Der Molly gehört zu den beliebtesten lebendgebärenden Aquarienfischen weltweit. Dank seiner Farbvielfalt, einfachen Zucht und Robustheit ist er sowohl für Anfänger als auch für erfahrene Aquarianer ein geschätzter Pflegling.
| Wissenschaftlicher Name | Poecilia sphenops |
| Ordnung | Zahnkärpflinge (Cyprinodontiformes) |
| Familie | Lebendgebärende Zahnkarpfen (Poeciliidae) |
| Gattung | Poecilia |
| Größe | 6–10 cm |
| Gewicht | 5–15 g |
| Lebenserwartung | 3–5 Jahre |
| Verbreitung | Mittel- und Südamerika (Mexiko bis Kolumbien) |
| Lebensraum | Küstennahe Süß- und Brackwassergewässer, Flüsse, Lagunen |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
| Aquarium | ab 80 Liter |
| Temperatur | 24–28 °C |
| pH-Wert | 7,0–8,5 |
| Wasserhärte | 10–30 °dGH |
Beschreibung & Aussehen
Der Molly erreicht eine Körperlänge von 6–10 cm, wobei Weibchen in der Regel größer werden als Männchen. Die Wildform zeigt eine silbergraue bis olivfarbene Grundfärbung mit kleinen dunklen Flecken. Durch gezielte Zucht entstanden jedoch zahlreiche Farbvarianten, darunter der beliebte Black Molly (komplett schwarz), der Gold Molly, der Dalmatiner Molly (weiß mit schwarzen Flecken) und viele weitere.
Männchen sind schlanker als Weibchen und besitzen ein Gonopodium – eine zum Begattungsorgan umgewandelte Afterflosse, die für alle lebendgebärenden Zahnkarpfen typisch ist. Weibchen sind fülliger und zeigen besonders während der Trächtigkeit einen deutlich gerundeten Bauch. Die Rückenflosse ist bei manchen Zuchtformen vergrößert (Segelflossen-Molly).
Verbreitung & Lebensraum
Die Wildform des Mollys stammt aus den küstennahen Gewässern Mittelamerikas, von Mexiko über Guatemala und Honduras bis nach Kolumbien und Venezuela. Du findest ihn sowohl in reinen Süßwasserflüssen als auch in Brackwasserlagunen und sogar in Küstengewässern mit erhöhtem Salzgehalt.
Diese natürliche Toleranz gegenüber unterschiedlichen Salzgehalten macht den Molly zu einem besonders anpassungsfähigen Fisch. In seinem Heimatgebiet bewohnt er flache, warme Gewässer mit dichter Vegetation und schlammigem oder sandigem Grund. Verwilderte Populationen haben sich inzwischen in vielen tropischen und subtropischen Regionen weltweit etabliert.
Lebensweise & Verhalten
Mollys sind gesellige, lebhafte Fische, die am besten in Gruppen von mindestens fünf bis sechs Tieren gehalten werden. Dabei solltest du auf ein Verhältnis von einem Männchen auf zwei bis drei Weibchen achten, da die Männchen die Weibchen intensiv umwerben und stressen können.
Im Aquarium schwimmen Mollys vorwiegend in der mittleren und oberen Wasserzone. Sie sind tagaktiv und zeigen ein interessantes Sozialverhalten mit einer lockeren Rangordnung unter den Männchen. Trotz gelegentlicher Rivalitäten zwischen Männchen gelten Mollys als friedliche Gesellschaftsfische, die sich gut mit anderen nicht-aggressiven Arten vertragen.
Ernährung
Der Molly ist ein Allesfresser mit einem hohen Anteil pflanzlicher Nahrung auf dem Speiseplan. In der Natur frisst er Algenaufwuchs, Pflanzenteile, kleine Wirbellose und Insektenlarven. Im Aquarium solltest du ihm daher neben hochwertigem Flockenfutter auch regelmäßig pflanzliche Kost wie Spirulina-Flocken, blanchiertes Gemüse (Zucchini, Gurke) und Algentabs anbieten.
Ergänze den Speiseplan mit Lebend- oder Frostfutter wie Artemia, Daphnien und Mückenlarven. Eine ausgewogene Ernährung mit hohem Pflanzenfaseranteil beugt Verdauungsproblemen vor und fördert die Farbintensität. Mollys knabbern gerne an Algenbelägen im Aquarium und helfen so bei der Algenkontrolle.
Fortpflanzung
Als lebendgebärender Zahnkarpfen bringt der Molly vollständig entwickelte Jungfische zur Welt. Die Tragzeit beträgt etwa 4–6 Wochen, und ein Weibchen kann alle 30–40 Tage 20–100 Jungfische gebären. Bemerkenswert ist, dass Weibchen Spermien speichern und damit mehrere Würfe ohne erneute Befruchtung produzieren können.
Die Jungfische sind bei der Geburt etwa 1 cm groß und sofort schwimmfähig. In Gesellschaftsbecken solltest du dichte Pflanzenbestände wie Javamoos oder Schwimmpflanzen bieten, damit die Jungen Deckung finden – andernfalls werden sie von den erwachsenen Fischen gefressen. Bei gezielter Zucht empfiehlt sich ein separates Aufzuchtbecken.
Haltung im Aquarium
Mollys benötigen ein Aquarium ab 80 Litern mit mittelhartem bis hartem Wasser. Die Temperatur sollte zwischen 24 und 28 °C liegen, der pH-Wert bei 7,0–8,5. Weiches, saures Wasser vertragen sie schlecht – ein häufiger Haltungsfehler. Eine Zugabe von etwas Meersalz (1–2 Teelöffel pro 10 Liter) kann das Wohlbefinden fördern, ist aber nicht zwingend erforderlich.
Richte das Aquarium mit dichter Bepflanzung, Schwimmpflanzen und freiem Schwimmraum ein. Eine gute Filterung und regelmäßige Wasserwechsel sind wichtig, da Mollys empfindlich auf Nitratbelastung reagieren. Geeignete Beifische sind andere Lebendgebärende, Panzerwelse, friedliche Barben und Regenbogenfische.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Molly wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Als äußerst anpassungsfähige Art hat er sich sogar in vielen Regionen außerhalb seines natürlichen Verbreitungsgebiets erfolgreich etabliert und gilt dort teilweise als invasiv.
Im Aquarienhandel werden nahezu ausschließlich Nachzuchten angeboten. Die verschiedenen Zuchtformen wie Black Molly, Dalmatiner Molly und Segelflossen-Molly gehören zu den meistverkauften Aquarienfischen weltweit. Die Wildform selbst ist in ihren Herkunftsgewässern stabil vertreten.
Quellen
- FishBase: Poecilia sphenops – fishbase.se
- IUCN Red List: Poecilia sphenops – iucnredlist.org
- Seriously Fish: Poecilia sphenops – seriouslyfish.com
- Hieronimus, H. (2011): Guppys, Platys, Mollys und andere Lebendgebärende. GU Verlag.
- Kempkes, M. & Tüte, P. (2009): Lebendgebärende Zahnkarpfen. Dähne Verlag.
