Salamander

Nördlicher Rotfleck-Salamander (Notophthalmus viridescens viridescens)

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Nördlicher Rotfleck-Salamander (Notophthalmus viridescens viridescens)

Bildquelle: HWall / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Nördliche Rotfleck-Salamander ist eine der bekanntesten Amphibienarten Nordamerikas. Berühmt ist sein komplexer Lebenszyklus mit dem auffälligen roten „Eft"-Stadium – einem leuchtend orangeroten, terrestrischen Jugendstadium, das 1–3 Jahre an Land lebt, bevor es als olivgrüner Erwachsener ins Wasser zurückkehrt.

Der Nördliche Rotfleck-Salamander ist eine der bekanntesten Amphibienarten Nordamerikas. Berühmt ist sein komplexer Lebenszyklus mit dem auffälligen roten „Eft"-Stadium – einem leuchtend orangeroten, terrestrischen Jugendstadium, das 1–3 Jahre an Land lebt, bevor es als olivgrüner Erwachsener ins Wasser zurückkehrt.

Steckbrief: Nördlicher Rotfleck-Salamander (Notophthalmus viridescens viridescens)
Wissenschaftlicher NameNotophthalmus viridescens viridescens
OrdnungSchwanzlurche (Caudata)
FamilieEchte Salamander (Salamandridae)
GattungNotophthalmus
Größe7–14 cm
Gewicht5–10 g
Lebenserwartung12–15 Jahre
VerbreitungÖstliches Nordamerika (Kanada bis Florida)
LebensraumWälder (terrestrische Phase), Teiche und Seen (aquatische Phase)
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Nördliche Rotfleck-Salamander durchläuft während seines Lebens drei markant unterschiedliche Erscheinungsformen. Die aquatische Larve besitzt äußere Kiemen und eine olivgrüne Färbung. Das berühmte „Red Eft"-Stadium ist leuchtend orangerot gefärbt mit einer rauen, trockenen Haut – ideal für das Leben an Land. Auf dem Rücken tragen die Efts eine Reihe kleiner roter Flecken mit schwarzem Rand.

Erwachsene Tiere kehren ins Wasser zurück und ändern ihre Erscheinung erneut: Die Haut wird glatt und oliv- bis gelbgrün, der Schwanz entwickelt einen breiten, seitlich abgeflachten Flossensaum zum Schwimmen. Die namensgebenden roten Flecken mit schwarzem Rand bleiben auf dem Rücken sichtbar. Erwachsene erreichen eine Gesamtlänge von 7–14 cm. Die Unterseite ist gelblich mit kleinen schwarzen Punkten.

Verbreitung & Lebensraum

Der Nördliche Rotfleck-Salamander ist im östlichen Nordamerika weit verbreitet – von den Maritimen Provinzen Kanadas im Norden über die gesamte US-Ostküste bis nach Florida und westlich bis zum Mittleren Westen. Er kommt in Höhenlagen vom Meeresniveau bis etwa 1.500 m vor.

Die Art nutzt je nach Lebensstadium unterschiedliche Habitate: Larven entwickeln sich in stehenden oder langsam fließenden Gewässern. Red Efts leben 1–3 Jahre an Land in feuchten Laubwäldern, wo du sie nach Regenfällen häufig auf dem Waldboden findest. Adulte Tiere kehren in permanente Teiche, Seen und ruhige Bachbereiche zurück, wo sie den Rest ihres Lebens aquatisch verbringen.

Lebensweise & Verhalten

Der komplexe Lebenszyklus des Nördlichen Rotfleck-Salamanders mit drei verschiedenen Lebensphasen ist in der Amphibienwelt einzigartig. Die leuchtend rote Färbung des Eft-Stadiums dient als Warnsignal (Aposematismus) – die Hautdrüsen produzieren das Nervengift Tetrodotoxin, das für viele Fressfeinde giftig ist. Dadurch können sich Efts ungestraft tagsüber auf dem Waldboden bewegen.

