Molche

Mandarin-Krokodilmolch (Tylototriton shanjing)

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Mandarin-Krokodilmolch (Tylototriton shanjing)

Bildquelle: Milan Zygmunt / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Mandarin-Krokodilmolch ist einer der farbenprächtigsten Krokodilmolche und besticht durch seine auffällige orange-schwarze Zeichnung. Er stammt aus den Bergwäldern der chinesischen Provinz Yunnan und ist ein beliebter, aber geschützter Terrarientierhalter. Die Art gilt aufgrund von Lebensraumverlust und Übersammlung als gefährdet.

Der Mandarin-Krokodilmolch ist einer der farbenprächtigsten Krokodilmolche und besticht durch seine auffällige orange-schwarze Zeichnung. Er stammt aus den Bergwäldern der chinesischen Provinz Yunnan und ist ein beliebter, aber geschützter Terrarientierhalter. Die Art gilt aufgrund von Lebensraumverlust und Übersammlung als gefährdet.

Steckbrief: Mandarin-Krokodilmolch (Tylototriton shanjing)
Wissenschaftlicher NameTylototriton shanjing
OrdnungSchwanzlurche (Urodela)
FamilieEchte Salamander (Salamandridae)
GattungTylototriton
Größe15–20 cm
Gewicht20–35 g
Lebenserwartung10–20 Jahre
VerbreitungSüdchina (Yunnan)
LebensraumFeuchte Bergwälder, Teiche, Reisfelder in Höhenlagen
SchutzstatusGefährdet (VU) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Mandarin-Krokodilmolch erreicht eine Gesamtlänge von 15–20 cm und besitzt einen robusten, kräftigen Körperbau. Sein auffälligstes Merkmal ist die spektakuläre Kontrastfärbung: Die Grundfarbe ist tiefschwarz bis dunkelbraun, während die knöchernen Wülste auf dem Kopf, die Drüsenreihen entlang der Flanken, die Handinnenflächen und die Unterseite leuchtend orange bis rotorange gefärbt sind.

Der Kopf ist breit und flach mit deutlich ausgeprägten Knochenleisten (Cranialcristen). Die Haut ist rau und warzig mit prominenten, knöchernen Warzenreihen entlang der Flanken, unter denen die Rippenspitzen liegen. Die Augen sind klein und dunkel. Der Schwanz ist kräftig und seitlich abgeflacht. Männchen und Weibchen sind äußerlich nur schwer zu unterscheiden; Männchen haben zur Paarungszeit eine leicht geschwollene Kloakenregion und können etwas schlanker sein.

Verbreitung & Lebensraum

Der Mandarin-Krokodilmolch kommt ausschließlich in der Provinz Yunnan im Südwesten Chinas vor. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich über mehrere Bergregionen in Höhenlagen zwischen 1.000 und 2.500 Metern. Das Areal ist fragmentiert und wird durch landwirtschaftliche Nutzung zunehmend eingeengt.

Die Art bewohnt feuchte, subtropische Bergwälder mit klaren Wasserquellen und kleinen Teichen. Überraschenderweise nutzt sie auch von Menschen geschaffene Gewässer wie Reisfelder und Bewässerungsteiche als Laichhabitate. Außerhalb der Fortpflanzungszeit lebt der Mandarin-Krokodilmolch terrestrisch im feuchten Waldboden, unter Steinen, in der Laubstreu und unter morschem Holz.

Lebensweise & Verhalten

Der Mandarin-Krokodilmolch ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber verbirgt er sich unter Steinen, Baumstämmen und in der Laubstreu. Nach starken Regenfällen kann er auch tagsüber aktiv angetroffen werden, besonders während der Wanderung zu den Laichgewässern.

Während der Regenzeit (Mai–September) wandern die Tiere zu stehenden oder langsam fließenden Gewässern. Diese aquatische Phase dauert mehrere Wochen. Bei Bedrohung zeigt der Mandarin-Krokodilmolch seine leuchtend orange gefärbten Körperpartien in einer auffälligen Unkenreflex-artigen Haltung. Die Hautdrüsen sondern zudem ein giftiges Sekret ab, das potenzielle Fressfeinde abschreckt. Die Art ist relativ langsam und friedlich und eignet sich daher gut für die Beobachtung im Terrarium.

