Der Nasen-Doktorfisch ist ein beeindruckender Großfisch, der im Erwachsenenalter ein hornartiges Auswuchs auf der Stirn entwickelt, das ihn unverwechselbar macht. Mit einer Größe von bis zu 60 cm gehört er zu den Riffriesen und benötigt entsprechend große Aquarien.
| Wissenschaftlicher Name | Naso brevirostris |
| Ordnung | Barschverwandte (Perciformes) |
| Familie | Doktorfische (Acanthuridae) |
| Gattung | Naso |
| Größe | 40–60 cm |
| Lebenserwartung | 15–20 Jahre |
| Verbreitung | Indopazifik (Ostafrika bis Hawaii) |
| Lebensraum | Korallenriffe, Riffkanten, Außenriffe |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
| Aquarium | ab 2000 Liter |
| Temperatur | 24–27 °C |
| Salinität | 1,023–1,026 |
Beschreibung & Aussehen
Der Nasen-Doktorfisch erreicht eine imposante Größe von 40–60 cm und ist damit einer der größten Doktorfische. Die Grundfärbung ist graubraun bis olivgrün mit zahlreichen kleinen dunklen Punkten auf dem Körper. Die Schwanzflosse der adulten Tiere entwickelt lange, fadenförmige Verlängerungen.
Das namensgebende Horn – ein knöcherner Auswuchs auf der Stirn – entwickelt sich ab einer Größe von etwa 15–20 cm und wird mit zunehmendem Alter immer prominenter. Bei Jungtieren fehlt das Horn noch vollständig. Am Schwanzstiel befinden sich die für Doktorfische typischen scharfen Knochenplatten, die als Verteidigungswaffe dienen.
Verbreitung & Lebensraum
Der Nasen-Doktorfisch ist im gesamten Indopazifik verbreitet, von der ostafrikanischen Küste über den Indischen Ozean bis nach Hawaii und in den östlichen Pazifik. Du findest ihn an Außenriffen, Riffkanten und in tiefen Lagunen in Tiefen von 2–46 Metern.
Die Art bevorzugt Bereiche mit starker Strömung und klarem Wasser. Jungtiere halten sich in geschützteren Riffbereichen und Lagunen auf, während adulte Tiere das offene Wasser und exponierte Riffkanten bevorzugen. Oft bilden sie große Schulen, die gemeinsam auf Nahrungssuche gehen.
Lebensweise & Verhalten
Der Nasen-Doktorfisch ist tagaktiv und lebt in kleinen bis großen Gruppen. Er ist ein starker Schwimmer, der auch in starker Strömung mühelos vorwärtskommt. Die Tiere legen auf der Suche nach Nahrung oft weite Strecken zurück und können das gesamte Riff durchwandern.
Trotz seiner Größe ist der Nasen-Doktorfisch ein relativ friedlicher Fisch, der sich gut mit anderen großen Riffbewohnern verträgt. Gegenüber Artgenossen zeigt er wenig Aggression, was die Gruppenhaltung ermöglicht. Bei Bedrohung kann er seine scharfen Schwanzskalpelle einsetzen, weshalb beim Hantieren Vorsicht geboten ist.
Ernährung
Der Nasen-Doktorfisch ist ein Allesfresser mit einer starken Präferenz für pflanzliche Kost. In der Natur frisst er hauptsächlich Braunalgen, aber auch Zooplankton und gelegentlich kleine Wirbellose. Er ist einer der wenigen Doktorfische, die sowohl Algen als auch Plankton in großen Mengen aufnehmen.
Im Aquarium benötigt er eine abwechslungsreiche Ernährung mit hohem Pflanzenanteil. Nori-Algenblätter, Spirulina, Frostfutter und Granulat sollten regelmäßig angeboten werden. Aufgrund seiner Größe und seines hohen Stoffwechsels benötigt er große Futtermengen. Mehrere Fütterungen pro Tag sind empfehlenswert.
Fortpflanzung
Der Nasen-Doktorfisch ist ein Freilaicher, der sich in der Abenddämmerung paart. In der Natur bilden sich große Laichgruppen, die gemeinsam aufsteigen und Eier sowie Spermien ins freie Wasser abgeben. Die pelagischen Eier treiben im Plankton.
Die Larvenphase dauert mehrere Monate, bevor sich die Jungtiere im Riff ansiedeln. Die Nachzucht im Aquarium ist bisher nicht gelungen, da sowohl die Aquariengröße als auch die Larvenaufzucht enorme Herausforderungen darstellen.
Haltung im Aquarium
Der Nasen-Doktorfisch benötigt aufgrund seiner Endgröße von bis zu 60 cm ein sehr großes Aquarium ab 2000 Litern. Viel freier Schwimmraum und eine starke Strömung sind unerlässlich. Die Wassertemperatur sollte zwischen 24 und 27 °C liegen, die Wasserqualität muss konstant hoch sein.
In einem ausreichend großen Becken ist die Gruppenhaltung möglich und sogar empfehlenswert. Die Vergesellschaftung mit anderen großen Doktorfischen und Riffbewohnern ist in der Regel unproblematisch. Beachte, dass der Nasen-Doktorfisch anfällig für Hautkrankheiten wie Cryptocaryon ist – eine UV-Entkeimungsanlage kann vorbeugend wirken.
Diese Art ist nur für sehr erfahrene Aquarianer mit entsprechend großen Becken geeignet. Anfänger sollten von der Haltung absehen.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Nasen-Doktorfisch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist im Indopazifik weit verbreitet und die Populationen sind stabil.
Im Aquarienhandel ist die Art gelegentlich als Jungtier erhältlich. Da die Tiere enorm groß werden, sollte der Kauf nur in Erwägung gezogen werden, wenn ein entsprechend großes Becken dauerhaft zur Verfügung steht.
Quellen
- FishBase: Naso brevirostris – fishbase.se
- IUCN Red List: Naso brevirostris – iucnredlist.org
- Debelius, H. & Kuiter, R. H. (2007): Atlas der Meeresfische. Kosmos Verlag.
- Randall, J. E. (2001): Surgeonfishes of the World. Mutual Publishing.
- Fossa, S. A. & Nilsen, A. J. (2000): Das Korallenriff-Aquarium. Schmettkamp Verlag.
