Molche

Olivfarbener Querzahnmolch (Ambystoma texanum)

4 Min. Lesezeit
Olivfarbener Querzahnmolch (Ambystoma texanum)

Bildquelle: Matt Jeppson / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Olivfarbene Querzahnmolch ist ein mittelgroßer Salamander der zentral- und ostamerikanischen Wälder und Flussauen. Seine unauffällige olivbraune bis dunkelgraue Färbung mit feinen hellen Flecken tarnt ihn hervorragend auf dem Waldboden. Die Art ist bekannt für ihre Fähigkeit zur Hybridisierung mit verwandten Ambystoma-Arten.

Der Olivfarbene Querzahnmolch ist ein mittelgroßer Salamander der zentral- und ostamerikanischen Wälder und Flussauen. Seine unauffällige olivbraune bis dunkelgraue Färbung mit feinen hellen Flecken tarnt ihn hervorragend auf dem Waldboden. Die Art ist bekannt für ihre Fähigkeit zur Hybridisierung mit verwandten Ambystoma-Arten.

Steckbrief: Olivfarbener Querzahnmolch (Ambystoma texanum)
Wissenschaftlicher NameAmbystoma texanum
OrdnungSchwanzlurche (Urodela)
FamilieQuerzahnmolche (Ambystomatidae)
GattungAmbystoma
Größe10–18 cm
Gewicht10–20 g
Lebenserwartung10–12 Jahre
VerbreitungZentral- und Ost-USA
LebensraumLaubwälder, Flussauen, Feuchtgebiete
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Olivfarbene Querzahnmolch erreicht eine Gesamtlänge von 10–18 cm und hat einen schlanken, langgestreckten Körperbau. Die Grundfarbe ist olivbraun bis dunkelgrau, wobei die Oberseite mit zahlreichen kleinen, weißlichen bis cremefarbenen Flecken (Lichenflecken) übersät ist, die dem Tier ein fein gesprenkeltes Aussehen verleihen. Die Unterseite ist heller, oft grau bis weißlich.

Der Kopf ist schmal und leicht abgeflacht mit kleinen, dunklen Augen. Die Costalfalten (Rippenfurchen) an den Flanken sind deutlich erkennbar – typisch 14–15 an der Zahl. Der Schwanz ist im Querschnitt oval und seitlich nur leicht abgeflacht, da die Art überwiegend terrestrisch lebt. Männchen und Weibchen unterscheiden sich äußerlich kaum, Männchen haben zur Paarungszeit eine leicht geschwollene Kloakenregion.

Verbreitung & Lebensraum

Der Olivfarbene Querzahnmolch ist im zentral-östlichen Nordamerika verbreitet – von Nebraska und Iowa im Westen über die Großen Seen bis nach Virginia und Georgia im Osten und Texas im Süden. Die Art kommt vom Meeresniveau bis in Höhenlagen von etwa 600 Metern vor.

Als Lebensraum bevorzugt der Olivfarbene Querzahnmolch feuchte Laubwälder, Flussauen und Auenwälder. Er ist besonders häufig in Überschwemmungsgebieten entlang von Flüssen und Bächen, wo temporäre Gewässer als Laichplätze dienen. An Land verbirgt er sich unter Baumstämmen, Steinen, in Nagetierbauten und unter der Laubstreu. Die Art ist relativ anpassungsfähig und kommt auch in Parks und Vorstadtgebieten vor.

Lebensweise & Verhalten

Der Olivfarbene Querzahnmolch ist streng nachtaktiv und verbringt den Tag in unterirdischen Verstecken. Er erscheint nur während feuchter Nächte und besonders häufig während der Fortpflanzungswanderung im späten Winter und Frühjahr an der Oberfläche. Diese verborgene Lebensweise macht ihn zu einer selten beobachteten Art.

