Der Nördliche Querzahnmolch ist einer der größten terrestrischen Salamander Nordamerikas. Er bewohnt die weitläufigen Prärien und Graslandschaften von den Great Plains bis zu den Rocky Mountains. Die Art ist eng mit dem Tigermolch verwandt und kann wie dieser unter bestimmten Bedingungen neotene, dauerhaft aquatische Populationen bilden.
| Wissenschaftlicher Name | Ambystoma mavortium |
| Ordnung | Schwanzlurche (Urodela) |
| Familie | Querzahnmolche (Ambystomatidae) |
| Gattung | Ambystoma |
| Größe | 15–35 cm |
| Gewicht | 40–100 g |
| Lebenserwartung | 10–16 Jahre |
| Verbreitung | Nordamerika (Great Plains bis Rocky Mountains) |
| Lebensraum | Prärien, Grasland, Teiche, halbtrockene Gebiete |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
Beschreibung & Aussehen
Der Nördliche Querzahnmolch erreicht eine beeindruckende Gesamtlänge von 15–30 cm und ist damit einer der größten Querzahnmolche. Der Körperbau ist kräftig und robust mit einem breiten, abgeflachten Kopf und kleinen, hervortretenden Augen. Die Grundfarbe ist dunkelbraun bis schwarz mit einem auffälligen Muster aus hellen, unregelmäßigen Flecken oder Querstreifen, die gelb, olivgrün oder bräunlich gefärbt sein können.
Die Zeichnung variiert stark zwischen den verschiedenen Unterarten und Populationen. Einige Tiere zeigen breite, gelbe Querstreifen, andere eher eine feine Sprenkelung. Die Unterseite ist heller, oft gelblich-grau. Der Schwanz ist seitlich abgeflacht und im Querschnitt oval. Neotene Individuen behalten ihre äußeren Kiemenbüschel und den breiten Schwanzflossensaum zeitlebens bei und können besonders groß werden.
Verbreitung & Lebensraum
Der Nördliche Querzahnmolch ist über weite Teile des westlichen und zentralen Nordamerikas verbreitet – von den kanadischen Prärien über die Great Plains bis zu den Rocky Mountains und den Hochebenen des amerikanischen Südwestens. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Südkanada bis nach Nordmexiko.
Die Art ist bemerkenswert anpassungsfähig und besiedelt verschiedenste Lebensräume: Prärien, Grasland, Halbwüsten, offene Wälder und landwirtschaftlich genutzte Flächen. Als Laichgewässer nutzt sie Prärieteiche, Bewässerungsbecken, Viehtränken, temporäre Pfützen und flache Seen. An Land verbringt der Nördliche Querzahnmolch den Großteil seines Lebens in Nagetierbauten, unter Steinen oder in selbst gegrabenen Erdgängen.
Lebensweise & Verhalten
Der Nördliche Querzahnmolch ist streng nachtaktiv und verbringt den Tag in unterirdischen Verstecken – häufig in verlassenen Nagetierbauten, die bis zu einem Meter tief sein können. Nur während starker Regenfälle oder in der Fortpflanzungszeit erscheint er an der Oberfläche. Diese verborgene Lebensweise macht ihn trotz seiner Häufigkeit zu einer selten beobachteten Art.
Die Fortpflanzungswanderung findet meist im Frühjahr statt, ausgelöst durch warme Regenfälle. In ariden Gebieten kann die Wanderung auch im Spätsommer während der Monsunzeit erfolgen. Einige Populationen in dauerhaften Gewässern zeigen Neotenie – die Tiere behalten ihre Larvenmerkmale zeitlebens bei und erreichen als „Wasserform" besonders große Körpergrößen von bis zu 30 cm.
Ernährung
Der Nördliche Querzahnmolch ist ein opportunistischer Räuber mit einem breiten Nahrungsspektrum. An Land frisst er Insekten, Regenwürmer, Schnecken, Spinnen und gelegentlich auch kleine Mäuse oder andere Salamander. Im Wasser erbeutet er Mückenlarven, Wasserinsekten, Kaulquappen, kleine Fische und sogar andere Amphibienlarven.
Große, neotene Individuen können sich von beträchtlich großer Beute ernähren, darunter Krebstiere, Fischbrut und andere Salamander. In Gefangenschaft nimmst du die Art problemlos mit Regenwürmern, Heimchen, Grillen und Mückenlarven an. Die kräftigen Kiefer ermöglichen das Festhalten auch wehrhafter Beutetiere.
Fortpflanzung
Die Paarungszeit variiert je nach Region – in nördlichen Gebieten findet sie im Frühjahr (März–Mai) statt, in südlichen Regionen auch im Spätsommer während der Regenzeit. Die Tiere wandern nachts zu ihren Laichgewässern, wo die Männchen um die Weibchen werben. Die Balz beinhaltet Schwanzbewegungen und das Absetzen von Spermatophoren.
Das Weibchen legt 100–500 Eier in kleinen Laichballen an Pflanzen oder auf dem Gewässerboden ab. Die Larven schlüpfen nach 2–4 Wochen und durchlaufen die Metamorphose je nach Wassertemperatur und Nahrungsangebot in 2–5 Monaten. In permanenten Gewässern können einige Larven die Metamorphose überspringen und als neotene Adulte im Wasser verbleiben. Die Geschlechtsreife wird mit 2–3 Jahren erreicht.
Haltung im Aquarium
Der Nördliche Querzahnmolch eignet sich aufgrund seiner Größe und Robustheit für die Terrarienhaltung. Ein geräumiges Terrarium ab 100 × 50 cm Grundfläche mit einer dicken Schicht lockerer Erde zum Graben ist für ein Paar erforderlich. Die Temperatur sollte tagsüber bei 18–22 °C liegen, nachts etwas kühler. Ein flaches Wasserbecken zum Baden ergänzt die Einrichtung.
Neotene Individuen können in einem reinen Aquarium mit kühlem, sauberem Wasser (15–20 °C) und Verstecken aus Steinen und Wurzeln gehalten werden. Gefüttert wird mit Regenwürmern, großen Heimchen, Grillen und Mückenlarven. Eine Winterruhe bei 5–10 °C über 2–3 Monate fördert die Gesundheit. Die Art ist in den USA legal erhältlich, in Europa nur selten im Handel zu finden.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Nördliche Querzahnmolch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist insgesamt häufig und weit verbreitet. Lokale Bedrohungen bestehen durch den Verlust von Präriegewässern, den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft und die Einführung von Raubfischen in Laichgewässer.
In einigen US-Bundesstaaten gibt es Beschränkungen für die Entnahme und den Verkauf von Wildfängen. Der Erhalt von Präriefeuchtgebieten und die nachhaltige Landnutzung in den Great Plains sind wichtig für den langfristigen Schutz dieser Art. Neotene Populationen in isolierten Gewässern sind besonders schutzbedürftig.
Quellen
- AmphibiaWeb: Ambystoma mavortium – amphibiaweb.org
- IUCN Red List: Ambystoma mavortium – iucnredlist.org
- Petranka, J. W. (1998): Salamanders of the United States and Canada. Smithsonian Institution Press.
- Shaffer, H. B. & McKnight, M. L. (1996): The polytypic species revisited: genetic differentiation and molecular phylogenetics of the tiger salamander Ambystoma tigrinum. Evolution, 50(1), 417–433.
