Der Mole-Salamander ist ein gedrungener, unterirdisch lebender Salamander der südöstlichen USA. Er verbringt den Großteil seines Lebens in Erdgängen und unter verrottendem Holz. Bemerkenswert ist seine Fähigkeit zur fakultativen Neotenie – manche Populationen behalten zeitlebens ihre Kiemen und bleiben aquatisch.
| Wissenschaftlicher Name | Ambystoma talpoideum |
| Ordnung | Schwanzlurche (Caudata) |
| Familie | Querzahnmolche (Ambystomatidae) |
| Gattung | Ambystoma |
| Größe | 8–12 cm |
| Gewicht | 5–15 g |
| Lebenserwartung | 4–10 Jahre |
| Verbreitung | Südöstliche USA (Virginia bis Texas) |
| Lebensraum | Laubwälder, Feuchtgebiete, fossorial (unterirdisch) |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
Beschreibung & Aussehen
Der Mole-Salamander ist ein kompakter, kräftiger Salamander mit einer Gesamtlänge von 8–12 cm. Der Kopf ist auffallend groß und breit im Verhältnis zum gedrungenen Körper – eine Anpassung an seine grabende Lebensweise. Die Grundfarbe ist graubraun bis dunkelbraun mit variablen hellen Flecken oder Sprenkeln auf dem Rücken und den Flanken.
Die Beine sind kurz und kräftig mit breiten, schaufelförmigen Füßen, die zum Graben geeignet sind. Der Schwanz ist relativ kurz und seitlich abgeflacht. Neotene Individuen, die im Wasser verbleiben, behalten ihre äußeren Kiemenbüschel und entwickeln einen deutlich breiteren, seitlich abgeflachten Schwanzflossensaum. Metamorphosierte Tiere sind dunkler und haben eine trockenere Haut.
Verbreitung & Lebensraum
Der Mole-Salamander kommt in den südöstlichen USA vor, mit einem Verbreitungsgebiet von Virginia und South Carolina im Osten über Georgia und Alabama bis nach Louisiana und East Texas im Westen. Isolierte Populationen finden sich auch in Illinois und Oklahoma.
Als Lebensraum bevorzugt die Art Laubwälder in der Nähe von temporären oder permanenten Feuchtgebieten. Du findest ihn häufig in Kiefern-Eichen-Mischwäldern der Küstenebene. Die Tiere leben unterirdisch (fossorial) in Erdgängen, die sie selbst graben oder von kleinen Säugetieren übernehmen. Zur Fortpflanzung wandern sie zu flachen, oft temporären Gewässern wie Waldtümpeln, überfluteten Senken und Sumpfgebieten.
Lebensweise & Verhalten
Der Mole-Salamander führt ein überwiegend unterirdisches, verborgenes Leben. Er ist nachtaktiv und kommt nur bei Regen und zur Fortpflanzungszeit an die Oberfläche. Den Großteil des Jahres verbringt er in Erdgängen, unter verrottenden Baumstümpfen oder in Kleinsäugerbauten, wo er vor Austrocknung geschützt ist.
Eine besondere Eigenschaft dieser Art ist die fakultative Neotenie: In manchen Populationen – besonders in permanenten Gewässern – behalten die Tiere zeitlebens ihre larvalen Merkmale wie äußere Kiemen und den aquatischen Habitus, erreichen aber dennoch die Geschlechtsreife. In temporären Gewässern metamorphosieren sie dagegen regulär. Dieses Phänomen macht die Art zu einem wichtigen Forschungsobjekt in der Entwicklungsbiologie.
Ernährung
Metamorphosierte Mole-Salamander ernähren sich von einer Vielzahl bodenlebender Wirbelloser. Auf dem Speiseplan stehen Regenwürmer, Insektenlarven, kleine Käfer, Spinnen, Asseln und Schnecken. Die Jagd findet unterirdisch in Erdgängen oder nachts an der Oberfläche bei feuchter Witterung statt.
Neotene, aquatische Individuen fressen Wasserinsektenlarven, Kleinkrebse, Zooplankton und kleine Würmer. Larven ernähren sich zunächst von Zooplankton und gehen mit zunehmender Größe zu größerer Beute wie Mückenlarven und Kleinkrebsen über. Bei hoher Larvendichte kann Kannibalismus auftreten.
Fortpflanzung
Die Fortpflanzungszeit fällt in den Spätherbst bis Frühwinter (Oktober–Januar), ausgelöst durch starke Regenfälle. Die Tiere wandern nachts zu flachen Gewässern, wo die Paarung im Wasser stattfindet. Das Männchen setzt ein Spermatophor auf dem Gewässerboden ab, das vom Weibchen aufgenommen wird.
Das Weibchen legt 200–500 Eier einzeln oder in kleinen Gruppen an Wasserpflanzen, Äste und Blätter im Wasser ab. Die Eier schlüpfen nach 2–3 Wochen. Die Larvalentwicklung dauert 2–4 Monate, kann aber in permanenten Gewässern auch deutlich länger dauern oder gar nicht abgeschlossen werden (Neotenie). Die Geschlechtsreife erreichen metamorphosierte Tiere nach 1–2 Jahren.
Haltung im Terrarium
Der Mole-Salamander kann im Terrarium gehalten werden. Für metamorphosierte Tiere eignet sich ein Terrarium ab 60 × 30 × 30 cm mit einer tiefen Schicht (mindestens 10 cm) lockerer, feuchter Erde oder Kokoshumus zum Graben. Verstecke aus Korkrinde, flachen Steinen und Totholz sind wichtig. Ein kleiner Wasserteil sollte vorhanden sein.
Neotene Individuen benötigen ein Aquarium mit sauberem, kühlem Wasser (15–22 °C), Verstecken aus Steinen und Pflanzen und einer guten Filterung. Für beide Haltungsformen gilt: Die Temperatur sollte 22 °C nicht dauerhaft übersteigen. Gefüttert werden terrestrische Tiere mit Regenwürmern, Heimchen und Asseln, aquatische mit Mückenlarven, Bachflohkrebsen und Regenwurmstücken.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Mole-Salamander wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Bestände sind insgesamt stabil, lokal jedoch durch Entwässerung von Feuchtgebieten, Waldrodung und die Fragmentierung der Landschaft rückläufig. Die Abhängigkeit von temporären Gewässern zur Fortpflanzung macht die Art anfällig für Landnutzungsänderungen.
Der Erhalt von Waldgebieten mit temporären Feuchtgebieten und Gewässern ist entscheidend für den Schutz der Art. In einigen Bundesstaaten werden Schutzmaßnahmen für saisonale Feuchtgebiete durchgeführt, die auch dem Mole-Salamander zugutekommen.
Quellen
- AmphibiaWeb: Ambystoma talpoideum – amphibiaweb.org
- IUCN Red List: Ambystoma talpoideum – iucnredlist.org
- Petranka, J. W. (1998): Salamanders of the United States and Canada. Smithsonian Institution Press.
- Conant, R. & Collins, J. T. (1998): Reptiles and Amphibians: Eastern/Central North America. Houghton Mifflin.
- Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.
