Der Nördliche Leopardfrosch ist einer der bekanntesten und am weitesten verbreiteten Frösche Nordamerikas. Sein namensgebendes, gepunktetes Muster aus dunklen, rundlichen Flecken auf grünem Grund erinnert an ein Leopardenfell. Er ist ein wichtiges Versuchstier in der biologischen Forschung und spielt eine bedeutende Rolle im Ökosystem als Beutetier und Räuber zugleich.
| Wissenschaftlicher Name | Lithobates pipiens |
| Ordnung | Froschlurche (Anura) |
| Familie | Ranidae |
| Gattung | Lithobates |
| Größe | 5–11 cm |
| Gewicht | 20–60 g |
| Lebenserwartung | 5–9 Jahre |
| Verbreitung | Nordamerika (Kanada und nördliche/zentrale USA) |
| Lebensraum | Feuchtwiesen, Teiche, Seen, Bäche, Marschen |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
Beschreibung & Aussehen
Der Nördliche Leopardfrosch ist ein mittelgroßer, schlanker Frosch mit einer Körperlänge von 5–11 cm. Die Oberseite ist leuchtend grün bis bräunlich-grün gefärbt und mit 2–3 Reihen dunkler, rundlicher Flecken mit hellen Rändern besetzt, die das charakteristische „Leopardenmuster" bilden. Zwei helle, dorsale Drüsenleisten verlaufen parallel vom Auge zum Becken.
Die Unterseite ist weißlich und ungefleckt. Die Hinterbeine sind lang und kräftig mit dunklen Querstreifen. Die Trommelfelle sind deutlich sichtbar. Eine helle Oberlippenleiste erstreckt sich vom Nasenloch bis zur Schulter. Die Augen sind groß mit einer goldenen Iris. Weibchen werden etwas größer als Männchen.
Verbreitung & Lebensraum
Der Nördliche Leopardfrosch ist in ganz Nordamerika verbreitet – von den kanadischen Provinzen Alberta, Saskatchewan und Manitoba über die nördlichen und zentralen US-Bundesstaaten bis nach Neuengland und in die Great-Plains-Region. Sein Verbreitungsgebiet ist eines der größten aller nordamerikanischen Frösche.
Er bewohnt eine Vielzahl von Feuchtlebensräumen – Feuchtwiesen, Teiche, Seen, Bäche, Marschen und landwirtschaftliche Flächen in der Nähe von Gewässern. Außerhalb der Fortpflanzungszeit entfernt er sich oft weit vom Wasser und jagt auf Wiesen und Feldern. Er kommt von Meeresniveau bis in Höhenlagen von etwa 3.000 m vor.
Lebensweise & Verhalten
Der Nördliche Leopardfrosch ist sowohl tag- als auch nachtaktiv und ein ausgezeichneter Springer, der bei Gefahr in langen, zickzackförmigen Sprüngen flüchtet, um Verfolger zu verwirren. Er ist ein guter Schwimmer und taucht bei Bedrohung ins Wasser ab.
Im Sommer wandert er oft beträchtliche Strecken (bis zu mehrere Kilometer) vom Laichgewässer weg in feuchte Wiesen und Felder, wo er auf Nahrungssuche geht. Im Herbst kehrt er zum Gewässer zurück und überwintert am Gewässergrund in sauerstoffreichem Wasser, wo er die Atmung über die Haut aufrechterhält. Die Winterruhe kann in nördlichen Regionen 6–7 Monate dauern.
Ernährung
Der Nördliche Leopardfrosch ist ein opportunistischer Jäger und frisst eine breite Palette wirbelloser Tiere und kleiner Wirbeltiere. Hauptbeute sind Heuschrecken, Grillen, Käfer, Fliegen, Spinnen, Schnecken und Würmer. Größere Exemplare fressen auch kleine Frösche, Eidechsen und gelegentlich kleine Schlangen.
Die Beute wird mit der langen, klebrigen Zunge gefangen oder direkt mit dem Maul geschnappt. Kaulquappen ernähren sich von Algen, Detritus und organischem Material. Die Art ist ein wichtiger Regulator von Insektenpopulationen in Wiesen- und Feuchtgebiets-Ökosystemen.
Fortpflanzung
Die Paarungszeit beginnt im Frühjahr (März–Juni), sobald das Eis geschmolzen ist und die Wassertemperaturen 10–15 °C erreichen. Die Männchen rufen mit einem rhythmischen, schnarchenden Laut aus flachem Wasser heraus, oft begleitet von einzelnen, glucksenden Tönen.
Das Weibchen legt 3.000–6.500 Eier in großen, flachen Laichmassen ab, die an Wasserpflanzen oder am Gewässergrund befestigt werden. Die Kaulquappen schlüpfen nach 1–3 Wochen und metamorphosieren in 2–3 Monaten. Die Jungfrösche sind bei der Umwandlung etwa 2–3 cm groß und zeigen bereits das typische Leopardenmuster. Die Geschlechtsreife wird nach 1–3 Jahren erreicht.
Haltung im Terrarium
Der Nördliche Leopardfrosch eignet sich für die Haltung in einem geräumigen Aquaterrarium ab 100 × 50 × 40 cm für ein kleines Paar. Der Wasseranteil sollte etwa ein Drittel der Grundfläche ausmachen, mit einer Wassertiefe von 10–15 cm. Der Landteil sollte mit feuchter Erde, Moos und Verstecken ausgestattet sein.
Die Temperatur sollte tagsüber bei 20–24 °C liegen, nachts um 15–18 °C. Eine Winterruhe bei 4–8 °C über 3–4 Monate ist für das Wohlbefinden und die Fortpflanzungsstimulation empfehlenswert. Gefüttert wird mit Grillen, Heuschrecken, Regenwürmern und kleinen Fischen. Beachte, dass die Art als wichtiges Labortier in den USA reguliert sein kann.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Nördliche Leopardfrosch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Dennoch sind die Bestände in vielen Teilen seines Verbreitungsgebiets seit den 1970er-Jahren deutlich zurückgegangen. In einigen westlichen US-Bundesstaaten und kanadischen Provinzen ist die Art regional gefährdet oder sogar verschwunden.
Die Hauptbedrohungen sind Habitatverlust durch Landwirtschaft und Urbanisierung, Pestizidbelastung, der Chytridpilz, UV-Strahlung und Klimawandel. Als Forschungstier hat der Nördliche Leopardfrosch wesentlich zum Verständnis der Amphibienbiologie beigetragen und dient als Indikatorart für die Gesundheit von Feuchtgebiet-Ökosystemen.
Quellen
- AmphibiaWeb: Lithobates pipiens – amphibiaweb.org
- IUCN Red List: Lithobates pipiens – iucnredlist.org
- Stebbins, R. C. & McGinnis, S. M. (2012): Field Guide to Amphibians and Reptiles of California. University of California Press.
- Conant, R. & Collins, J. T. (1998): Reptiles and Amphibians: Eastern/Central North America. Houghton Mifflin.
- Rorabaugh, J. C. (2005): Rana pipiens – Northern Leopard Frog. In: Lannoo, M. J. (ed.): Amphibian Declines. University of California Press.
