Die Messingbarbe, auch Goldbarbe genannt, ist ein robuster und farbenfroher Schwarmfisch aus China und Vietnam. Die goldgelbe Zuchtform ist weitaus populärer als die olivgrüne Wildform und gehört zu den pflegeleichtesten Barben in der Aquaristik – ideal für Anfänger und unbeheizte Aquarien.
| Wissenschaftlicher Name | Puntius semifasciolatus |
| Ordnung | Karpfenartige (Cypriniformes) |
| Familie | Karpfenfische (Cyprinidae) |
| Gattung | Puntius |
| Größe | 5–7 cm |
| Gewicht | 3–8 g |
| Lebenserwartung | 5–7 Jahre |
| Verbreitung | China und Vietnam (Südostchina) |
| Lebensraum | Langsam fließende Bäche, Flüsse und Teiche |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
| Aquarium | ab 80 Liter |
| Temperatur | 18–24 °C |
| pH-Wert | 6,0–8,0 |
| Wasserhärte | 5–20 °dGH |
Beschreibung & Aussehen
Die Messingbarbe erreicht eine Körperlänge von 5–7 cm und besitzt einen kräftigen, leicht hochrückigen Körper. Die Wildform zeigt eine olivgrüne bis bronzefarbene Grundfärbung mit mehreren dunklen vertikalen Streifen oder Flecken auf der Körperseite. Die im Handel weit verbreitete und wesentlich populärere Zuchtform, die „Goldbarbe", zeigt dagegen eine leuchtend goldgelbe bis orangegelbe Färbung.
Bei der Goldform können die dunklen Streifen noch schwach erkennbar sein oder völlig fehlen. Männchen der Goldform sind intensiver gefärbt als Weibchen und zeigen zur Laichzeit eine besonders leuchtende Orange- bis Rotfärbung auf der Unterseite und den Flossen. Weibchen sind etwas größer und fülliger. Es existieren auch weitere Zuchtformen mit verstärkten roten Anteilen.
Verbreitung & Lebensraum
Die Messingbarbe stammt ursprünglich aus Südostchina und Nordvietnam, wo sie in den Flusssystemen des Roten Flusses, des Pearl River und angrenzender Gewässer vorkommt. Durch den Menschen wurde sie in verschiedene tropische und subtropische Regionen eingeführt, darunter Hawaii, Singapur und Australien.
Der natürliche Lebensraum umfasst langsam fließende Bäche, Flüsse, Teiche und Bewässerungskanäle mit sandigem oder schlammigem Boden und mäßiger Vegetation. Die Gewässer können sowohl klar als auch trüb sein. Als subtropische Art toleriert die Messingbarbe ein breites Temperaturspektrum und kommt auch in relativ kühlen Gewässern vor – ein Vorteil für die Aquarienhaltung.
Lebensweise & Verhalten
Die Messingbarbe ist ein friedlicher, geselliger Schwarmfisch, der sich in Gruppen von mehreren Dutzend Tieren zusammenfindet. Im Aquarium zeigt sie ein lebhaftes Schwimmverhalten und nutzt alle Wasserschichten, bevorzugt aber die unteren und mittleren Bereiche des Beckens.
Männchen zeigen ein faszinierendes Balzverhalten mit intensiver Farbsteigerung und Verfolgungsjagden. Die Fische sind robust, anpassungsfähig und stressresistent, was sie zu idealen Anfängerfischen macht. Sie sind tagaktiv und zeigen ein aktives Gründelverhalten, bei dem sie den Bodengrund nach Nahrung durchsuchen. Im Gegensatz zu manchen anderen Barbenarten ist die Messingbarbe ein ausgesprochen friedlicher Aquarienbewohner.
Ernährung
Die Messingbarbe ist ein unkomplizierter Allesfresser, der in der Natur Algen, Pflanzenteile, kleine Insektenlarven, Würmer, Krebstierchen und organische Partikel vom Bodengrund aufnimmt. Sie ist ein Generalist, der sich an fast jede Nahrungsquelle anpassen kann.
