Die Netzschmerle ist eine attraktive und lebhafte Schmerle aus Südasien, die durch ihr markantes Y-förmiges Netzmuster auf dem Körper besticht. Als geselliger Bodenbewohner und effizienter Schneckenvertilger ist sie ein beliebter Pflegling in Gesellschaftsaquarien.
| Wissenschaftlicher Name | Botia lohachata |
| Ordnung | Karpfenartige (Cypriniformes) |
| Familie | Prachtschmerlen (Botiidae) |
| Gattung | Botia |
| Größe | 8–12 cm |
| Gewicht | 10–25 g |
| Lebenserwartung | 10–15 Jahre |
| Verbreitung | Südasien (Pakistan, Indien, Nepal, Bangladesch) |
| Lebensraum | Fließgewässer mit steinigem oder kiesigem Untergrund |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
| Aquarium | ab 120 Liter |
| Temperatur | 24–28 °C |
| pH-Wert | 6,5–7,5 |
| Wasserhärte | 5–15 °dGH |
Beschreibung & Aussehen
Die Netzschmerle erreicht eine Körperlänge von 8–12 cm und besitzt den typischen, leicht seitlich abgeflachten Körper der Botia-Schmerlen. Ihr auffälligstes Merkmal ist das netzartige Muster aus dunkelbraunen bis schwarzen Linien auf hellem, silber- bis goldfarbenem Grund. Die Zeichnung variiert stark zwischen einzelnen Individuen und kann Y-förmige, kettenförmige oder retikulierte Muster zeigen.
Das Maul ist unterständig und von vier Paar Barteln umgeben, die als Tastorgane dienen. Wie alle Botia-Arten besitzt die Netzschmerle einen aufrichtbaren Dorn unterhalb des Auges, der zur Verteidigung eingesetzt werden kann. Die Flossen sind transparent mit dunklen Streifen. Geschlechtsunterschiede sind äußerlich schwer erkennbar, Weibchen sind in der Regel etwas fülliger.
Verbreitung & Lebensraum
Die Netzschmerle stammt aus Südasien und kommt in Pakistan, Nordindien, Nepal und Bangladesch vor. Du findest sie in den Flusssystemen des Indus, Ganges und Brahmaputra. Sie bewohnt fließende Gewässer mit klarem Wasser und steinigem, kiesigem oder sandigem Untergrund.
In ihrem natürlichen Lebensraum hält sie sich bevorzugt in Bereichen mit Spalten zwischen Felsen und Steinen auf, die ihr tagsüber als Versteck dienen. Die Gewässer sind sauerstoffreich und haben eine moderate bis starke Strömung. Während der Monsunzeit kann sie in überflutete Gebiete vordringen.
Lebensweise & Verhalten
Netzschmerlen sind gesellige, lebhafte Bodenbewohner, die in Gruppen von mindestens fünf Tieren gehalten werden sollten. In zu kleinen Gruppen neigen sie zu Stress und können andere Fische belästigen. Innerhalb der Gruppe zeigen sie eine spannende Rangordnung mit regelmäßigen, aber harmlosen Machtspielen.
Typisch für Botia-Schmerlen ist das „Klicken" – ein Laut, den sie bei Aufregung oder Futterkonkurrenz erzeugen. Netzschmerlen ruhen häufig in Seitenlage oder kopfüber in Spalten – ein normales Verhalten, das Anfänger manchmal beunruhigt. Sie sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, werden aber in Gruppen auch tagsüber aktiv.
Ernährung
Die Netzschmerle ist ein Allesfresser mit einer besonderen Vorliebe für Schnecken. Sie knackt Schneckengehäuse geschickt und ist daher ein natürlicher Helfer bei Schneckenplagen im Aquarium. Darüber hinaus frisst sie Insektenlarven, Würmer, Kleinkrebse und pflanzliches Material.
Im Aquarium nimmt sie sinkende Futtertabletten, Granulat und Flockenfutter bereitwillig an. Ergänze den Speiseplan mit Frostfutter wie Mückenlarven, Artemia und Daphnien sowie gelegentlich mit blanchiertem Gemüse. Füttere bevorzugt am Abend, wenn die Tiere besonders aktiv sind.
Fortpflanzung
Die Zucht der Netzschmerle im Aquarium ist bisher kaum gelungen und gilt als sehr schwierig. Über das natürliche Fortpflanzungsverhalten ist wenig bekannt. Man vermutet, dass die Art ähnlich wie andere Botia-Schmerlen saisonale Wanderungen zu Laichplätzen unternimmt.
Die im Handel erhältlichen Tiere stammen größtenteils aus Wildfängen oder werden in Südostasien in Zuchtfarmen mit Hilfe von Hormonstimulation vermehrt. Eine natürliche Zucht im Heimaquarium ist bisher nur in Einzelfällen dokumentiert und wird nicht zuverlässig reproduziert.
Haltung im Aquarium
Für eine Gruppe Netzschmerlen benötigst du ein Aquarium ab 120 Litern mit zahlreichen Versteckmöglichkeiten aus Steinen, Höhlen, Wurzeln und Röhren. Der Bodengrund sollte aus feinem Sand oder abgerundetem Kies bestehen, um die empfindlichen Barteln nicht zu verletzen. Die Einrichtung sollte viele Spalten und Hohlräume bieten.
Die Wassertemperatur sollte zwischen 24 und 28 °C liegen, der pH-Wert bei 6,5–7,5. Eine gute Filterung mit moderater Strömung und regelmäßige Wasserwechsel sind wichtig. Netzschmerlen vertragen sich gut mit anderen friedlichen Fischen mittlerer Größe. Vermeide langflossige Arten wie Kampffische, die von den aktiven Schmerlen bedrängt werden könnten.
Gefährdung & Schutzstatus
Die Netzschmerle wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Sie kommt in weiten Teilen Südasiens vor und ist in geeigneten Habitaten nicht selten. Lokale Bedrohungen durch Überfischung für den Aquarienhandel und Lebensraumzerstörung sind jedoch vorhanden.
Da die Zucht im Aquarium selten gelingt, stammen viele Handelstiere noch aus Wildfängen. Die zunehmende Nachzucht in Zuchtfarmen trägt jedoch dazu bei, den Fangdruck auf Wildpopulationen zu reduzieren.
Quellen
- FishBase: Botia lohachata – fishbase.se
- IUCN Red List: Botia lohachata – iucnredlist.org
- Seriously Fish: Botia lohachata – seriouslyfish.com
- Kottelat, M. (2012): Conspectus Cobitidum: An Inventory of the Loaches of the World. Raffles Bulletin of Zoology.
- Rühl, A. & Baensch, H.A. (2006): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.
