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Mosaikfadenfisch (Trichopodus leerii)

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Mosaikfadenfisch (Trichopodus leerii)

Bildquelle: chonlasub woravichan / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Mosaikfadenfisch gilt als einer der schönsten Labyrinthfische überhaupt. Sein Körper ist übersät mit einem atemberaubenden Muster aus perlmuttartigen Punkten, das ihm auch den englischen Namen „Pearl Gourami" einbrachte. Er ist friedlich, elegant und ein Highlight in jedem bepflanzten Aquarium.

Der Mosaikfadenfisch gilt als einer der schönsten Labyrinthfische überhaupt. Sein Körper ist übersät mit einem atemberaubenden Muster aus perlmuttartigen Punkten, das ihm auch den englischen Namen „Pearl Gourami" einbrachte. Er ist friedlich, elegant und ein Highlight in jedem bepflanzten Aquarium.

Steckbrief: Mosaikfadenfisch (Trichopodus leerii)
Wissenschaftlicher NameTrichopodus leerii
OrdnungAnabantiformes
FamilieFadenfische (Osphronemidae)
GattungTrichopodus
Größe10–12 cm
Gewicht10–30 g
Lebenserwartung5–8 Jahre
VerbreitungSüdostasien (Malaiische Halbinsel, Borneo, Sumatra)
LebensraumFlache, stehende oder langsam fließende Gewässer mit dichter Vegetation
SchutzstatusPotenziell gefährdet (NT) – IUCN
Aquariumab 120 Liter
Temperatur24–28 °C
pH-Wert5,5–7,5
Wasserhärte2–15 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Der Mosaikfadenfisch erreicht eine Körperlänge von 10–12 cm und besitzt einen hochrückigen, seitlich abgeflachten Körper. Sein auffälligstes Merkmal ist das namensgebende Mosaikmuster: Der gesamte Körper ist mit hunderten kleiner, perlmuttartig glänzender Punkte übersät, die auf einem bräunlich-silbrigen Grund ein filigranes Muster bilden. Ein markanter dunkler Streifen verläuft vom Maul über das Auge bis zur Schwanzflosse.

Männchen sind intensiver gefärbt und entwickeln während der Laichzeit eine leuchtend orangerote Kehle und Brust. Ihre Rückenflosse ist spitz ausgezogen, während sie bei Weibchen abgerundet ist. Wie alle Fadenfische besitzt der Mosaikfadenfisch die typischen, zu langen Fäden umgebildeten Bauchflossen, die als Tastorgane eingesetzt werden.

Verbreitung & Lebensraum

Der Mosaikfadenfisch stammt aus Südostasien und kommt auf der Malaiischen Halbinsel, auf Sumatra und Borneo vor. In seinem natürlichen Lebensraum bewohnt er flache, stehende oder langsam fließende Gewässer wie Sümpfe, Überschwemmungsgebiete und Torfsumpfwälder mit dichter Ufervegetation.

Die Gewässer sind oft sauerstoffarm und durch Huminsäuren bräunlich gefärbt (Schwarzwasser). Dank seines Labyrinthorgens kann der Mosaikfadenfisch atmosphärischen Sauerstoff direkt an der Wasseroberfläche atmen und so in solchen Habitaten überleben. Leider sind viele seiner natürlichen Lebensräume durch Rodung der Torfwälder und Umwandlung in Palmölplantagen bedroht.

Lebensweise & Verhalten

Der Mosaikfadenfisch ist ein ruhiger, friedlicher Labyrinthfisch, der bevorzugt in der mittleren und oberen Wasserzone schwimmt. Er nutzt seine fadenförmigen Bauchflossen ständig als Tastorgane, um seine Umgebung abzutasten – ein faszinierendes Verhalten, das du gut im Aquarium beobachten kannst.

