Molche

Kaukasus-Bandmolch (Ommatotriton ophryticus)

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Ommatotriton-Molch (Ommatotriton ophryticus)

Bildquelle: HWall / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Kaukasus-Bandmolch, auch Ommatotriton-Molch genannt, ist ein eleganter Schwanzlurch aus der Kaukasusregion. Das Männchen besticht zur Paarungszeit durch einen hohen, gewellten Rückenkamm und ein silbriges Seitenband. Die Art ist eng mit dem Kleinasiatischen Bandmolch verwandt und bewohnt Berggewässer und feuchte Wälder.

Der Kaukasus-Bandmolch, auch Ommatotriton-Molch genannt, ist ein eleganter Schwanzlurch aus der Kaukasusregion. Das Männchen besticht zur Paarungszeit durch einen hohen, gewellten Rückenkamm und ein silbriges Seitenband. Die Art ist eng mit dem Kleinasiatischen Bandmolch verwandt und bewohnt Berggewässer und feuchte Wälder.

Steckbrief: Kaukasus-Bandmolch (Ommatotriton ophryticus)
Wissenschaftlicher NameOmmatotriton ophryticus
OrdnungSchwanzlurche (Urodela)
FamilieEchte Salamander (Salamandridae)
GattungOmmatotriton
Größe10–14 cm
Gewicht5–12 g
Lebenserwartung10–15 Jahre
VerbreitungKaukasusregion (Türkei, Georgien, Russland)
LebensraumBergteiche, Tümpel, feuchte Wälder
SchutzstatusPotenziell gefährdet (NT) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Ommatotriton-Molch erreicht eine Gesamtlänge von 10–16 cm, wobei der Schwanz etwa die Hälfte der Körperlänge ausmacht. Die Oberseite ist olivbraun bis bräunlich mit dunkleren Flecken. Ein silbrig-weißes Band zieht sich an jeder Flanke vom Kopf bis zum Schwanz – ein namensgebendes Merkmal der Gattung Ommatotriton. Die Unterseite ist leuchtend orange bis gelb, oft ungefleckt.

Männchen entwickeln während der Wasserphase einen auffällig hohen, gewellten oder leicht gezackten Rückenkamm, der vom Hinterkopf bis zur Schwanzspitze reicht. Der Kamm ist deutlich höher als bei Teichmolchen, aber anders geformt als bei den echten Kammmolchen. Die Schwanzflosse ist breit und farbenprächtig mit einem bläulich-silbrigen Schimmer. Weibchen sind schlanker und besitzen keinen Kamm.

Verbreitung & Lebensraum

Der Ommatotriton-Molch kommt in der westlichen und zentralen Kaukasusregion vor. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich über den Nordosten der Türkei, Georgien und den westlichen Teil des russischen Kaukasus. Die Art lebt in Höhenlagen von etwa 500 bis 2.500 Metern.

Als Laichgewässer bevorzugt die Art stehende oder langsam fließende Berggewässer wie Teiche, Tümpel, Quellbecken und wassergefüllte Gräben. Die Gewässer sollten vegetationsreich und kühl sein. Außerhalb der Laichzeit lebt der Ommatotriton-Molch an Land in feuchten Berg- und Laubwäldern, wo er sich unter Steinen, Totholz und in der Laubstreu verbirgt. Die kühlen, nebligen Bedingungen der Kaukasus-Bergwälder sind sein bevorzugter Landlebensraum.

Lebensweise & Verhalten

Der Ommatotriton-Molch führt eine amphibische Lebensweise. Im Frühjahr (April–Juni, je nach Höhenlage) wandert er zu seinen Laichgewässern, wo er mehrere Monate verbringt. In der aquatischen Phase zeigen die Männchen ihr eindrucksvolles Balzverhalten: Sie präsentieren ihren hohen Kamm und das silbrige Seitenband in einem ritualisierten Balztanz vor den Weibchen.

