Der Mittelmeer-Laubfrosch ist ein kleiner, leuchtend grüner Laubfrosch des westlichen Mittelmeerraums. Er ähnelt dem europäischen Laubfrosch, unterscheidet sich aber durch einen kürzeren Seitenstreifen und einen abweichenden Ruf. Die Art kommt in Südfrankreich, auf der Iberischen Halbinsel, in Nordwestafrika und auf den Kanarischen Inseln vor.
| Wissenschaftlicher Name | Hyla meridionalis |
| Ordnung | Froschlurche (Anura) |
| Familie | Hylidae |
| Gattung | Hyla |
| Größe | 3–5 cm |
| Gewicht | 5–10 g |
| Lebenserwartung | 5–8 Jahre |
| Verbreitung | Südwesteuropa, Nordwestafrika, Kanarische Inseln |
| Lebensraum | Feuchtgebiete, Gärten, Hecken, Schilfzonen |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
Beschreibung & Aussehen
Der Mittelmeer-Laubfrosch ist ein kleiner, zierlicher Frosch mit einer Körperlänge von 3–5 cm. Die Oberseite ist einfarbig leuchtend grün, gelegentlich auch bräunlich oder gelblich – eine Farbänderung, die von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Stimmung abhängt. Die Unterseite ist weißlich bis gelblich und grenzt sich durch eine dunkle Linie von der grünen Oberseite ab.
Im Unterschied zum verwandten Europäischen Laubfrosch (Hyla arborea) reicht der dunkle Seitenstreifen beim Mittelmeer-Laubfrosch nur bis zur Schulter und erstreckt sich nicht über die Flanke. Die Augen sind groß mit einer goldenen Iris. Die Finger und Zehen tragen gut entwickelte Haftscheiben, die dem Frosch das Klettern auf glatten Blättern und Stielen ermöglichen.
Verbreitung & Lebensraum
Der Mittelmeer-Laubfrosch kommt in Südwesteuropa (Südfrankreich, Iberische Halbinsel, Nordwestitalien), Nordwestafrika (Marokko, Algerien, Tunesien) und auf den Kanarischen Inseln vor. Auf Madeira und den Azoren wurde er eingeführt. In Frankreich überlappt sein Verbreitungsgebiet teilweise mit dem des Europäischen Laubfroschs.
Er bewohnt offene bis halboffene Landschaften in der Nähe von stehenden Gewässern – Hecken, Schilfzonen, Gärten, Weinberge und Feuchtwiesen. Als wärmeliebende Art bevorzugt er mediterrane Klimabedingungen mit milden Wintern und warmen, trockenen Sommern. Zur Laichzeit nutzt er verschiedene stehende Gewässer wie Teiche, Gräben und temporäre Tümpel.
Lebensweise & Verhalten
Der Mittelmeer-Laubfrosch ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, sonnt sich aber gerne tagsüber auf Blättern und Ästen. Er ist ein ausgezeichneter Kletterer und verbringt den Großteil seiner Zeit in der Vegetation – auf Sträuchern, Hecken, Rohrkolben und anderen Pflanzen.
In den wärmeren Teilen seines Verbreitungsgebiets kann er fast ganzjährig aktiv sein, während er in kühleren Regionen eine kurze Winterruhe hält. Die Männchen sind für ihren lauten, rhythmischen Ruf bekannt, der in warmen Frühlingsnächten weit zu hören ist und ganze Chorgemeinschaften bildet.
Ernährung
Der Mittelmeer-Laubfrosch ernährt sich von kleinen Insekten und Wirbellosen, die er in der Vegetation erbeutet. Fliegen, Mücken, kleine Käfer, Spinnen und Blattläuse gehören zu seiner Hauptnahrung. Er jagt von Blättern und Ästen aus und fängt seine Beute mit der klebrigen Zunge.
Kaulquappen ernähren sich filtrierend von Algen und organischem Material im Wasser. In der Terrarienhaltung eignen sich kleine Grillen, Fruchtfliegen und Blattläuse als Futter.
Fortpflanzung
Die Paarungszeit erstreckt sich von Februar bis Mai, je nach Region. Die Männchen versammeln sich an stehenden Gewässern und rufen lautstark aus der Ufervegetation oder dem Wasser heraus. Der Ruf ist ein einsilbiges, rhythmisches „Rrääp", das sich vom zweisilbigen Ruf des Europäischen Laubfroschs unterscheidet.
Das Weibchen legt 200–1.000 Eier in kleinen Klumpen an Wasserpflanzen ab. Die Kaulquappen schlüpfen nach wenigen Tagen und entwickeln sich über 2–3 Monate. In warmen Klimazonen verläuft die Entwicklung schneller. Die Jungfrösche sind bei der Metamorphose etwa 1,5 cm groß und klettern bald nach dem Landgang in die umgebende Vegetation.
Haltung im Terrarium
Der Mittelmeer-Laubfrosch eignet sich gut für die Terrarienhaltung in einem hohen, bepflanzten Terrarium ab 50 × 40 × 60 cm (L × B × H) für ein kleines Paar. Die Einrichtung sollte viele Kletterpflanzen, Äste, eine Bepflanzung mit mediterranen oder tropischen Pflanzen und ein flaches Wasserbecken umfassen.
Die Temperatur sollte tagsüber bei 22–26 °C liegen, nachts um 16–18 °C. Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 50–70 % gehalten werden, etwas niedriger als bei tropischen Laubfröschen. Eine Winterruhe bei 8–12 °C über 2–3 Monate fördert die Gesundheit und stimuliert die Fortpflanzung. Die Art ist in Europa unter Artenschutz, daher dürfen nur Nachzuchten gehalten werden.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Mittelmeer-Laubfrosch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in vielen Teilen ihres Verbreitungsgebiets häufig und die Populationen gelten als stabil.
Lokale Bedrohungen bestehen durch den Verlust von Feuchtlebensräumen, Pestizideinsatz in der Landwirtschaft, Urbanisierung und den Klimawandel, der zu zunehmender Trockenheit im Mittelmeerraum führt. Die Art ist durch die europäische Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (Anhang IV) und die Berner Konvention geschützt.
Quellen
- AmphibiaWeb: Hyla meridionalis – amphibiaweb.org
- IUCN Red List: Hyla meridionalis – iucnredlist.org
- Pleguezuelos, J. M., Márquez, R. & Lizana, M. (2002): Atlas y Libro Rojo de los Anfibios y Reptiles de España. Ministerio de Medio Ambiente.
- Nöllert, A. & Nöllert, C. (1992): Die Amphibien Europas. Franckh-Kosmos Verlag.
- Arnold, E. N. & Ovenden, D. W. (2002): A Field Guide to the Reptiles and Amphibians of Britain and Europe. HarperCollins.