Ernährung

In der Natur ernährt sich der Mandarin-Krokodilmolch von einer Vielzahl wirbelloser Tiere. Zum Nahrungsspektrum gehören Insekten, Insektenlarven, Regenwürmer, kleine Schnecken und andere Bodenbewohner. Im Wasser werden zusätzlich aquatische Wirbellose wie Mückenlarven und Bachflohkrebse gefressen.

In Gefangenschaft nimmst du die Art mit Regenwürmern, Heimchen, kleinen Grillen, Wachsmottenlarven und aufgetauten Mückenlarven an. Die Fütterung sollte 2–3 Mal pro Woche erfolgen. Überfütterung ist zu vermeiden, da Krokodilmolche zu Verfettung neigen. Eine regelmäßige Supplementierung mit Kalzium- und Vitaminpräparaten ist ratsam.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung findet während der Regenzeit statt, typischerweise zwischen Mai und August. Die Tiere wandern zu flachen, stehenden Gewässern – auch Reisfelder werden als Laichhabitate genutzt. Die Balz ist weniger aufwendig als bei europäischen Molchen; das Männchen nähert sich dem Weibchen und umkreist es.

Nach der Befruchtung über eine Spermatophore legt das Weibchen 50–150 Eier einzeln oder in kleinen Gruppen an Wasserpflanzen, Grashalme oder unter Steine im Wasser ab. Die Larven schlüpfen nach 2–4 Wochen und entwickeln sich aquatisch. Die Metamorphose erfolgt nach etwa 3–5 Monaten. Die Nachzucht in Gefangenschaft ist bei erfahrenen Haltern möglich und wichtig für den Arterhalt.

Haltung im Terrarium

Der Mandarin-Krokodilmolch ist einer der am häufigsten gehaltenen Krokodilmolche. Für ein Paar oder eine kleine Gruppe eignet sich ein Terrarium ab 80 × 40 × 40 cm mit einer dicken Schicht feuchter Walderde, Moos, flachen Steinen und Korkrinde als Verstecke. Ein flacher Wasserteil (5–10 cm tief) sollte vorhanden sein und während der Fortpflanzungszeit vergrößert werden.

Die Temperaturen sollten tagsüber bei 18–22 °C liegen, nachts etwas kühler. Im Sommer dürfen 25 °C nicht überschritten werden – ein kühler Standort oder ein Ventilator ist oft nötig. Die Luftfeuchtigkeit sollte 70–85 % betragen. Eine Winterruhe bei 8–12 °C über 2–3 Monate fördert die Gesundheit und Fortpflanzungsbereitschaft. Beachte, dass der Handel mit CITES-Papieren dokumentiert sein muss.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Mandarin-Krokodilmolch wird von der IUCN als „Vulnerable" (gefährdet) eingestuft. Die Hauptbedrohungen sind der Verlust seines Waldlebensraums durch Abholzung und Umwandlung in landwirtschaftliche Flächen, die Übersammlung für den internationalen Tierhandel und die Verwendung in der traditionellen chinesischen Medizin.

Die Art ist in CITES Anhang II gelistet, was den internationalen Handel reguliert und Exportgenehmigungen erfordert. In China selbst steht sie unter nationalem Schutz. Nachzuchtprogramme in Zoos und bei privaten Züchtern sind wichtig, um den Druck auf Wildpopulationen zu verringern. Der Kauf von Nachzuchttieren aus verantwortungsvoller Zucht ist dem Erwerb von Wildfängen immer vorzuziehen.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Tylototriton shanjingamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Tylototriton shanjingiucnredlist.org
  3. Nussbaum, R. A., Brodie, E. D. & Yang, D. (1995): A taxonomic review of Tylototriton verrucosus Anderson (Amphibia: Caudata: Salamandridae). Herpetologica, 51(3), 257–268.
  4. Sparreboom, M. (2014): Salamanders of the Old World. KNNV Publishing.
  5. Raffaëlli, J. (2013): Les Urodèles du monde. 2nd Edition. Penclen Édition.

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