| Wissenschaftlicher Name | Alytes cisternasii |
| Ordnung | Froschlurche (Anura) |
| Familie | Scheibenzüngler (Alytidae) |
| Gattung | Alytes |
| Größe | 3,5–5 cm |
| Gewicht | 4–9 g |
| Lebenserwartung | 5–8 Jahre |
| Verbreitung | Iberische Halbinsel (Portugal, Zentral- und Westspanien) |
| Lebensraum | Sandige und lehmige Böden, Eichenwälder, Korkeichenhaine |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
Beschreibung & Aussehen
Die Iberische Geburtshelferkröte ähnelt der Gemeinen Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans), ist aber etwas kleiner und gedrungener. Sie erreicht eine Körperlänge von 3,5–5 cm. Die Hautfarbe ist graubraun bis sandfarben mit kleinen, rötlichen Warzen. Die Unterseite ist weißlich.
Die Augen sind groß und hervorstehend mit vertikalen Pupillen. Ein deutliches Trommelfell ist sichtbar. Die Hinterfüße tragen kleine Grabschwielen, die zum Eingraben in lockere Böden dienen. Die Art ist insgesamt etwas zierlicher als A. obstetricans und hat eine glattere Haut.
Verbreitung & Lebensraum
Die Iberische Geburtshelferkröte kommt ausschließlich auf der westlichen Iberischen Halbinsel vor – in Portugal und Zentral- bis Westspanien (Extremadura, Kastilien, Andalusien). Sie ist ein Endemit der Iberischen Halbinsel.
Die Art bevorzugt offene bis halboffene Landschaften mit sandigen oder lehmigen Böden: Korkeichenwälder (Montados), Eichenwälder (Dehesas), Olivenhaine und Brachflächen. Im Vergleich zu A. obstetricans ist sie an trockenere, wärmere Bedingungen angepasst.
Lebensweise & Verhalten
Die Iberische Geburtshelferkröte ist nachtaktiv und gräbt sich tagsüber in lockere Böden ein. In der heißen, trockenen Sommerperiode (Juni–September) zieht sie sich in tiefere Bodenschichten zurück (Ästivation).
Die Aktivitätsperiode konzentriert sich auf die feuchteren Monate von Oktober bis Mai. Der Ruf der Männchen ist ein einzelner, klarer Ton, ähnlich dem von A. obstetricans, aber etwas tiefer und leiser.
Ernährung
Die Nahrung besteht aus kleinen Wirbellosen: Ameisen, kleine Käfer, Spinnen und Milben. Die Nahrungssuche findet nachts auf dem Boden statt. Kaulquappen ernähren sich von Algen und organischem Material im Wasser.
Fortpflanzung
Die Fortpflanzung findet im Herbst und Winter statt (Oktober–Februar) – also genau umgekehrt zu den meisten europäischen Amphibien. Wie bei der Gemeinen Geburtshelferkröte wickelt das Männchen die Laichschnüre um seine Hinterbeine und trägt sie mehrere Wochen lang.
Das Männchen hält die Eier feucht und sucht dann ein Gewässer auf (Brunnen, Zisternen, Bäche), um die schlüpfbereiten Kaulquappen abzusetzen. Die Larvenentwicklung kann mehrere Monate dauern, und die Kaulquappen überwintern häufig im Wasser. Der Name „cisternasii" (von Zisterne) deutet auf die Nutzung von Brunnen und Zisternen als Laichgewässer hin.
Gefährdung & Schutzstatus
Die Art wird von der IUCN als „Least Concern" eingestuft. Lokale Bedrohungen bestehen durch den Verlust von Laichgewässern (Austrocknung von Brunnen, Zuschütten von Zisternen), die Intensivierung der Landnutzung und den Chytridpilz Batrachochytrium dendrobatidis.
Die Art ist in der EU-Habitatrichtlinie (Anhang IV) aufgeführt und genießt entsprechenden Schutz. Der Erhalt traditioneller Landnutzungsformen auf der Iberischen Halbinsel (Dehesas, Montados) ist für ihren Schutz wichtig.
Quellen
- AmphibiaWeb: Alytes cisternasii – amphibiaweb.org
- IUCN Red List: Alytes cisternasii – www.iucnredlist.org
- Márquez, R. & Bosch, J. (1995): Alytes cisternasii – Iberian Midwife Toad. In: Grossenbacher, K. & Thiesmeier, B. (Hrsg.): Handbuch der Reptilien und Amphibien Europas.
- Frost, D. R. (2024): Amphibian Species of the World – Online Reference – amphibiansoftheworld.amnh.org