Außerhalb der Fortpflanzungszeit ist der Molch überwiegend dämmerungs- bis nachtaktiv und lebt versteckt an Land. Die Winterruhe dauert von November bis März und wird in frostfreien Verstecken verbracht. Bei Bedrohung kann die Art ihr Schwanzende aufstellen und die orangefarbene Unterseite präsentieren (Unkenreflex), um potenzielle Fressfeinde abzuschrecken.

Ernährung

Der Ommatotriton-Molch ernährt sich von einer Vielzahl kleiner Wirbelloser. Im Wasser frisst er Mückenlarven, Wasserflöhe, Bachflohkrebse, kleine Schnecken und Insektenlarven. An Land stehen Regenwürmer, Nacktschnecken, Spinnen, Asseln und Insekten auf dem Speiseplan.

Die Beute wird visuell geortet und mit einer schnellen Schnappbewegung ergriffen. In Gefangenschaft nimmst du die Art gut mit lebenden oder aufgetauten Mückenlarven, kleinen Regenwürmern, Enchyträen und Tubifex an. Die Fütterung sollte 2–3 Mal pro Woche erfolgen. Jungmolche werden am besten täglich mit kleinen Wasserflöhen und frisch geschlüpften Artemia-Nauplien gefüttert.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit erstreckt sich von April bis Juni, wobei Populationen in höheren Lagen später aktiv werden. Das Männchen führt ein aufwendiges Balzritual durch, bei dem es seinen Kamm aufrichtet, sich seitlich vor dem Weibchen präsentiert und den Schwanz rhythmisch bewegt, um Pheromone zu verbreiten. Nach erfolgreicher Balz setzt das Männchen eine Spermatophore auf dem Gewässerboden ab.

Das Weibchen legt 150–300 Eier einzeln an Blätter von Wasserpflanzen und faltet die Blätter schützend um die Eier. Die Larven schlüpfen nach 2–3 Wochen und leben vollständig aquatisch. Die Metamorphose erfolgt nach 3–4 Monaten, wobei die Jungmolche dann das Wasser verlassen und ein terrestrisches Leben beginnen. Die Geschlechtsreife wird mit 2–3 Jahren erreicht.

Haltung im Aquarium

Der Ommatotriton-Molch eignet sich für die Haltung in einem kühlen Aquaterrarium. Ein Becken ab 80 × 40 cm Grundfläche mit einem Wasserstand von 15–20 cm und einem Landteil eignet sich für ein Paar. Die Wassertemperatur sollte 14–20 °C betragen, im Sommer nicht über 22 °C. Die Luftfeuchtigkeit im Landbereich sollte 60–80 % betragen.

Die Einrichtung sollte reichlich Wasserpflanzen, Steine und Wurzeln als Verstecke enthalten. Der Landteil kann aus feuchtem Moos und Korkrinde gestaltet werden. Gefüttert wird mit Mückenlarven, Enchyträen, kleinen Regenwürmern und Tubifex. Eine Winterruhe bei 4–8 °C über 2–3 Monate ist für die Gesundheit und Fortpflanzungsbereitschaft essenziell. Die Art ist im europäischen Handel nur sehr selten erhältlich.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Ommatotriton-Molch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in ihrem Verbreitungsgebiet stellenweise noch häufig, lokale Populationen können jedoch durch den Verlust von Laichgewässern, Entwaldung, Überweidung und Gewässerverschmutzung bedroht sein.

In der Türkei und Georgien steht die Art unter nationalem Naturschutz. Der Erhalt von Bergfeuchtgebieten und Wäldern in der Kaukasusregion ist für das langfristige Überleben dieser Art entscheidend. Der Salamanderfresserpilz Bsal, der in Europa Molchbestände dezimiert, stellt eine potenzielle zukünftige Bedrohung dar, sofern er die Kaukasusregion erreicht.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Ommatotriton ophryticusamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Ommatotriton ophryticusiucnredlist.org
  3. Litvinchuk, S. N. et al. (2005): Taxonomic status of Triturus vittatus (Urodela: Salamandridae) in Russia. Russian Journal of Herpetology, 12(3), 167–182.
  4. Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.

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