Der Mazedonische Bergmolch ist ein großer, kräftiger Kammmolch der südlichen Balkanhalbinsel. Er wurde erst 2010 als eigenständige Art beschrieben und kommt in Nordmazedonien, Griechenland und Albanien vor. Wie alle Kammmolche beeindruckt das Männchen zur Paarungszeit mit einem imposanten gezackten Rückenkamm.
| Wissenschaftlicher Name | Triturus macedonicus |
| Ordnung | Schwanzlurche (Urodela) |
| Familie | Echte Salamander (Salamandridae) |
| Gattung | Triturus |
| Größe | 12–15 cm |
| Gewicht | 8–15 g |
| Lebenserwartung | 10–15 Jahre |
| Verbreitung | Balkanhalbinsel (Nordmazedonien, Griechenland, Albanien) |
| Lebensraum | Teiche, Tümpel, Feuchtgebiete, lichte Bergwälder |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
Beschreibung & Aussehen
Der Mazedonische Bergmolch erreicht eine Gesamtlänge von 12–15 cm und ist ein typischer Vertreter der Kammmolch-Gruppe. Die Oberseite ist dunkelbraun bis schwarz mit einer feinen hellen Sprenkelung. Die Unterseite ist leuchtend gelb bis orange mit einem individuellen Muster dunkler Flecken, das – wie bei allen Kammmolchen – zur Identifikation einzelner Tiere herangezogen werden kann.
Männchen entwickeln in der Wassertracht einen hohen, gezackten Rückenkamm, der an der Schwanzbasis deutlich eingekerbt ist. Der Schwanz trägt ein kontrastreiches Muster mit einem hellen, silbrig-weißen Band an der Seite. Weibchen sind etwas größer als Männchen, besitzen aber keinen Kamm und zeigen eine orangefarbene Linie auf der Schwanzunterseite. Die Art wurde 2010 von Wielstra & Arntzen auf Basis genetischer und morphologischer Analysen von den übrigen Kammmolchen abgetrennt.
Verbreitung & Lebensraum
Der Mazedonische Bergmolch kommt auf der südwestlichen Balkanhalbinsel vor. Sein Verbreitungsgebiet umfasst Teile Nordmazedoniens, das nordwestliche Griechenland und den östlichen Teil Albaniens. Die Art besiedelt Höhenlagen vom Tiefland bis etwa 1.500 Meter.
Als Laichgewässer bevorzugt der Mazedonische Bergmolch stehende oder langsam fließende Gewässer wie Teiche, Tümpel, Gräben und wassergefüllte Senken in Wiesen und lichten Wäldern. Die Gewässer sollten gut besonnt sein und eine reiche Unterwasservegetation aufweisen. Außerhalb der Laichzeit lebt die Art terrestrisch in lichten Berg- und Eichenwäldern, auf Wiesen und in Heckenlandschaften. Versteckplätze unter Steinen, in der Laubstreu und unter morschem Holz sind wichtig.
Lebensweise & Verhalten
Der Mazedonische Bergmolch führt eine typische amphibische Lebensweise. Im Frühjahr (März–Mai) wandern die Tiere zu ihren Laichgewässern, wo sie die nächsten 2–4 Monate verbringen. In dieser Zeit sind die Männchen mit ihrem prächtigen Kamm besonders auffällig und zeigen ein eindrucksvolles Balzverhalten.
Außerhalb der Fortpflanzungszeit lebt der Mazedonische Bergmolch überwiegend an Land und ist dämmerungs- bis nachtaktiv. Tagsüber versteckt er sich unter Steinen, Baumstämmen und in der Laubstreu. Die Winterruhe dauert von November bis Februar und wird in frostfreien Verstecken an Land verbracht. Über die spezifische Ökologie dieser erst kürzlich beschriebenen Art ist noch vieles unbekannt.
