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Mazama-Querzahnmolch (Ambystoma gracile)

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Mazama-Querzahnmolch (Ambystoma gracile)

Bildquelle: HWall / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Mazama-Querzahnmolch, auch Nordwestlicher Querzahnmolch genannt, ist ein kräftiger Schwanzlurch des pazifischen Nordwestens Nordamerikas. Er bewohnt feuchte Nadelwälder und ist bekannt für seine Fähigkeit, bei Bedrohung ein milchig-weißes Giftsekret aus Drüsen am Kopf und Schwanz abzusondern. Einige Populationen zeigen Neotenie und bleiben dauerhaft im Larvenstadium.

Der Mazama-Querzahnmolch, auch Nordwestlicher Querzahnmolch genannt, ist ein kräftiger Schwanzlurch des pazifischen Nordwestens Nordamerikas. Er bewohnt feuchte Nadelwälder und ist bekannt für seine Fähigkeit, bei Bedrohung ein milchig-weißes Giftsekret aus Drüsen am Kopf und Schwanz abzusondern. Einige Populationen zeigen Neotenie und bleiben dauerhaft im Larvenstadium.

Steckbrief: Mazama-Querzahnmolch (Ambystoma gracile)
Wissenschaftlicher NameAmbystoma gracile
OrdnungSchwanzlurche (Urodela)
FamilieQuerzahnmolche (Ambystomatidae)
GattungAmbystoma
Größe14–22 cm
Gewicht15–35 g
Lebenserwartung10–15 Jahre
VerbreitungPazifischer Nordwesten Nordamerikas (British Columbia bis Nordkalifornien)
LebensraumFeuchte Nadelwälder, Teiche, Seen, Feuchtgebiete
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Mazama-Querzahnmolch erreicht eine Gesamtlänge von 14–22 cm und ist damit ein mittelgroßer Vertreter der Querzahnmolche. Der Körperbau ist kräftig und gedrungen mit einem breiten, rundlichen Kopf. Die Grundfarbe der Oberseite variiert von dunkelbraun über schokoladenbraun bis fast schwarz. Bei einigen Populationen sind helle Flecken oder eine hellere Marmorierung auf dem Rücken vorhanden.

Ein charakteristisches Merkmal ist die auffällige, geschwollene Parotiddrüse hinter jedem Auge, die ein milchig-weißes, giftiges Sekret produzieren kann. Die Unterseite ist heller – hellbraun bis cremefarben. Der Schwanz ist seitlich abgeflacht und etwa so lang wie der restliche Körper. Larven und neotene Adulte besitzen federartige Außenkiemen und einen breiten Flossensaum am Schwanz. Die Art zeigt in einigen Populationen fakultative Neotenie – manche Individuen durchlaufen nie die Metamorphose und bleiben zeitlebens im aquatischen Larvenstadium.

Verbreitung & Lebensraum

Der Mazama-Querzahnmolch kommt im pazifischen Nordwesten Nordamerikas vor. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich von British Columbia (Kanada) im Norden bis in den Nordwesten Kaliforniens (USA) im Süden. Er besiedelt die feuchten, küstennahen Regionen westlich der Kaskadenkette und der Coast Mountains.

Die Art bewohnt feuchte Nadelwälder – insbesondere Fichten-, Tannen- und Douglasienwälder – und ist eng an Gewässer gebunden. Als Laichhabitate dienen Teiche, Seen, Weiher und langsam fließende Bäche mit reichlich Unterwasservegetation. Außerhalb der Fortpflanzungszeit lebt der Mazama-Querzahnmolch terrestrisch unter Baumstämmen, in der Laubstreu und in Nagetierröhren. Neotene Populationen verbleiben dauerhaft in Bergseen und Teichen.

Lebensweise & Verhalten

Der Mazama-Querzahnmolch ist vorwiegend nachtaktiv und verbringt den Tag in unterirdischen Verstecken, unter morschem Holz oder in Nagetierröhren. Nach starken Regenfällen kann er auch tagsüber an der Oberfläche angetroffen werden. Die Art ist in den Regenwäldern des pazifischen Nordwestens einer der häufigsten terrestrischen Wirbeltiere.

