Kröten

Iberische Geburtshelferkröte (Alytes cisternasii)

2 Min. Lesezeit
Alytes cisternasii

Bildquelle: Pablo Mendez Rodriguez / shutterstock.com

Zusammenfassung

Die Iberische Geburtshelferkröte ist ein Endemit der Iberischen Halbinsel und zeigt das gleiche faszinierende Brutpflegeverhalten wie ihre Schwesternart: Das Männchen trägt die Laichschnüre an den Hinterbeinen, bis die Kaulquappen schlüpfbereit sind. Sie bevorzugt sandige Böden in wärmeren, trockeneren Regionen als die Gemeine Geburtshelferkröte.

📚 Steckbrief – Iberische Geburtshelferkröte (Alytes cisternasii)
Wissenschaftlicher NameAlytes cisternasii
OrdnungFroschlurche (Anura)
FamilieScheibenzüngler (Alytidae)
GattungAlytes
Größe3,5–5 cm
Gewicht4–9 g
Lebenserwartung5–8 Jahre
VerbreitungIberische Halbinsel (Portugal, Zentral- und Westspanien)
LebensraumSandige und lehmige Böden, Eichenwälder, Korkeichenhaine
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Die Iberische Geburtshelferkröte ähnelt der Gemeinen Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans), ist aber etwas kleiner und gedrungener. Sie erreicht eine Körperlänge von 3,5–5 cm. Die Hautfarbe ist graubraun bis sandfarben mit kleinen, rötlichen Warzen. Die Unterseite ist weißlich.

Die Augen sind groß und hervorstehend mit vertikalen Pupillen. Ein deutliches Trommelfell ist sichtbar. Die Hinterfüße tragen kleine Grabschwielen, die zum Eingraben in lockere Böden dienen. Die Art ist insgesamt etwas zierlicher als A. obstetricans und hat eine glattere Haut.

Verbreitung & Lebensraum

Die Iberische Geburtshelferkröte kommt ausschließlich auf der westlichen Iberischen Halbinsel vor – in Portugal und Zentral- bis Westspanien (Extremadura, Kastilien, Andalusien). Sie ist ein Endemit der Iberischen Halbinsel.

Die Art bevorzugt offene bis halboffene Landschaften mit sandigen oder lehmigen Böden: Korkeichenwälder (Montados), Eichenwälder (Dehesas), Olivenhaine und Brachflächen. Im Vergleich zu A. obstetricans ist sie an trockenere, wärmere Bedingungen angepasst.

Lebensweise & Verhalten

Die Iberische Geburtshelferkröte ist nachtaktiv und gräbt sich tagsüber in lockere Böden ein. In der heißen, trockenen Sommerperiode (Juni–September) zieht sie sich in tiefere Bodenschichten zurück (Ästivation).

Die Aktivitätsperiode konzentriert sich auf die feuchteren Monate von Oktober bis Mai. Der Ruf der Männchen ist ein einzelner, klarer Ton, ähnlich dem von A. obstetricans, aber etwas tiefer und leiser.

Ernährung

Die Nahrung besteht aus kleinen Wirbellosen: Ameisen, kleine Käfer, Spinnen und Milben. Die Nahrungssuche findet nachts auf dem Boden statt. Kaulquappen ernähren sich von Algen und organischem Material im Wasser.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung findet im Herbst und Winter statt (Oktober–Februar) – also genau umgekehrt zu den meisten europäischen Amphibien. Wie bei der Gemeinen Geburtshelferkröte wickelt das Männchen die Laichschnüre um seine Hinterbeine und trägt sie mehrere Wochen lang.

Das Männchen hält die Eier feucht und sucht dann ein Gewässer auf (Brunnen, Zisternen, Bäche), um die schlüpfbereiten Kaulquappen abzusetzen. Die Larvenentwicklung kann mehrere Monate dauern, und die Kaulquappen überwintern häufig im Wasser. Der Name „cisternasii" (von Zisterne) deutet auf die Nutzung von Brunnen und Zisternen als Laichgewässer hin.

Gefährdung & Schutzstatus

Die Art wird von der IUCN als „Least Concern" eingestuft. Lokale Bedrohungen bestehen durch den Verlust von Laichgewässern (Austrocknung von Brunnen, Zuschütten von Zisternen), die Intensivierung der Landnutzung und den Chytridpilz Batrachochytrium dendrobatidis.

Die Art ist in der EU-Habitatrichtlinie (Anhang IV) aufgeführt und genießt entsprechenden Schutz. Der Erhalt traditioneller Landnutzungsformen auf der Iberischen Halbinsel (Dehesas, Montados) ist für ihren Schutz wichtig.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Alytes cisternasii – amphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Alytes cisternasii – www.iucnredlist.org
  3. Márquez, R. & Bosch, J. (1995): Alytes cisternasii – Iberian Midwife Toad. In: Grossenbacher, K. & Thiesmeier, B. (Hrsg.): Handbuch der Reptilien und Amphibien Europas.
  4. Frost, D. R. (2024): Amphibian Species of the World – Online Reference – amphibiansoftheworld.amnh.org

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