Ernährung
Die Ernährung des Mazedonischen Bergmolchs entspricht der anderer Kammmolcharten. Im Wasser frisst er Mückenlarven, Wasserflöhe, Bachflohkrebse, kleine Schnecken und Würmer. Gelegentlich werden auch Eier und Larven anderer Amphibien erbeutet. An Land stehen Regenwürmer, Nacktschnecken, Spinnen und Insekten auf dem Speiseplan.
Die Beute wird visuell geortet und mit einer schnellen Kopfbewegung erbeutet. Im Wasser wird die Saugschnapp-Technik eingesetzt. Larven ernähren sich von Kleinstlebewesen wie Wasserflöhen und Hüpferlingen und werden mit zunehmendem Wachstum zu aktiven Jägern.
Fortpflanzung
Die Fortpflanzung findet von März bis Juni statt. Das Männchen führt das für Kammmolche typische, elaborate Balzritual durch: Es richtet den gezackten Kamm auf, stellt sich seitlich vor das Weibchen, knickt den Schwanz seitlich ab und erzeugt durch rhythmische Wellenbewegungen einen Pheromonstrom in Richtung des Weibchens.
Nach erfolgreicher Balz setzt das Männchen eine Spermatophore am Gewässergrund ab, die das Weibchen mit der Kloake aufnimmt. Das Weibchen legt 200–300 Eier einzeln an Blätter von Wasserpflanzen und faltet die Blätter zum Schutz um. Die Larven schlüpfen nach 2–3 Wochen und entwickeln sich innerhalb von 3–4 Monaten zu Jungtieren. Die Geschlechtsreife wird nach 2–3 Jahren erreicht.
Haltung im Aquarium
Der Mazedonische Bergmolch kann in einem Aquaterrarium gehalten werden, sofern er aus legaler Nachzucht stammt. Ein Becken ab 80 × 40 cm Grundfläche mit einem Wasserstand von 20–30 cm und einem Landteil eignet sich für ein Paar. Die Wassertemperatur sollte 16–20 °C betragen, im Sommer nicht dauerhaft über 22 °C.
Die Einrichtung sollte reichlich Wasserpflanzen, Steine und Wurzeln als Verstecke enthalten. Der Landteil kann aus feuchtem Moos, Laubstreu und Korkrinde bestehen. Gefüttert wird mit lebenden oder aufgetauten Mückenlarven, Regenwürmern und Enchyträen. Eine Winterruhe bei 4–8 °C über 2–3 Monate ist für die Gesundheit und Fortpflanzungsbereitschaft wichtig. Aufgrund der erst kürzlichen Artbeschreibung ist die Art im Handel äußerst selten erhältlich.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Mazedonische Bergmolch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Da die Art erst 2010 als eigenständige Spezies beschrieben wurde, sind Langzeitdaten zur Bestandsentwicklung noch begrenzt. Lokale Bedrohungen umfassen den Verlust geeigneter Laichgewässer, intensive Landwirtschaft und die Verschmutzung von Gewässern.
In seinen Herkunftsländern ist die Art durch nationale und europäische Naturschutzgesetze geschützt. Die FFH-Richtlinie der EU erstreckt sich auf alle Kammmolcharten. Der Salamanderfresserpilz Bsal ist eine potenzielle Bedrohung, die bisher auf dem Balkan noch nicht dokumentiert wurde, aber eine ernste Gefahr darstellen könnte. Die weitere Erforschung der Ökologie und Verbreitung dieser Art ist für ihren langfristigen Schutz essenziell.
Quellen
- AmphibiaWeb: Triturus macedonicus – amphibiaweb.org
- IUCN Red List: Triturus macedonicus – iucnredlist.org
- Wielstra, B. & Arntzen, J. W. (2010): Unraveling the rapid radiation of crested newts (Triturus cristatus superspecies) using complete mitogenomic sequences. BMC Evolutionary Biology, 11, 162.
- Sparreboom, M. (2014): Salamanders of the Old World. KNNV Publishing.
- Raffaëlli, J. (2013): Les Urodèles du monde. 2nd Edition. Penclen Édition.