Die Fortpflanzungswanderung findet typischerweise während der ersten warmen Regennächte im Februar bis März statt. Die Tiere wandern dabei zu temporären Gewässern wie überschwemmten Wiesen, Pfützen und Auenwaldtümpeln. Eine bemerkenswerte Eigenschaft ist die Fähigkeit zur Hybridisierung mit anderen Ambystoma-Arten, wobei unisexuelle, rein weibliche Populationen entstehen können, die sich durch Kleptogenese (Spermien-Diebstahl) fortpflanzen.

Ernährung

Der Olivfarbene Querzahnmolch ernährt sich hauptsächlich von Bodentieren. Zu seiner Nahrung gehören Regenwürmer, Insekten, Insektenlarven, Schnecken, Spinnen, Asseln und andere kleine Wirbellose. Die Beute wird nachts auf dem Waldboden und unter der Laubstreu erbeutet, wobei der Geruchssinn eine wichtige Rolle spielt.

Larven ernähren sich im Wasser von Zooplankton, Mückenlarven, Wasserflöhen und anderen kleinen aquatischen Wirbellosen. In Gefangenschaft nimmst du die Art gut mit Regenwürmern, Heimchen, Grillen und Wachsmottenlarven an. Die Fütterung erfolgt 2–3 Mal pro Woche in den Abendstunden.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit liegt im späten Winter bis Frühjahr (Februar–April). Die Tiere wandern während regnerischer Nächte zu temporären Gewässern. Die Balz findet im Wasser statt und beinhaltet das Umkreisen des Weibchens und das Absetzen von Spermatophoren durch das Männchen.

Das Weibchen legt 200–700 Eier in kleinen, lockeren Gruppen an Pflanzen oder auf dem Gewässerboden ab. Die Larven schlüpfen nach 2–4 Wochen und entwickeln sich über 2–4 Monate, bevor sie metamorphosieren und das Wasser verlassen. Da die Laichgewässer oft temporär sind, steht die Larvenentwicklung unter Zeitdruck – trocknet das Gewässer vor der Metamorphose aus, sterben die Larven. Die Geschlechtsreife wird mit 1–2 Jahren erreicht.

Haltung im Aquarium

Der Olivfarbene Querzahnmolch kann in einem feuchten Terrarium gehalten werden. Ein Becken ab 80 × 40 cm Grundfläche mit einer dicken Schicht lockerer Walderde, Laub, Moos und Verstecken aus Korkrinde eignet sich für ein Paar. Die Temperatur sollte tagsüber bei 18–22 °C liegen, nachts etwas kühler. Ein flaches Wasserbecken zum Baden ergänzt die Einrichtung.

Gefüttert wird mit Regenwürmern, Heimchen, Grillen und Wachsmottenlarven. Eine Winterruhe bei 5–10 °C über 2–3 Monate ist für die Gesundheit und Fortpflanzungsbereitschaft empfehlenswert. Die Art ist in Europa nicht im Handel erhältlich und darf in einigen US-Bundesstaaten nur mit Genehmigung gehalten werden.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Olivfarbene Querzahnmolch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Gesamtpopulation ist stabil, wobei lokale Bestände durch den Verlust von Auenwäldern, die Trockenlegung von Feuchtgebieten und Gewässerverschmutzung zurückgehen können. Straßenverkehr während der Wanderzeit ist eine weitere Gefährdungsursache.

Der Schutz von Auenwäldern und temporären Feuchtgebieten ist für das Überleben dieser Art entscheidend. Die unisexuellen Hybrid-Populationen, die genetisches Material von A. texanum tragen, haben einen besonderen wissenschaftlichen Wert und verdienen besondere Aufmerksamkeit im Naturschutz.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Ambystoma texanumamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Ambystoma texanumiucnredlist.org
  3. Petranka, J. W. (1998): Salamanders of the United States and Canada. Smithsonian Institution Press.
  4. Bogart, J. P. et al. (2007): Unisexual salamanders (genus Ambystoma) present a new reproductive mode for eukaryotes. Genome, 50(2), 119–136.

Hat dir dieser Artikel geholfen?

Weitere Ratgeber entdecken