Der Naso-Doktorfisch, auch Lipstick Tang genannt, ist ein eleganter Großdoktorfisch mit leuchtend orangefarbenen Schwanzskalpellen. Seine markante gelbe Mundpartie, die an Lippenstift erinnert, und die sichelförmige Schwanzflosse machen ihn zu einem Blickfang in jedem großen Meerwasseraquarium.
| Wissenschaftlicher Name | Naso lituratus |
| Ordnung | Barschverwandte (Perciformes) |
| Familie | Doktorfische (Acanthuridae) |
| Gattung | Naso |
| Größe | 30–46 cm |
| Lebenserwartung | 10–15 Jahre |
| Verbreitung | Indopazifik (Rotes Meer bis Hawaii) |
| Lebensraum | Korallenriffe, Riffkanten, Außenriffe |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
| Aquarium | ab 1000 Liter |
| Temperatur | 24–27 °C |
| Salinität | 1,023–1,026 |
Beschreibung & Aussehen
Der Naso-Doktorfisch erreicht eine Größe von 30–46 cm und besitzt einen hochrückigen, seitlich abgeflachten Körper. Die Grundfärbung ist grau bis bräunlich mit einer helleren Unterseite. Am auffälligsten sind die leuchtend orangefarbenen Knochenplatten (Skalpelle) am Schwanzstiel, die dem Fisch seinen englischen Namen „Orangespine Unicornfish" einbrachten.
Die Mundpartie zeigt eine markante gelbe bis orange Färbung, die wie aufgetragener Lippenstift aussieht – daher der alternative Name „Lipstick Tang". Die Stirn ist hoch und steil, ohne das typische Horn verwandter Naso-Arten. Die Schwanzflosse ist sichelförmig mit langen, fadenartigen Verlängerungen bei adulten Männchen. Ein schmaler gelber Streifen zieht sich von der Stirn bis zur Rückenflosse.
Verbreitung & Lebensraum
Der Naso-Doktorfisch ist im gesamten Indopazifik verbreitet, vom Roten Meer über den Indischen Ozean bis nach Hawaii, Japan und Französisch-Polynesien. Er bewohnt Außenriffe und Riffkanten in Tiefen von 5–90 Metern.
Die Art bevorzugt strömungsreiche Bereiche an Riffkanten und Steilwänden, wo sie in kleinen Gruppen oder Schulen auf Nahrungssuche geht. Jungtiere halten sich in geschützteren Riffbereichen auf. Der Naso-Doktorfisch ist ein pelagisch orientierter Fisch, der oft im offenen Wasser über dem Riff anzutreffen ist.
Lebensweise & Verhalten
Der Naso-Doktorfisch ist tagaktiv und ein ausdauernder Schwimmer, der große Bereiche des Riffs durchstreift. Er lebt in kleinen Gruppen oder Schulen und zeigt ein friedliches Sozialverhalten. Gegenüber Artgenossen ist er deutlich toleranter als die meisten anderen Doktorfischarten.
Die leuchtend orangefarbenen Schwanzskalpelle sind nicht nur Verteidigungswaffen, sondern dienen auch der innerartlichen Kommunikation. Bei Rivalenkämpfen werden sie als Drohgeste präsentiert, aber selten tatsächlich eingesetzt. Beim Hantieren mit dem Fisch solltest du vorsichtig sein, da die Skalpelle schmerzhafte Schnittwunden verursachen können.
Ernährung
In der Natur ernährt sich der Naso-Doktorfisch hauptsächlich von Braunalgen der Gattung Sargassum und Dictyota. Im Gegensatz zu vielen anderen Doktorfischen bevorzugt er ledrige, faserige Algen, die andere Arten verschmähen. Ergänzt wird der Speiseplan durch Zooplankton.
Im Aquarium benötigt er eine Ernährung mit hohem Pflanzenanteil. Nori-Algenblätter, Spirulina und pflanzliches Granulat sollten die Basis der Fütterung bilden. Ergänzend kann Frostfutter wie Artemia und Mysis angeboten werden. Eine ballaststoffreiche Ernährung ist wichtig, um Verdauungsprobleme zu vermeiden.
Fortpflanzung
Der Naso-Doktorfisch ist ein Freilaicher, der sich in großen Gruppen in der Dämmerung paart. Männchen und Weibchen steigen gemeinsam auf und geben Eier sowie Spermien ins freie Wasser ab. Die pelagischen Eier treiben im Plankton.
Die Larvenphase ist lang und dauert mehrere Monate, bevor sich die Jungtiere im Riff ansiedeln. Die Nachzucht im Aquarium ist bisher nicht gelungen und stellt eine der größten Herausforderungen in der Meerwasseraquaristik dar.
Haltung im Aquarium
Der Naso-Doktorfisch benötigt ein großes Aquarium ab 1000 Litern mit viel freiem Schwimmraum und starker Strömung. Die Wassertemperatur sollte zwischen 24 und 27 °C liegen. Lebendgestein bietet Weideflächen für den natürlichen Algenfraß.
Die Art ist einer der friedlichsten Doktorfische und lässt sich gut mit anderen Riffbewohnern vergesellschaften. In ausreichend großen Becken ist sogar die Haltung mehrerer Exemplare möglich. Der Naso-Doktorfisch ist empfindlich gegenüber Hautkrankheiten wie Cryptocaryon – eine stabile Wasserqualität und geringe Stressbelastung sind vorbeugend wichtig.
Biete ihm regelmäßig Nori-Algenblätter an einem Algenclip an, damit er sein natürliches Weideverhalten ausleben kann. Eine ausreichende pflanzliche Ernährung beugt Head-and-Lateral-Line-Erosion (HLLE) vor, einer häufigen Erkrankung bei Doktorfischen in Gefangenschaft.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Naso-Doktorfisch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist im Indopazifik weit verbreitet und kommt in stabilen Populationen vor.
Im Aquarienhandel ist die Art beliebt und regelmäßig erhältlich. Die meisten Tiere sind Wildfänge, die sich in der Regel gut eingewöhnen. Achte beim Kauf auf klare Augen, intakte Flossen und ein aktives Schwimmverhalten.
Quellen
- FishBase: Naso lituratus – fishbase.se
- IUCN Red List: Naso lituratus – iucnredlist.org
- Debelius, H. & Kuiter, R. H. (2007): Atlas der Meeresfische. Kosmos Verlag.
- Randall, J. E. (2001): Surgeonfishes of the World. Mutual Publishing.
- Fossa, S. A. & Nilsen, A. J. (2000): Das Korallenriff-Aquarium. Schmettkamp Verlag.