Adulte Tiere im Wasser sind tagaktiv und schwimmen aktiv umher. Sie sind soziale Tiere und können in hohen Dichten vorkommen. Interessanterweise gibt es Populationen, die das terrestrische Eft-Stadium überspringen und direkt vom Larvenstadium zum aquatischen Adulten werden. Im nördlichen Verbreitungsgebiet überwintern die Tiere am Gewässergrund unter Schlamm oder in der Uferzone.

Ernährung

Die Ernährung variiert je nach Lebensstadium. Aquatische Larven fressen Zooplankton und kleine Wasserinsektenlarven. Red Efts an Land ernähren sich von kleinen Bodenwirbellosen wie Springschwänzen, Milben, kleinen Schnecken, Insektenlarven und Würmern.

Adulte Tiere im Wasser jagen Insektenlarven, Kleinkrebse, Schnecken, Würmer und Froscheier. Sie fressen auch die Eier und Larven anderer Amphibien. Die Beute wird im Wasser durch Sicht lokalisiert und mit einer schnellen Kopfbewegung geschnappt. Die Anwesenheit von Rotfleck-Salamandern in einem Gewässer kann die Populationsgrößen anderer Amphibien deutlich beeinflussen.

Fortpflanzung

Die Paarung findet im Frühjahr (März–Mai) im Wasser statt. Das Männchen umwirbt das Weibchen mit einem elaborierten Balztanz, bei dem es mit dem Schwanz fächelt und Pheromone verströmt. Nach erfolgreichem Werben setzt das Männchen ein Spermatophor auf dem Gewässerboden ab, das vom Weibchen aufgenommen wird.

Das Weibchen legt 200–400 Eier einzeln an Wasserpflanzen und untergetauchte Blätter ab. Die Larven schlüpfen nach 3–5 Wochen und leben 2–5 Monate aquatisch, bevor sie als Red Efts das Wasser verlassen. Das terrestrische Eft-Stadium dauert typischerweise 2–3 Jahre, kann aber bis zu 7 Jahre andauern. Danach kehren die Tiere als Adulte ins Wasser zurück. Die Geschlechtsreife wird mit 2–5 Jahren erreicht.

Haltung im Terrarium

Der Nördliche Rotfleck-Salamander eignet sich gut für die Haltung im Aqua-Terrarium. Für adulte, aquatische Tiere empfiehlt sich ein Aquarium ab 60 × 30 × 30 cm mit sauberem, kühlem Wasser (15–22 °C), dichter Bepflanzung, Schwimmpflanzen und einem kleinen Landteil. Eine sanfte Filterung ist ratsam. Für Red Efts ist ein feuchtes Waldterrarium mit Moos, Laub und Verstecken geeignet.

Aquatische Adulte werden mit Mückenlarven, kleinen Regenwürmern, Tubifex und Bachflohkrebsen gefüttert. Efts erhalten kleine Heimchen, Springschwänze, Drosophila und Asseln. Die Art ist relativ pflegeleicht und robust, reagiert aber empfindlich auf zu hohe Temperaturen. Eine kühle Winterphase bei 5–10 °C über 2–3 Monate wird empfohlen. Die Giftigkeit der Haut ist gering, aber du solltest nach dem Hantieren stets die Hände waschen.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Nördliche Rotfleck-Salamander wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft und ist eine der häufigsten Amphibienarten im östlichen Nordamerika. Dennoch sind lokale Populationen durch Lebensraumverlust, Gewässerverschmutzung, sauren Regen und den Einsatz von Pestiziden gefährdet.

Eine wachsende Bedrohung stellt der Hautpilz Batrachochytrium salamandrivorans (Bsal) dar, der bisher hauptsächlich in Europa vorkommt, aber auch nordamerikanische Salamander bedrohen könnte. Importbeschränkungen für Salamander in die USA wurden bereits als Vorsichtsmaßnahme eingeführt. Der Schutz von Feuchtgebieten und Waldhabitaten ist entscheidend für den langfristigen Erhalt der Art.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Notophthalmus viridescensamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Notophthalmus viridescensiucnredlist.org
  3. Petranka, J. W. (1998): Salamanders of the United States and Canada. Smithsonian Institution Press.
  4. Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.
  5. Lannoo, M. J. (2005): Amphibian Declines: The Conservation Status of United States Species. University of California Press.

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