Im Gegensatz zu manchen anderen Fadenfischarten ist der Mosaikfadenfisch wenig aggressiv. Männchen können untereinander zwar Rivalitäten zeigen, die aber selten zu ernsthaften Verletzungen führen. Die Art ist etwas scheu und benötigt Rückzugsmöglichkeiten in Form von dichter Bepflanzung und Schwimmpflanzen, die das Licht dämpfen.

Ernährung

Der Mosaikfadenfisch ist ein Allesfresser, der in der Natur kleine Insekten, Insektenlarven, Kleinkrebse und Pflanzenmaterial frisst. Im Aquarium nimmt er bereitwillig hochwertiges Flockenfutter, Granulat und Futtertabletten an.

Für eine optimale Farbentwicklung und Gesundheit solltest du regelmäßig Lebend- oder Frostfutter wie Artemia, Mückenlarven, Daphnien und Cyclops anbieten. Pflanzliche Ergänzungen wie Spirulina-Flocken sind ebenfalls willkommen. Der Mosaikfadenfisch frisst auch gelegentlich kleine Schnecken und Hydra – ein nützlicher Nebeneffekt in manchen Aquarien.

Fortpflanzung

Wie viele Labyrinthfische ist der Mosaikfadenfisch ein Schaumnestbauer. Das Männchen baut an der Wasseroberfläche ein großes Schaumnest, oft zwischen Schwimmpflanzen, und lockt dann das Weibchen darunter. Die Paarung erfolgt in der typischen Umschlingung, bei der das Männchen das Weibchen mit seinem Körper umfasst.

Pro Laichvorgang werden 200–1.000 Eier abgegeben, die in das Schaumnest aufsteigen oder vom Männchen dorthin getragen werden. Das Männchen bewacht das Nest aggressiv und pflegt die Eier, bis die Larven nach 24–48 Stunden schlüpfen. Nach dem Freischwimmen der Jungfische solltest du das Männchen entfernen. Die Jungen können mit Infusorien und später mit Artemia-Nauplien aufgezogen werden.

Haltung im Aquarium

Für den Mosaikfadenfisch empfiehlt sich ein Aquarium ab 120 Litern mit dichter Bepflanzung und Schwimmpflanzen. Die Wassertemperatur sollte zwischen 24 und 28 °C liegen, der pH-Wert bei 5,5–7,5. Die Art bevorzugt weiches bis mittelhartes Wasser. Eine schwache Strömung und gedämpftes Licht kommen ihren natürlichen Bedürfnissen entgegen.

Halte Mosaikfadenfische paarweise oder in kleinen Gruppen mit einem Männchen und zwei bis drei Weibchen. Das Aquarium sollte gut abgedeckt sein, da die Tiere bei erschreckenden Geräuschen springen können. Geeignete Beifische sind friedliche Salmler, Bärblinge, Panzerwelse und andere ruhige Arten. Vermeide aggressive oder sehr lebhafte Beifische.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Mosaikfadenfisch wird von der IUCN als „Near Threatened" (potenziell gefährdet) eingestuft. Die Hauptbedrohung ist die Zerstörung seiner natürlichen Lebensräume durch die Umwandlung von Torfwäldern und Sumpfgebieten in Palmölplantagen und landwirtschaftliche Flächen, insbesondere auf Sumatra und Borneo.

Im Aquarienhandel werden fast ausschließlich Nachzuchten angeboten, was den Druck auf Wildpopulationen reduziert. Dennoch ist der Schutz der verbliebenen Torfmoorwälder Südostasiens entscheidend für das langfristige Überleben dieser wunderschönen Art in der Natur.

Quellen

  1. FishBase: Trichopodus leeriifishbase.se
  2. IUCN Red List: Trichopodus leeriiiucnredlist.org
  3. Seriously Fish: Trichopodus leeriiseriouslyfish.com
  4. Linke, H. (2013): Labyrinthfische – Arten, Haltung, Zucht. Tetra Verlag.
  5. Rühl, A. & Baensch, H.A. (2006): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.

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