung | Maylandia |
| Größe | 10–13 cm |
| Gewicht | 20–40 g |
| Lebenserwartung | 8–10 Jahre |
| Verbreitung | Malawisee (Minos Reef, Ostküste Mosambik) |
| Lebensraum | Felsige Uferzonen des Malawisees |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
| Aquarium | ab 200 Liter |
| Temperatur | 24–28 °C |
| pH-Wert | 7,5–8,5 |
| Wasserhärte | 10–20 °dGH |
Beschreibung & Aussehen
Maylandia estherae erreicht eine Körperlänge von 10–13 cm und besitzt den typischen, gedrungenen Körperbau der Mbuna-Buntbarsche. Die Art zeigt einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus in der Färbung: Wildgefangene Männchen zeigen eine blaue Grundfärbung mit dunklen vertikalen Streifen (daher „Zebra"), während die Weibchen leuchtend orange bis rot-orange gefärbt sind.
In der Aquaristik sind durch Selektion verschiedene Farbvarianten entstanden – besonders beliebt sind die durchgehend orangefarbenen Stämme (OB-Morphen) und die „Super Red"-Varianten mit besonders intensiver Rotfärbung. Männchen besitzen auf der Afterflosse deutliche Eiflecken (Releaserflecken), die bei der Fortpflanzung eine wichtige Rolle spielen. Die Zähne sind typisch für Aufwuchsfresser mit breiten, meißelförmigen Formen.
Verbreitung & Lebensraum
Maylandia estherae ist im Malawisee endemisch und kommt ursprünglich nur an wenigen Standorten an der Ostküste Mosambiks vor, insbesondere am Minos Reef und an benachbarten Felsriffen. Der Malawisee ist der neuntgrößte See der Welt und beherbergt über 800 endemische Buntbarscharten.
Der natürliche Lebensraum sind die felsigen Uferzonen (Felslitoral) des Malawisees in Tiefen von 3–20 Metern. Die Fische leben in und zwischen großen Felsblöcken und Geröllfeldern, wo sie sich von Aufwuchs (Algen und darin lebende Mikroorganismen) ernähren. Das Wasser des Malawisees ist alkalisch, hart und klar mit einer außergewöhnlich stabilen Wasserchemie.
Lebensweise & Verhalten
Wie alle Mbuna-Buntbarsche ist Maylandia estherae ein territorial veranlagter Fisch. Männchen besetzen Reviere zwischen Felsen, die sie vehement gegen Artgenossen und andere Mbuna verteidigen. Die Revierverteidigung umfasst Drohgebärden, Farbintensivierung und gelegentlich körperliche Auseinandersetzungen.
Weibchen und Jungfische leben in losen Gruppen und durchstreifen die Felshabitate auf der Suche nach Nahrung. Die Art ist tagaktiv und verbringt den Großteil ihrer Zeit mit dem Abweiden von Aufwuchs von Felsoberflächen. Trotz der Territorialität sind die Aggressionen bei ausreichend Platz und richtiger Besatzstärke gut kontrollierbar – die Aggressionen verteilen sich auf viele Individuen, sodass kein einzelner Fisch übermäßig belastet wird.
Ernährung
Maylandia estherae ist ein Aufwuchsfresser (Limnivore), der sich in der Natur hauptsächlich von dem Algenrasen und den darin enthaltenen Mikroorganismen ernährt, die auf Felsoberflächen wachsen. Er schabt den Aufwuchs mit seinen breiten Zähnen ab und nimmt dabei auch kleine Wirbellose und organische Partikel auf.
Im Aquarium sollte die Ernährung pflanzenlastig sein. Spirulina-Flocken und -Granulat, Algentabletten und blanchierten Gemüse (Spinat, Erbsen, Zucchini) bilden die Basis. Ergänze gelegentlich mit proteinhaltigem Frostfutter wie Cyclops oder Artemia. Vermeide zu proteinreiche Ernährung (keine roten Mückenlarven, kein Rinderherz), da dies zu der bei Mbuna gefürchteten „Malawi-Bloat"-Krankheit führen kann.
Fortpflanzung
Maylandia estherae ist ein maulbrütender Buntbarsch – das Weibchen nimmt die befruchteten Eier ins Maul und brütet sie dort aus. Das Männchen lockt das Weibchen durch intensives Farbspiel und Schwanzzittern in sein Revier. Das Weibchen legt einige Eier auf einen flachen Stein und nimmt sie sofort ins Maul.
Das Männchen präsentiert dann seine Afterflosse mit den Eiflecken – das Weibchen versucht, diese vermeintlichen Eier ebenfalls aufzunehmen und wird dabei vom Männchen befruchtet. Dieser Vorgang wiederholt sich mehrfach. Das Weibchen trägt 20–60 Eier für 18–21 Tage im Maul, während derer es nicht frisst. Die geschlüpften Jungfische sind sofort selbstständig und können mit feinst zerriebenem Flockenfutter und Artemia-Nauplien gefüttert werden.
Haltung im Aquarium
Für die Haltung von Maylandia estherae benötigst du ein Aquarium ab 200 Litern, das mit reichlich Steinaufbauten, Höhlen und Spalten eingerichtet ist. Verwende kalkhaltige Steine (Lochgestein, Kalkstein), die den pH-Wert stabilisieren. Sand oder feiner Kies als Bodengrund wird bevorzugt, da die Fische gerne graben.
Halte die Art in einer Gruppe mit deutlichem Weibchenüberschuss (1 Männchen auf 3–4 Weibchen), um die Aggression zu verteilen. Die Wasserwerte sollten dem Malawisee nachempfunden sein: pH 7,5–8,5, GH 10–20 °dGH und 24–28 °C. Die Vergesellschaftung mit anderen Mbuna-Arten ähnlicher Größe und Temperament ist empfehlenswert – jedoch nicht mit zu ähnlich gefärbten Arten, um Hybridisierung zu vermeiden. Eine effiziente Filterung und wöchentliche Wasserwechsel von 30–50 % sind für die Gesundheit der Fische essenziell.
Gefährdung & Schutzstatus
Maylandia estherae wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Wildpopulationen am Minos Reef gelten als stabil, obwohl die Sammlung für den Aquarienhandel und die Überfischung durch lokale Fischer eine potenzielle Bedrohung darstellen.
Die Art ist in der Aquaristik hervorragend etabliert und wird weltweit in großen Mengen nachgezüchtet. Dies entlastet die Wildbestände erheblich. Der Schutz des Malawisees und seiner einzigartigen Fischfauna ist ein wichtiges Naturschutzziel, das durch internationale Programme und lokale Schutzgebiete unterstützt wird.
Quellen
- FishBase: Maylandia estherae – fishbase.se
- Seriously Fish: Maylandia estherae – seriouslyfish.com
- Konings, A. (2007): Malawi Cichlids in their Natural Habitat. 4th Edition. Cichlid Press.
- IUCN Red List: Maylandia estherae – iucnredlist.org
- Ribbink, A. J. et al. (1983): A preliminary survey of the cichlid fishes of rocky habitats in Lake Malawi. South African Journal of Zoology, 18, 149–310.