Im Herbst und Winter (Oktober–März) wandern die Tiere zu ihren Laichgewässern. Bei Bedrohung nimmt der Mazama-Querzahnmolch eine typische Abwehrhaltung ein: Er senkt den Kopf, hebt den Schwanz und sondert aus den Parotiddrüsen und Schwanzdrüsen ein milchig-weißes, klebriges Giftsekret ab, das auf Fressfeinde abschreckend wirkt. Diese Verteidigungsstrategie ist unter den Querzahnmolchen einzigartig.

Ernährung

Der Mazama-Querzahnmolch ernährt sich von einer Vielzahl wirbelloser Tiere. An Land frisst er Regenwürmer, Schnecken, Insekten, Spinnen und Tausendfüßler. Aquatische Individuen und Larven ernähren sich von Wasserflöhen, Mückenlarven, Bachflohkrebsen, Köcherfliegenlarven und anderen Wasserinsekten.

Neotene Adulte, die dauerhaft im Wasser leben, fressen auch kleine Fische, Molchlarven anderer Arten und Froschlaich. Die Nahrungsaufnahme erfolgt durch eine schnelle Schnappbewegung des Kopfes; im Wasser wird die Beute durch Saugschnappen eingesaugt.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung findet im Herbst und Winter statt – typischerweise von Oktober bis März, was den Mazama-Querzahnmolch von den meisten anderen Querzahnmolchen unterscheidet, die im Frühjahr laichen. Die Männchen wandern zuerst zu den Laichgewässern und warten dort auf die Weibchen.

Die Balz findet im Wasser statt: Das Männchen umkreist das Weibchen und setzt eine Spermatophore am Gewässergrund ab. Das Weibchen legt 10–30 Eier in festen, kugeligen Laichballen ab, die an Pflanzen, Äste oder Steine geheftet werden. Die Eier sind von einer dicken Gallertschicht umgeben, die Schutz vor Pilzbefall und Fressfeinden bietet. Die Larvalentwicklung dauert 12–14 Monate, deutlich länger als bei vielen anderen Querzahnmolchen.

Haltung im Terrarium

Der Mazama-Querzahnmolch wird nur selten in Gefangenschaft gehalten. Für die Haltung eignet sich ein kühles, feuchtes Terrarium ab 80 × 40 cm Grundfläche mit einer dicken Schicht feuchter Walderde, Moos, Totholz und Rindenstücken als Verstecke. Ein Wasserteil sollte vorhanden sein, besonders während der Fortpflanzungszeit.

Die Temperaturen sollten kühl gehalten werden – idealerweise 10–18 °C, im Sommer keinesfalls über 22 °C. Die Luftfeuchtigkeit sollte 70–90 % betragen. Gefüttert wird mit Regenwürmern, Heimchen und Wachsmottenlarven. Da die Art in Nordamerika unter regionalem Schutz stehen kann, solltest du dich vor dem Erwerb über die geltenden Bestimmungen informieren. Die Nachzucht in Gefangenschaft ist selten dokumentiert.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Mazama-Querzahnmolch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in weiten Teilen ihres Verbreitungsgebiets noch häufig, insbesondere in den geschützten Regenwäldern des pazifischen Nordwestens. Lokale Rückgänge werden jedoch durch Abholzung, Habitatfragmentierung und den Einsatz von Pestiziden verursacht.

Der Verlust alter Waldbestände und die Trockenlegung von Feuchtgebieten stellen die größten Langzeitbedrohungen dar. In einigen US-Bundesstaaten und kanadischen Provinzen ist die Art regional geschützt. Der Chytridpilz (Batrachochytrium dendrobatidis) wurde in einigen Populationen nachgewiesen, scheint aber bislang keine gravierenden Auswirkungen zu haben.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Ambystoma gracileamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Ambystoma gracileiucnredlist.org
  3. Petranka, J. W. (1998): Salamanders of the United States and Canada. Smithsonian Institution Press.
  4. Stebbins, R. C. & McGinnis, S. M. (2012): Field Guide to Amphibians and Reptiles of California. University of California Press.
  5. Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.

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