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Molche im Aquarium: Arten und Ansprüche

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Molche im Aquarium: Arten und Ansprüche

Zusammenfassung

Molche gehören zu den faszinierendsten Amphibien für die Aquarienhaltung. Dieser Ratgeber stellt dir die beliebtesten Molcharten für das Aquarium vor und erklärt, welche Ansprüche sie an Wasser, Temperatur und Einrichtung stellen.

Geeignete Molcharten für das Aquarium

Nicht alle Molcharten eignen sich für die Haltung im Aquarium. Die besten Kandidaten sind Arten, die einen großen Teil ihres Lebens im Wasser verbringen oder sogar ganzjährig aquatisch leben. Zu den beliebtesten Aquarienmolchen gehören der Feuerbauchmolch (Cynops pyrrhogaster), der Iberische Rippenmolch (Pleurodeles waltl), der Axolotl (Ambystoma mexicanum) und verschiedene Cynops-Arten wie der Goldstaubmolch (Cynops ensicauda popei).

Bei der Auswahl solltest du beachten, dass europäische Molcharten wie der Bergmolch, der Kammmolch und der Teichmolch unter strengem Naturschutz stehen. Nur legal erworbene Nachzuchten oder nicht geschützte exotische Arten dürfen gehalten werden. Informiere dich vor dem Kauf immer über die geltenden Artenschutzbestimmungen.

Einige Arten wie der Rippenmolch sind besonders robust und eignen sich gut für Einsteiger, während andere wie der Kaisermolch (Neurergus kaiseri) hohe Ansprüche stellen und nur von erfahrenen Haltern gepflegt werden sollten.

Einrichtung des Molchaquariums

Die richtige Einrichtung ist entscheidend für das Wohlbefinden deiner Molche. Die meisten Arten benötigen ein Aquaterrarium mit einem Wasser- und einem Landteil. Der Wasserstand sollte je nach Art zwischen 15 und 30 cm betragen. Vollständig aquatische Arten wie der Axolotl können in einem reinen Aquarium ohne Landteil gehalten werden.

Der Bodengrund sollte aus feinem Sand oder abgerundeten Kieseln bestehen – scharfkantiger Kies kann die empfindliche Haut der Molche verletzen. Reichlich Wasserpflanzen wie Javamoos, Hornkraut und Wasserpest bieten Versteckmöglichkeiten und dienen den Weibchen zum Anheften der Eier. Wurzeln, Steine und Kokosnusshälften ergänzen die Einrichtung als Versteckplätze.

Der Landteil kann aus einem schräg eingebrachten Korkrindenplateau, einer Moosinsel oder einem aufgeschütteten Kiesbereich bestehen. Achte darauf, dass die Molche problemlos zwischen Wasser- und Landteil wechseln können. Eine sichere Abdeckung des Aquariums ist unerlässlich, da Molche geschickte Ausbruchskünstler sind.

Wasserqualität und Temperatur

Die meisten Molcharten bevorzugen kühles, sauberes Wasser. Die optimale Wassertemperatur liegt für die meisten Arten zwischen 15 und 20 °C – deutlich kühler als bei tropischen Fischen. Im Sommer kann ein Aquarienkühler oder ein kühler Standort im Keller nötig sein, da Temperaturen über 24 °C für viele Molcharten stressig oder sogar tödlich sind.

Der pH-Wert sollte zwischen 6,5 und 7,5 liegen, die Gesamthärte bei 5–15 °dGH. Regelmäßige Wasserwechsel von 20–30 % pro Woche halten die Wasserqualität hoch. Ein leistungsfähiger Filter mit geringer Strömung ist empfehlenswert – Molche mögen keine starke Wasserbewegung. Achte darauf, dass der Filtereinlass mit einem feinen Gitter gesichert ist, damit keine Molchlarven eingesaugt werden.

Fütterung im Aquarium

Molche sind Fleischfresser und benötigen proteinreiches Futter. Im Aquarium eignen sich lebende oder aufgetaute Mückenlarven (rote und schwarze), Tubifex, Enchyträen, Bachflohkrebse und kleine Regenwürmer als Hauptfutter. Einige Arten nehmen auch hochwertige Pellets für Amphibien an, wenn sie daran gewöhnt werden.

Füttere deine Molche 2–3 Mal pro Woche und nur so viel, wie sie innerhalb von 10–15 Minuten fressen. Überfütterung belastet die Wasserqualität und kann zu Verfettung führen. Jungmolche und Larven sollten häufiger gefüttert werden – täglich mit frisch geschlüpften Artemia-Nauplien, feinen Cyclops oder Mikrowürmern.

Abwechslung ist wichtig für eine ausgewogene Ernährung. Wechsle regelmäßig zwischen verschiedenen Futterarten und ergänze gelegentlich mit Vitamin- und Kalziumpräparaten, die du über das Futter stäuben kannst.

Vergesellschaftung mit anderen Tieren

Die Vergesellschaftung von Molchen mit Fischen ist grundsätzlich problematisch. Fische fressen Molchlaich und -larven, und aktive Fische können die ruhigen Molche stressen. Große Fische können zudem die Molche selbst verletzen oder fressen. Die meisten erfahrenen Halter empfehlen eine artreine Haltung.

Wenn du Molche vergesellschaften möchtest, eignen sich am ehesten friedliche, langsame Fische, die ähnliche Temperaturansprüche haben – etwa Elritzen oder Bitterlinge. Garnelen und Schnecken können als Reinigungstrupp eingesetzt werden, wobei kleine Garnelen von größeren Molcharten gefressen werden könnten.

Die gemeinsame Haltung verschiedener Molcharten ist nur bei ähnlichen Größen- und Temperaturansprüchen möglich. Mische niemals europäische und asiatische Arten, da sie unterschiedliche Krankheitserreger tragen können, gegen die die jeweils andere Art nicht immun ist.

Gesundheit und Pflege

Gesunde Molche sind aktiv (besonders in der Dämmerung und nachts), fressen regelmäßig und haben eine klare, intakte Haut. Anzeichen für Krankheiten sind Appetitlosigkeit, Hautveränderungen (Geschwüre, Pilzbefall, Verfärbungen), aufgeblähter Körper und apathisches Verhalten.

Der gefürchtete Salamanderfresserpilz Bsal (Batrachochytrium salamandrivorans) ist eine ernstzunehmende Bedrohung für Molche. Achte beim Kauf auf Quarantäne und erwerbe Tiere nur aus vertrauenswürdigen Quellen. Neue Tiere sollten mindestens 6 Wochen separat gehalten und beobachtet werden, bevor sie zu bestehenden Gruppen gesetzt werden.

Regelmäßige Wasserwechsel, eine angemessene Filterung und die Vermeidung von Stressfaktoren (hohe Temperaturen, aggressive Mitbewohner, grelle Beleuchtung) sind die wichtigsten Maßnahmen zur Gesunderhaltung deiner Molche.

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