Fische

Maronibuntbarsch (Cleithracara maronii)

4 Min. Lesezeit
Maronibuntbarsch (Cleithracara maronii)

Bildquelle: chonlasub woravichan / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Maronibuntbarsch ist einer der friedlichsten Buntbarsche überhaupt und damit ein Segen für jedes Gesellschaftsaquarium. Sein namensgebender schwarzer Fleck in der Körpermitte, der an ein Schlüsselloch erinnert, hat ihm den englischen Namen „Keyhole Cichlid" eingebracht.

Der Maronibuntbarsch ist einer der friedlichsten Buntbarsche überhaupt und damit ein Segen für jedes Gesellschaftsaquarium. Sein namensgebender schwarzer Fleck in der Körpermitte, der an ein Schlüsselloch erinnert, hat ihm den englischen Namen „Keyhole Cichlid" eingebracht.

Steckbrief: Maronibuntbarsch (Cleithracara maronii)
Wissenschaftlicher NameCleithracara maronii
OrdnungBuntbarschartige (Cichliformes)
FamilieBuntbarsche (Cichlidae)
GattungCleithracara
Größe8–12 cm
Gewicht10–30 g
Lebenserwartung5–8 Jahre
VerbreitungGuyana und Suriname (Küstenflüsse)
LebensraumLangsam fließende Waldbäche mit dichter Vegetation
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 80 Liter
Temperatur22–26 °C
pH-Wert6,0–7,5
Wasserhärte3–15 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Der Maronibuntbarsch erreicht eine Körperlänge von 8–12 cm und besitzt einen gedrungenen, leicht hochrückigen Körper. Die Grundfärbung variiert von cremefarben über beige bis hellbraun und kann je nach Stimmung und sozialer Situation stark wechseln – gestresste Tiere zeigen oft dunkle Querstreifen, entspannte Tiere eine gleichmäßig helle Färbung.

Das charakteristischste Merkmal ist ein großer, schwarzer, schlüssellochförmiger Fleck in der oberen Körperhälfte, der vom Rücken bis zur Körpermitte reicht. Ein dunkler Augenstreifen durchzieht das Auge. Bei optimalen Bedingungen zeigen die Fische einen dezenten goldenen bis grünlichen Schimmer. Die Geschlechter sind schwer zu unterscheiden – Männchen werden etwas größer und können verlängerte Rücken- und Afterflossen-Spitzen entwickeln.

Verbreitung & Lebensraum

Der Maronibuntbarsch stammt aus dem nördlichen Südamerika und kommt in den Küstenflüssen Guyanas und Surinames vor. Sein Name leitet sich vom Maroni-Fluss ab, der die Grenze zwischen Suriname und Französisch-Guayana bildet.

Der natürliche Lebensraum sind langsam fließende, schattige Waldbäche und kleine Flüsse mit dichter Ufervegetation und einem Bodengrund aus Falllaub und Totholz. Das Wasser ist typischerweise weich bis mittelhart und leicht sauer, oft durch Huminstoffe bräunlich gefärbt. Die Fische halten sich bevorzugt in ruhigen Bereichen zwischen Wurzeln und Pflanzen auf.

Lebensweise & Verhalten

Der Maronibuntbarsch ist einer der friedlichsten und scheuesten Buntbarsche und zeigt ein ganz anderes Temperament als die meisten seiner Verwandten. Selbst während der Brutzeit verteidigt er sein Revier nur halbherzig und weicht lieber aus, als zu kämpfen – ein Verhalten, das ihm den Ruf als „Gentleman unter den Buntbarschen" eingebracht hat.

Die Fische bilden stabile Paare und zeigen eine interessante Stimmungsfärbung – bei Stress oder Angst verfärben sie sich dunkel und zeigen deutliche Querstreifen, bei Wohlbefinden sind sie gleichmäßig hell gefärbt. Der Maronibuntbarsch ist tagaktiv und relativ scheu – er zieht sich bei Störungen sofort in Verstecke zurück. In einem ruhigen, gut eingerichteten Becken zeigt er sich jedoch zunehmend zutraulich.

