Salamander

Nördlicher Schwarzsalamander (Aneides lugubris)

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Nördlicher Schwarzsalamander (Aneides lugubris)

Bildquelle: reptiles4all / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Nördliche Schwarzsalamander, auch Baum-Salamander genannt, ist ein einzigartiger lungenloser Salamander Kaliforniens. Er ist einer der wenigen kletternden Salamander der Welt und lebt häufig in Baumhöhlen von Eichen. Bemerkenswert ist sein kräftiges Gebiss – er kann tatsächlich zubeißen und die Haut durchdringen!

Der Nördliche Schwarzsalamander, auch Baum-Salamander genannt, ist ein einzigartiger lungenloser Salamander Kaliforniens. Er ist einer der wenigen kletternden Salamander der Welt und lebt häufig in Baumhöhlen von Eichen. Bemerkenswert ist sein kräftiges Gebiss – er kann tatsächlich zubeißen und die Haut durchdringen!

Steckbrief: Nördlicher Schwarzsalamander (Aneides lugubris)
Wissenschaftlicher NameAneides lugubris
OrdnungSchwanzlurche (Caudata)
FamilieLungenlose Salamander (Plethodontidae)
GattungAneides
Größe10–18 cm
Gewicht5–15 g
Lebenserwartung5–10 Jahre
VerbreitungKalifornien (USA), Baja California (Mexiko)
LebensraumEichenwälder, Felsbereiche, baumkletternd (arboreal)
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Nördliche Schwarzsalamander erreicht eine Gesamtlänge von 10–18 cm und gehört damit zu den größeren Plethodontiden. Die Grundfarbe ist braun bis dunkelbraun, übersät mit zahlreichen kleinen weißen oder gelblichen Flecken. Der Kopf ist auffallend breit und dreieckig mit kräftigen Kiefermuskeln und spitzen Zähnen – ein einzigartiges Merkmal unter lungenlosen Salamandern.

Die Zehen sind an den Spitzen verbreitert und mit kleinen Haftpolstern versehen, die das Klettern auf glatten Oberflächen ermöglichen. Der Schwanz ist leicht abgeflacht und fungiert als Greifschwanz beim Klettern. Die Haut ist glatt und feucht. Wie alle Plethodontiden besitzt er keine Lungen und atmet ausschließlich über die Haut und die Mundschleimhaut. Die Nasolabialrinne ist deutlich ausgeprägt.

Verbreitung & Lebensraum

Der Nördliche Schwarzsalamander kommt entlang der kalifornischen Küste und der Küstengebirge vor, von Humboldt County im Norden bis in die Baja California (Mexiko) im Süden. Er besiedelt Höhenlagen vom Meeresniveau bis etwa 1.700 m.

Du findest diesen Salamander bevorzugt in Eichenwäldern, wo er Baumhöhlen und Rindenspalten als Unterschlupf nutzt. Er klettert regelmäßig in Bäume bis in Höhen von 20 Metern oder mehr. Auch Felsspalten, unter Steinen und in Mauerritzen kommt er häufig vor. In städtischen Gebieten wurde er in Dachböden, Garagen und Gartenmauern gefunden – ein erstaunlich anpassungsfähiger Salamander.

Lebensweise & Verhalten

Der Nördliche Schwarzsalamander ist vorwiegend nachtaktiv und ein ausgezeichneter Kletterer. Er nutzt seine verbreiterten Zehenspitzen und den Greifschwanz, um an Baumrinde, Felswänden und sogar an glatten Oberflächen zu klettern. Tagsüber verbirgt er sich in Baumhöhlen, unter loser Rinde, in Felsspalten oder in feuchten Mauerfugen.

