Das Olivfarbene Fröschchen, bekannt als Coquí, ist der Nationalfrosch Puerto Ricos und ein Symbol der Inselkultur. Seinen Namen verdankt er seinem unverwechselbaren, zweisilbigen Ruf „co-quí!", der in tropischen Nächten allgegenwärtig ist. Wie alle Eleutherodactylus-Arten entwickelt er sich direkt – ohne Kaulquappenstadium. Auf Hawaii ist er als invasive Art eine ökologische Herausforderung.
| Wissenschaftlicher Name | Eleutherodactylus coqui |
| Ordnung | Froschlurche (Anura) |
| Familie | Eleutherodactylidae |
| Gattung | Eleutherodactylus |
| Größe | 3–5 cm |
| Gewicht | 2–6 g |
| Lebenserwartung | 4–6 Jahre |
| Verbreitung | Puerto Rico (invasiv auf Hawaii) |
| Lebensraum | Tropische Wälder, Gärten, Siedlungen, Plantagen |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
Beschreibung & Aussehen
Das Olivfarbene Fröschchen ist ein kleiner Frosch mit einer Körperlänge von 3–5 cm. Die Färbung variiert von olivbraun über gelbbraun bis graubraun, oft mit dunkleren Flecken oder einer feinen Marmorierung. Einige Exemplare zeigen einen hellen Rückenstreifen. Die Unterseite ist heller, gelblich bis weißlich.
Die Haut ist leicht granulös bis glatt. Die Augen sind groß und prominent. Die Finger und Zehen tragen gut entwickelte Haftscheiben, die das Klettern auf Blättern, Ästen und sogar glatten Hauswänden ermöglichen. Männchen sind kleiner als Weibchen und besitzen eine gelbe Kehlhaut, die beim Rufen aufgeblasen wird.
Verbreitung & Lebensraum
Das Olivfarbene Fröschchen ist auf Puerto Rico endemisch und kommt dort von der Küste bis in die Bergregenwälder in über 1.000 m Höhe vor. Es wurde in den 1980er-Jahren nach Hawaii eingeschleppt, wo es sich als invasive Art in mehreren Inseln etabliert hat. Kleinere eingeführte Populationen existieren auch in Florida und auf den US-Jungferninseln.
In Puerto Rico bewohnt der Coquí praktisch jeden Lebensraum – von tropischen Regenwäldern über Sekundärwälder und Plantagen bis hin zu Gärten und städtischen Gebieten. Er ist besonders häufig in der Vegetation von Wäldern und Gärten, auf Bromelien, Palmen und in Bananenpflanzungen. In Hawaii besiedelt er ähnliche Habitate und erreicht dort teilweise höhere Populationsdichten als in seiner Heimat.
Lebensweise & Verhalten
Das Olivfarbene Fröschchen ist nachtaktiv und verbringt den Tag in feuchten Verstecken – zusammengerollten Blättern, Blattachseln von Bromelien, unter Rinde oder in anderen geschützten Plätzen. Nachts wird es aktiv und klettert in die Vegetation, um zu jagen und zu rufen.
Der berühmte Ruf „co-quí!" (gesprochen: ko-KIE) besteht aus zwei Silben mit unterschiedlicher Funktion: Das „co" dient der Reviermarkierung gegenüber anderen Männchen, während das „quí" Weibchen anlockt. In Puerto Rico ist dieser Ruf allgegenwärtig und kann Lautstärken von über 90 Dezibel erreichen. Auf Hawaii wird der laute nächtliche Ruf von vielen Bewohnern als Lärmbelästigung empfunden.
Ernährung
Das Olivfarbene Fröschchen ernährt sich von einer breiten Palette kleiner Wirbelloser, darunter Ameisen, Käfer, Spinnen, Motten, Fliegen und andere Insekten. Er jagt nachts aktiv in der Vegetation und auf dem Boden. Auf Hawaii frisst er große Mengen einheimischer Insekten, was negative Auswirkungen auf die einheimische Insektenfauna haben kann.
In der Terrarienhaltung eignen sich Fruchtfliegen, kleine Grillen, Springschwänze und andere entsprechend kleine Futtertiere. Die Futtertiere sollten regelmäßig mit Vitamin- und Kalziumpräparaten bestäubt werden.
Fortpflanzung
Die Fortpflanzung findet ganzjährig statt, mit einem Höhepunkt in der feuchteren Jahreszeit. Die Männchen rufen von erhöhten Positionen in der Vegetation und verteidigen kleine Reviere. Nach der Paarung legt das Weibchen 16–41 große, dotterreiche Eier in feuchte Verstecke – häufig in zusammengerollte Blätter oder Blattachseln.
Die Entwicklung erfolgt direkt, ohne Kaulquappenstadium: Die gesamte Metamorphose findet innerhalb des Eies statt, und nach etwa 17–26 Tagen schlüpfen fertig entwickelte Miniaturfrösche von nur 6–8 mm Größe. Das Männchen bewacht die Eier während der gesamten Entwicklungszeit und befeuchtet sie regelmäßig. Die Geschlechtsreife wird nach etwa 8 Monaten erreicht.
Haltung im Terrarium
Das Olivfarbene Fröschchen kann in einem tropischen Terrarium ab 40 × 30 × 50 cm (L × B × H) für ein Paar gehalten werden. Die Einrichtung sollte Kletterpflanzen, Bromelien, zusammengerollte Korkrindenröhren als Verstecke und ein kleines Wasserbecken umfassen.
Die Temperatur sollte tagsüber bei 24–28 °C liegen, nachts um 20–22 °C. Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 70–90 % gehalten werden. Beachte, dass die Männchen nachts sehr laut rufen können (über 90 dB) – dies kann in Wohnungen problematisch sein. In einigen US-Bundesstaaten (z. B. Hawaii) ist die Haltung aufgrund des invasiven Potenzials verboten.
Gefährdung & Schutzstatus
Das Olivfarbene Fröschchen wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. In Puerto Rico ist es extrem häufig und die Populationen sind stabil. Der Coquí ist ein nationales Symbol Puerto Ricos und genießt auf der Insel kulturelle Wertschätzung.
Auf Hawaii ist die Art dagegen ein ernsthaftes ökologisches Problem: Die hohen Populationsdichten (bis zu 55.000 Frösche pro Hektar) führen zu einem enormen Prädationsdruck auf einheimische Insekten, verringern die Nahrungsverfügbarkeit für einheimische Vögel und verursachen durch den lauten Ruf eine erhebliche Lärmbelästigung. Bekämpfungsmaßnahmen mit Zitronensäure und heißem Wasser werden eingesetzt, um die Ausbreitung einzudämmen.
Quellen
- AmphibiaWeb: Eleutherodactylus coqui – amphibiaweb.org
- IUCN Red List: Eleutherodactylus coqui – iucnredlist.org
- Joglar, R. L. (1998): Los Coquíes de Puerto Rico. Editorial de la Universidad de Puerto Rico.
- Beard, K. H. & Pitt, W. C. (2005): Potential consequences of the coqui frog invasion in Hawaii. Diversity and Distributions, 11, 427–433.
- Kraus, F. & Campbell, E. W. (2002): Human-mediated escalation of a formerly eradicable problem: the invasion of Caribbean frogs in the Hawaiian Islands. Biological Invasions, 4, 327–332.