Ernährung

Der Maronibuntbarsch ist ein Allesfresser, der sich in der Natur von kleinen Wirbellosen, Insektenlarven, Würmern und gelegentlich pflanzlichem Material ernährt. Er durchsucht den Bodengrund und die Laubschicht nach Nahrung und nimmt auch Aufwuchs von Oberflächen auf.

Im Aquarium akzeptiert er hochwertiges Flockenfutter, Granulat und Tablettenfutter als Grundnahrung. Ergänze regelmäßig mit Lebend- und Frostfutter wie Mückenlarven, Artemia, Daphnien und kleinen Würmern. Der Maronibuntbarsch ist ein vorsichtiger Fresser, der bei hektischen Beifischen oft zu kurz kommt – achte darauf, dass er genug Futter bekommt. Gelegentliche Fütterung mit blanchierten Gemüsestücken wird ebenfalls geschätzt.

Fortpflanzung

Der Maronibuntbarsch ist ein Substratlaicher, der seine Eier bevorzugt auf glatten Steinen, Holzflächen oder der Innenseite von Höhlen ablegt. Die Paarbildung erfolgt harmonisch – ein einmal gebildetes Paar bleibt in der Regel dauerhaft zusammen.

Pro Laichvorgang werden 100–300 Eier abgelegt, die von beiden Elternteilen abwechselnd bewacht und befächelt werden. Die Larven schlüpfen nach 3–4 Tagen und werden in vorbereitete Mulden umgebettet. Nach weiteren 5–6 Tagen schwimmen die Jungfische frei und werden von beiden Eltern verteidigt – wenn auch weniger aggressiv als bei anderen Buntbarscharten. Die Jungfische können mit frisch geschlüpften Artemia-Nauplien und feinst zerriebenem Flockenfutter aufgezogen werden.

Haltung im Aquarium

Der Maronibuntbarsch benötigt ein Aquarium ab 80 Litern, das mit vielen Versteckmöglichkeiten aus Wurzeln, Steinen und Kokosnusshälften eingerichtet ist. Dichte Bepflanzung und Schwimmpflanzen für gedämpftes Licht schaffen ein ideales Ambiente. Ein dunkler, sandiger Bodengrund wird bevorzugt.

Die Wasserwerte sollten bei 22–26 °C, pH 6,0–7,5 und einer Gesamthärte von 3–15 °dGH liegen. Der Maronibuntbarsch ist der perfekte Buntbarsch für Gesellschaftsaquarien und lässt sich hervorragend mit friedlichen Salmlern, Bärblingen, Panzerwelsen und Otocinclus vergesellschaften. Halte die Fische paarweise und vermeide aggressive oder sehr lebhafte Beifische, die den scheuen Maronibuntbarsch stressen könnten. Ein ruhiges, harmonisches Becken ist der Schlüssel zu zufriedenen Maronibuntbarschen.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Maronibuntbarsch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Wildpopulationen in Guyana und Suriname gelten als stabil, da die Gewässer in seinem Verbreitungsgebiet vergleichsweise wenig von menschlicher Aktivität beeinflusst sind.

Im Aquarienhandel ist der Maronibuntbarsch gut etabliert und wird regelmäßig nachgezüchtet. Die einfache Zucht und der friedliche Charakter machen ihn zu einem beliebten Anfängerbuntbarsch, der seit Jahrzehnten fest in der Aquaristik etabliert ist. Wildfänge werden kaum noch importiert.

Quellen

  1. FishBase: Cleithracara maroniifishbase.se
  2. Seriously Fish: Cleithracara maroniiseriouslyfish.com
  3. Stawikowski, R. & Werner, U. (1998): Die Buntbarsche Amerikas, Band 1. Eugen Ulmer Verlag.
  4. Riehl, R. & Baensch, H. A. (2002): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.
  5. IUCN Red List: Cleithracara maroniiiucnredlist.org

Hat dir dieser Artikel geholfen?

Weitere Ratgeber entdecken