Frösche

Nashornfrosch (Ceratophrys cornuta)

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Nashornfrosch (Ceratophrys cornuta)

Bildquelle: reptiles4all / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Nashornfrosch, auch Surinam-Hornfrosch genannt, ist ein imposanter Lauerjäger aus den Regenwäldern des Amazonasbeckens. Sein breites Maul, das fast so breit wie sein Körper ist, und die hornartigen Augenfortsätze machen ihn zu einem der markantesten Frösche der Welt. Er verbringt den Großteil seines Lebens eingegraben in der Laubstreu und wartet geduldig auf vorbeikommende Beute.

Der Nashornfrosch, auch Surinam-Hornfrosch genannt, ist ein imposanter Lauerjäger aus den Regenwäldern des Amazonasbeckens. Sein breites Maul, das fast so breit wie sein Körper ist, und die hornartigen Augenfortsätze machen ihn zu einem der markantesten Frösche der Welt. Er verbringt den Großteil seines Lebens eingegraben in der Laubstreu und wartet geduldig auf vorbeikommende Beute.

Steckbrief: Nashornfrosch (Ceratophrys cornuta)
Wissenschaftlicher NameCeratophrys cornuta
OrdnungFroschlurche (Anura)
FamilieCeratophryidae
GattungCeratophrys
Größe10–20 cm
Gewicht100–500 g
Lebenserwartung5–10 Jahre
VerbreitungAmazonasbecken (Brasilien, Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien)
LebensraumTropische Regenwälder, Waldboden, Laubstreu
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Nashornfrosch ist ein massiger, rundlicher Frosch mit einer Körperlänge von 10–20 cm. Weibchen werden deutlich größer und schwerer als Männchen. Das auffälligste Merkmal sind die hornartigen Hautfortsätze über den Augen, die dem Frosch seinen deutschen und englischen Namen einbrachten. Diese „Hörner" dienen der Tarnung und lassen den Frosch in der Laubstreu wie ein verwelktes Blatt erscheinen.

Die Färbung ist ein Meisterwerk der Tarnung: Braun, olivgrün und rotbraun in einem blattähnlichen Muster, das dem Frosch auf dem Waldboden perfekte Deckung bietet. Das Maul ist enorm breit – fast so breit wie der gesamte Körper – und ermöglicht es dem Frosch, Beutetiere zu verschlingen, die fast so groß sind wie er selbst. Die Augen sind groß und nach oben gerichtet.

Verbreitung & Lebensraum

Der Nashornfrosch ist im Amazonasbecken Südamerikas verbreitet und kommt in Brasilien, Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien, Surinam, Guyana und Französisch-Guayana vor. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich über die tropischen Tieflandregenwälder des gesamten Amazonas-Einzugsgebiets.

Er bewohnt den Boden tropischer Primär- und Sekundärregenwälder und ist bevorzugt in dichter Laubstreu zu finden. Dort vergräbt er sich teilweise und wartet regungslos auf Beute. Die Art kommt von Meeresniveau bis in Höhenlagen von etwa 800 m vor und ist auf feuchte, warme Waldbedingungen angewiesen.

Lebensweise & Verhalten

Der Nashornfrosch ist ein klassischer Lauerjäger (Sit-and-wait-Predator). Er vergräbt sich in die Laubstreu des Waldbodens, sodass nur seine Augen und die Hornfortsätze herausragen, und wartet geduldig auf vorbeilaufende Beute. Wenn ein potenzielles Beutetier in Reichweite kommt, schnellt er blitzschnell vor und verschlingt es mit seinem riesigen Maul.

Die Art ist vorwiegend nachtaktiv und verbringt den Tag bewegungslos eingegraben. Sie ist äußerst aggressiv und beißt kräftig zu, wenn sie gestört wird – auch gegenüber deutlich größeren Tieren und dem Menschen. Der Biss kann schmerzhaft sein, da die Kiefermuskulatur sehr kräftig ist. Nashornfrösche sind Einzelgänger und kannibalisch – sie fressen ohne Zögern Artgenossen.

Ernährung

Der Nashornfrosch ist ein Allesfresser mit einem enormen Appetit. In der Natur frisst er Insekten, Spinnen, Schnecken, andere Frösche (einschließlich der eigenen Art), kleine Schlangen, Eidechsen und sogar kleine Nagetiere. Sein riesiges Maul ermöglicht es ihm, Beutetiere zu verschlingen, die fast seine eigene Körpergröße erreichen.

In der Terrarienhaltung kannst du ihn mit Grillen, Heuschrecken, Regenwürmern, kleinen Fischen und gelegentlich kleinen Mäusen füttern. Achtung: Überfütterung ist ein häufiges Problem, da der Frosch extrem gefräßig ist. Füttere adulte Tiere nur 1–2 Mal pro Woche, um Verfettung und Leberprobleme zu vermeiden.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung findet während der Regenzeit statt, wenn temporäre Gewässer im Wald entstehen. Die Männchen rufen mit einem lauten, bellenden Ruf aus flachem Wasser heraus. Die Paarung findet im Wasser statt, wobei das deutlich kleinere Männchen das Weibchen im Amplexus umklammert.

Das Weibchen legt mehrere hundert bis über 1.000 Eier in flaches Wasser ab. Die Kaulquappen sind räuberisch und kannibalistisch – sie fressen andere Kaulquappen und Wasserinsekten. Die Entwicklung verläuft relativ schnell, die Metamorphose erfolgt innerhalb von 2–4 Wochen. Die Geschlechtsreife wird nach 1–2 Jahren erreicht.

Haltung im Terrarium

Der Nashornfrosch ist ein beliebtes und relativ pflegeleichtes Terrarientier. Ein Terrarium ab 60 × 40 × 30 cm eignet sich für ein Einzeltier (keine Vergesellschaftung – Kannibalismus!). Die Einrichtung besteht aus einer tiefen, feuchten Substratschicht (Kokoshumus oder Walderde), in die sich der Frosch eingraben kann, sowie einem flachen Wasserbecken.

Die Temperatur sollte tagsüber bei 24–28 °C liegen, nachts um 20–22 °C. Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 60–80 % gehalten werden. Beachte, dass der Frosch kräftig zubeißen kann – nutze beim Hantieren eine Pinzette für die Fütterung und fasse den Frosch nicht ungeschützt an. Nachzuchten sind im spezialisierten Terristikhandel gut verfügbar.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Nashornfrosch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art hat ein großes Verbreitungsgebiet im Amazonasbecken und kommt in vielen geschützten Waldgebieten vor. Die Bestände gelten als stabil.

Langfristige Bedrohungen bestehen durch die fortschreitende Abholzung des Amazonas-Regenwaldes für Landwirtschaft und Viehzucht. Der Verlust von Primärwaldhabitaten könnte lokale Populationen beeinträchtigen. Nachhaltige Zuchtprogramme in Gefangenschaft verringern den Druck durch den Handel auf Wildpopulationen.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Ceratophrys cornutaamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Ceratophrys cornutaiucnredlist.org
  3. Duellman, W. E. & Trueb, L. (1994): Biology of Amphibians. Johns Hopkins University Press.
  4. Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.
  5. Bartlett, R. D. & Bartlett, P. P. (2003): Horned Frogs. Barron's Educational Series.

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