Besonders bemerkenswert ist sein aggressives Verteidigungsverhalten: Der Nördliche Schwarzsalamander kann mit seinen kräftigen Kiefern und spitzen Zähnen kräftig zubeißen – er ist einer der wenigen Salamander, die tatsächlich die menschliche Haut durchdringen können! Dieses Verhalten dient der Revierverteidigung gegenüber Artgenossen und der Abwehr von Fressfeinden. Er kann außerdem laut quietschende Abwehrlaute von sich geben.

Ernährung

Der Nördliche Schwarzsalamander ernährt sich von einer breiten Palette von Wirbellosen, die er auf Bäumen, an Felswänden und am Boden erbeutet. Zu seinen Beutetieren zählen Insekten (besonders Ameisen, Käfer und Termiten), Spinnen, Asseln, Tausendfüßler und kleine Schnecken.

Seine kräftigen Kiefer ermöglichen es ihm, auch hartschalige Beutetiere zu zerbeißen, was ihm einen Vorteil gegenüber anderen lungenlosen Salamandern verschafft. Die Jagd erfolgt nachts, wobei er aktiv auf Bäumen und Felsen patrouilliert. In Baumhöhlen jagt er auch die dort lebenden Wirbellosen.

Fortpflanzung

Die Paarung findet im Spätsommer und Herbst statt. Das Weibchen legt im Frühjahr 12–24 große Eier in Trauben in feuchten Baumhöhlen, unter Rinde oder in Felsspalten ab. Anders als bei vielen anderen Plethodontiden gibt es keine aquatische Larvenphase – die Entwicklung verläuft direkt (direkte Entwicklung), und die fertig entwickelten Jungtiere schlüpfen nach 3–4 Monaten aus den Eiern.

Das Weibchen bewacht die Eier während der gesamten Entwicklungszeit und schützt sie vor Fressfeinden und Austrocknung. Die frisch geschlüpften Jungtiere sind nur etwa 2 cm lang und bereits vollständig entwickelt – ohne Kiemen und ohne aquatisches Stadium. Die Geschlechtsreife wird nach 2–3 Jahren erreicht. Die Reproduktionsrate ist für einen Salamander relativ niedrig.

Haltung im Terrarium

Der Nördliche Schwarzsalamander kann in einem halbfeuchten Terrarium gehalten werden. Ein vertikal ausgerichtetes Terrarium ab 40 × 40 × 60 cm (B × T × H) mit Klettermöglichkeiten aus Korkrinde, Ästen und Felsstücken ist ideal. Baumhöhlen aus Kork dienen als bevorzugte Versteckplätze. Das Substrat sollte aus feuchtem Kokoshumus mit einer Moosauflage bestehen.

Die Temperatur sollte tagsüber bei 18–22 °C liegen und nachts leicht absinken. Eine hohe Luftfeuchtigkeit von 70–85 % ist wichtig, wobei das Terrarium gut belüftet sein muss. Vorsicht: Dieser Salamander kann empfindlich beißen! Gefüttert wird mit Heimchen, Asseln, Wachsmottenlarven und kleinen Regenwürmern. Eine kühle Ruhephase bei 10–15 °C im Winter wird empfohlen.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Nördliche Schwarzsalamander wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in geeigneten Habitaten relativ häufig und profitiert von ihrer Anpassungsfähigkeit an vom Menschen veränderte Lebensräume. Dennoch sind lokale Populationen durch Waldrodung, insbesondere den Verlust alter Eichenwälder mit Baumhöhlen, bedroht.

Auch Waldbrände, die in Kalifornien zunehmend häufiger auftreten, können lokale Populationen stark dezimieren. Der Erhalt alter Baumbestände mit natürlichen Höhlen ist der wichtigste Schutzfaktor für diese Art.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Aneides lugubrisamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Aneides lugubrisiucnredlist.org
  3. Petranka, J. W. (1998): Salamanders of the United States and Canada. Smithsonian Institution Press.
  4. Stebbins, R. C. & McGinnis, S. M. (2012): Field Guide to Amphibians and Reptiles of California. University of California Press.
  5. Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.

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