Frösche

Orientalischer Hornfrosch (Megophrys montana)

4 Min. Lesezeit
Orientalischer Hornfrosch (Megophrys montana)

Bildquelle: lessysebastian / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Orientalische Hornfrosch ist ein Meister der Tarnung in den tropischen Bergwäldern Südostasiens. Sein dreieckiger Körper, die hornartigen Augenfortsätze und die braune, blattähnliche Färbung lassen ihn auf dem Waldboden wie ein verwelktes Blatt erscheinen. Diese perfekte Mimikry schützt ihn vor Fressfeinden und ermöglicht ihm gleichzeitig das Lauern auf Beute.

Der Orientalische Hornfrosch ist ein Meister der Tarnung in den tropischen Bergwäldern Südostasiens. Sein dreieckiger Körper, die hornartigen Augenfortsätze und die braune, blattähnliche Färbung lassen ihn auf dem Waldboden wie ein verwelktes Blatt erscheinen. Diese perfekte Mimikry schützt ihn vor Fressfeinden und ermöglicht ihm gleichzeitig das Lauern auf Beute.

Steckbrief: Orientalischer Hornfrosch (Megophrys montana)
Wissenschaftlicher NameMegophrys montana
OrdnungFroschlurche (Anura)
FamilieMegophryidae
GattungMegophrys
Größe8–12 cm
Gewicht30–80 g
Lebenserwartung5–10 Jahre
VerbreitungSüdostasien (Malaysia, Indonesien, Philippinen)
LebensraumTropische Bergregenwälder, Waldboden, Bachränder
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Orientalische Hornfrosch ist ein mittelgroßer bis großer Frosch mit einer Körperlänge von 8–12 cm. Sein Körper hat eine auffällig dreieckige Form, wenn er von oben betrachtet wird – breit am Kopf und sich zum Hinterteil hin verjüngend. Die namensgebenden „Hörner" sind spitze, dreieckige Hautfortsätze über den Augen und an der Schnauzenspitze.

Die Färbung ist ein perfektes Beispiel für Blatmimikry: verschiedene Brauntöne von hellbraun bis dunkelbraun, oft mit einer hellen oder dunklen Mittelrippe, die die Mittelader eines Blattes imitiert. Die Hautstruktur ist unregelmäßig und erinnert an die Textur eines welken Blattes. Die Unterseite ist heller, cremeweiß bis gelblich mit dunkler Marmorierung. Die Augen sind groß und nach oben gerichtet.

Verbreitung & Lebensraum

Der Orientalische Hornfrosch kommt in Südostasien vor, hauptsächlich auf der Malaiischen Halbinsel, in Sumatra, Java, Borneo und auf den Philippinen. Sein Verbreitungsgebiet umfasst tropische Bergregenwälder in Höhenlagen von etwa 300–2.000 m. Die genaue Artabgrenzung innerhalb der Gattung Megophrys wird noch erforscht.

Er bewohnt den Boden von Primär- und guten Sekundärregenwäldern, bevorzugt in der Nähe von klaren Bergbächen und Quellgebieten. Die dichte Laubschicht des Waldbodens bietet ihm sowohl Tarnung als auch ein reichhaltiges Nahrungsangebot. Er ist auf intakte, feuchte Waldgebiete angewiesen und meidet offene oder stark gestörte Flächen.

Lebensweise & Verhalten

Der Orientalische Hornfrosch ist ein klassischer Lauerjäger, der regungslos auf dem Waldboden sitzt und dank seiner perfekten Tarnung praktisch unsichtbar ist. Er ist vorwiegend nachtaktiv und verbringt den Tag bewegungslos in der Laubstreu. Selbst wenn du direkt neben ihm stehst, wirst du ihn kaum entdecken.

Bei Bedrohung verlässt sich der Frosch zunächst auf seine Tarnung und verharrt regungslos. Erst bei direkter Berührung springt er auf und flüchtet in die Laubstreu oder ins Wasser. Die Art ist einzelgängerisch und territorial. Die Männchen rufen mit einem lauten, einzelnen Ton von erhöhten Positionen am Bachrand.

Ernährung

Der Orientalische Hornfrosch ernährt sich als Lauerjäger von einer Vielzahl wirbelloser Tiere, die über den Waldboden laufen. Zu seiner Beute gehören Insekten (Käfer, Schaben, Grillen), Spinnen, Tausendfüßler, Schnecken und Würmer. Sein breites Maul ermöglicht ihm die Aufnahme relativ großer Beutetiere.

In der Terrarienhaltung eignen sich Grillen, Heimchen, Schaben, Regenwürmer und andere Futterinsekten. Die Fütterung sollte 2–3 Mal pro Woche erfolgen. Da der Frosch ein Lauerjäger ist, muss die Beute lebendig angeboten werden, damit er sie wahrnimmt und erbeutet.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung findet während der Regenzeit statt. Die Männchen rufen von Steinen oder erhöhten Positionen am Bachrand mit lauten, einzelnen, metallisch klingenden Rufen. Der Ruf kann über beträchtliche Entfernungen gehört werden und hallt durch den Wald.

Die Eier werden in die strömenden Bereiche von Bergbächen abgelegt. Die Kaulquappen haben eine ungewöhnliche Form: Sie besitzen einen trichterförmigen Mund, mit dem sie sich an Steine in der Strömung heften und die Wasseroberfläche nach Nahrungspartikeln abfiltern. Diese einzigartige Mundform ist ein Erkennungsmerkmal der Megophryidae-Kaulquappen. Die Metamorphose dauert mehrere Monate.

Haltung im Terrarium

Der Orientalische Hornfrosch ist ein anspruchsvolles Terrarientier, das Erfahrung in der Haltung tropischer Amphibien erfordert. Ein Terrarium ab 80 × 50 × 50 cm für ein Paar ist empfehlenswert. Die Einrichtung sollte eine tiefe Schicht Laub und Erde, Moos, Wurzeln und einen Wasserteil mit leichter Strömung umfassen.

Die Temperatur sollte tagsüber bei 22–26 °C liegen, nachts um 18–20 °C – Bergwaldfrösche vertragen keine hohen Temperaturen! Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 70–90 % gehalten werden. Gute Belüftung ist wichtig, um Stauluft zu vermeiden. Die Art ist im spezialisierten Terristikhandel gelegentlich als Nachzucht erhältlich und stellt eine faszinierende Bereicherung für erfahrene Halter dar.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Orientalische Hornfrosch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art hat ein relativ großes Verbreitungsgebiet und kommt in mehreren Schutzgebieten vor. Die Bestände gelten insgesamt als stabil.

Langfristige Bedrohungen bestehen durch die Abholzung tropischer Bergwälder für Plantagen (insbesondere Palmöl), Bergbau und Infrastrukturentwicklung. Da die Art auf intakte Primärwälder mit sauberen Bergbächen angewiesen ist, reagiert sie empfindlich auf Waldrodung und Gewässerverschmutzung. Der Schutz von Bergwald-Ökosystemen in Südostasien ist entscheidend für das langfristige Überleben dieser und vieler weiterer endemischer Arten.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Megophrys montanaamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Megophrys montanaiucnredlist.org
  3. Inger, R. F. & Stuebing, R. B. (2005): A Field Guide to the Frogs of Borneo. Natural History Publications.
  4. Iskandar, D. T. (1998): The Amphibians of Java and Bali. Research and Development Centre for Biology, LIPI.
  5. Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.

Hat dir dieser Artikel geholfen?

Weitere Ratgeber entdecken