Im Aquarium akzeptiert sie sämtliche handelsüblichen Futtersorten – Flockenfutter, Granulat, Tablettenfutter sowie Lebend- und Frostfutter wie Artemia, Daphnien, Mückenlarven und Tubifex. Ergänze den Speiseplan gelegentlich mit pflanzlichem Futter wie blanchierten Erbsen, Spinat oder Spirulina-Flocken. Eine abwechslungsreiche Ernährung fördert die leuchtende Goldfärbung. Füttere zwei- bis dreimal täglich in moderaten Mengen.
Fortpflanzung
Die Zucht der Messingbarbe ist einfach und gelingt auch Anfängern. Die Fische sind Freilaicher, die ihre Eier bevorzugt zwischen feinfiedrigen Pflanzen oder über Javamoos absetzen. Die Paarung wird durch erhöhte Temperaturen (24–26 °C), Frischwasserzufuhr und intensive Fütterung mit Lebendfutter stimuliert.
Das Männchen treibt das Weibchen durch die Vegetation, wobei bei jeder Umschlingung einige Eier und Spermien abgegeben werden. Pro Laichvorgang werden 200–500 leicht klebrige Eier produziert. Da die Eltern starke Laichräuber sind, sollten sie nach dem Ablaichen entfernt werden. Die Larven schlüpfen bei 24 °C nach 24–48 Stunden und können nach dem Aufzehren des Dottersacks mit Infusorien und Artemia-Nauplien gefüttert werden. Das Wachstum ist schnell und gleichmäßig.
Haltung im Aquarium
Die Messingbarbe benötigt ein Aquarium ab 80 Litern mit einer Bepflanzung an den Rändern und ausreichend freiem Schwimmraum in der Mitte. Der Bodengrund kann aus Sand oder feinem Kies bestehen. Wurzeln und Steine bieten Strukturierung, sollten aber genug Freiraum lassen.
Halte die Tiere in einer Gruppe von mindestens 6–8 Exemplaren bei Temperaturen von 18–24 °C – die Messingbarbe ist ein hervorragender Kandidat für unbeheizte Zimmeraquarien und verträgt auch kurzfristige Temperaturabsenkungen bis 16 °C. Die Wasserwerte sind unkritisch (pH 6,0–8,0, GH 5–20 °dGH). Die Vergesellschaftung mit anderen friedlichen Fischen wie Panzerwelsen, Salmlern, Bärblingen und Schmerlen gelingt problemlos. Die Messingbarbe ist einer der vielseitigsten und pflegeleichtesten Aquarienfische überhaupt.
Gefährdung & Schutzstatus
Die Messingbarbe wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Wildpopulationen in China und Vietnam gelten als stabil. In einigen Regionen, in die sie eingeführt wurde (z. B. Hawaii), gilt sie jedoch als invasive Art, die mit einheimischen Fischarten konkurrieren kann.
Im Aquarienhandel ist die Goldform der Messingbarbe einer der meistverkauften Aquarienfische weltweit und wird ausschließlich aus Nachzuchten angeboten. Die enorme Zuchtpopulation hat keinerlei negativen Einfluss auf die Wildbestände. Die Art ist seit über 100 Jahren in der Aquaristik etabliert und wird es aufgrund ihrer Robustheit und Farbenpracht auch in Zukunft bleiben.
Quellen
- FishBase: Puntius semifasciolatus – fishbase.se
- Seriously Fish: Puntius semifasciolatus – seriouslyfish.com
- Kottelat, M. (2013): The Fishes of the Inland Waters of Southeast Asia. Raffles Bulletin of Zoology, Supplement 27.
- Riehl, R. & Baensch, H. A. (2002): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.
- IUCN Red List: Puntius semifasciolatus – iucnredlist.org
