Molche

Ostchinesischer Krokodilmolch (Tylototriton yangi)

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Ostchinesischer Krokodilmolch (Tylototriton yangi)

Bildquelle: HWall / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Ostchinesische Krokodilmolch ist ein seltener Schwanzlurch aus den Bergwäldern der chinesischen Provinzen Yunnan und Guizhou. Mit seiner dunklen Grundfarbe und den orange gefärbten Warzen gehört er zur artenreichen Gattung der Krokodilmolche. Die Art wurde erst 2012 wissenschaftlich beschrieben und ist aufgrund ihres begrenzten Verbreitungsgebiets als gefährdet eingestuft.

Der Ostchinesische Krokodilmolch ist ein seltener Schwanzlurch aus den Bergwäldern der chinesischen Provinzen Yunnan und Guizhou. Mit seiner dunklen Grundfarbe und den orange gefärbten Warzen gehört er zur artenreichen Gattung der Krokodilmolche. Die Art wurde erst 2012 wissenschaftlich beschrieben und ist aufgrund ihres begrenzten Verbreitungsgebiets als gefährdet eingestuft.

Steckbrief: Ostchinesischer Krokodilmolch (Tylototriton yangi)
Wissenschaftlicher NameTylototriton yangi
OrdnungSchwanzlurche (Urodela)
FamilieEchte Salamander (Salamandridae)
GattungTylototriton
Größe14–18 cm
Gewicht12–20 g
Lebenserwartung10–15 Jahre
VerbreitungOstchina (Yunnan, Guizhou)
LebensraumBergwälder, Waldteiche
SchutzstatusGefährdet (VU) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Ostchinesische Krokodilmolch erreicht eine Gesamtlänge von 12–16 cm. Wie alle Krokodilmolche besitzt er einen kräftigen, gedrungenen Körperbau mit einem breiten, abgeflachten Kopf. Die Haut ist rau und warzig mit markanten Knochenleisten auf dem Kopf (Cranialcristen), die das krokodilhafte Erscheinungsbild der Gattung prägen. Entlang der Flanken verlaufen warzenförmige Rippenknoten.

Die Grundfarbe ist dunkelbraun bis schwarz. Die warzigen Erhebungen an den Flanken, die Knochenleisten am Kopf und die Unterseite der Finger und Zehen sind orange bis rötlich gefärbt und dienen als Warnsignal. Der Schwanz ist seitlich abgeflacht und etwa so lang wie der restliche Körper. Die Art unterscheidet sich von verwandten Tylototriton-Arten durch spezifische morphologische Merkmale der Kopfleisten und die Proportionen des Körperbaus.

Verbreitung & Lebensraum

Der Ostchinesische Krokodilmolch ist in seinem Vorkommen auf die Bergwälder der Provinz Yunnan im Südwesten Chinas beschränkt. Die Art lebt in Höhenlagen zwischen 1.200 und 2.200 Metern in subtropischen bis gemäßigten Bergwäldern. Das bekannte Verbreitungsgebiet ist relativ klein und fragmentiert.

Die Tiere bewohnen feuchte, schattige Wälder mit dichter Laubstreu und reichlich Versteckmöglichkeiten. Zur Fortpflanzungszeit suchen sie flache, stehende Gewässer wie Waldteiche, Tümpel und wassergefüllte Vertiefungen auf. Außerhalb der Laichzeit leben sie streng terrestrisch im feuchten Waldboden, unter Steinen und Totholz. Die kühlen, feuchten Bedingungen der Yunnan-Bergwälder mit häufigen Nebeln und Niederschlägen sind für die Art essenziell.

Lebensweise & Verhalten

Der Ostchinesische Krokodilmolch ist ein dämmerungs- und nachtaktiver Schwanzlurch mit einer überwiegend terrestrischen Lebensweise. Tagsüber verbirgt er sich unter Steinen, Baumwurzeln und in der Laubstreu. Nach Regenfällen kann er auch tagsüber aktiv auf dem Waldboden beobachtet werden.

Während der Regenzeit wandert die Art zu flachen Gewässern, um sich fortzupflanzen. Bei Bedrohung nimmt der Ostchinesische Krokodilmolch die für Krokodilmolche typische Abwehrhaltung ein: Er richtet sich auf, krümmt den Rücken und präsentiert die orangefarbenen Warzen als Warnsignal. Die Hautdrüsen können ein toxisches Sekret absondern. Über die spezifischen Verhaltensweisen dieser erst kürzlich beschriebenen Art ist noch wenig erforscht.

Ernährung

Der Ostchinesische Krokodilmolch ernährt sich von kleinen Wirbellosen des Waldbodens. Zum Nahrungsspektrum gehören Insekten, Insektenlarven, Regenwürmer, Schnecken, Spinnen und andere Bodenbewohner. Im Wasser frisst er zusätzlich Mückenlarven und aquatische Wirbellose.

In Gefangenschaft nimmst du die Art mit Regenwürmern, Heimchen, Grillen und Wachsmottenlarven an. Auch aufgetaute rote Mückenlarven werden akzeptiert. Die Fütterung sollte 2–3 Mal pro Woche erfolgen, wobei eine Supplementierung mit Kalzium und Vitaminen empfehlenswert ist. Jungmolche werden häufiger mit entsprechend kleinerer Beute gefüttert.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung findet während der Regenzeit statt, typischerweise zwischen Mai und August. Die Tiere wandern zu flachen, stehenden Gewässern. Über die Details der Balz ist noch wenig bekannt, sie dürfte aber ähnlich wie bei verwandten Tylototriton-Arten ablaufen – mit Annäherung und Umkreisen des Weibchens durch das Männchen.

Nach der Befruchtung über eine Spermatophore legt das Weibchen vermutlich 30–60 Eier an Wasserpflanzen oder unter Steine im Wasser ab. Die Larven entwickeln sich vollständig aquatisch und durchlaufen nach einigen Monaten die Metamorphose. Da die Art erst 2012 beschrieben wurde, sind viele Details der Fortpflanzungsbiologie noch unerforscht.

Haltung im Aquarium

Der Ostchinesische Krokodilmolch eignet sich für die Haltung in einem kühlen, feuchten Terrarium. Ein Becken ab 60 × 40 cm Grundfläche mit einem flachen Wasserteil ist für ein Paar ausreichend. Die Temperaturen sollten zwischen 16 und 22 °C liegen, im Sommer ist ein kühler Standort essenziell. Die Luftfeuchtigkeit sollte 70–90 % betragen.

Der Bodengrund besteht idealerweise aus feuchter Walderde oder Kokoshumus, mit Moos, Rindenstücken und Steinen als Verstecke. Der Wasserteil kann als flache Schale mit 5–10 cm Wasserstand gestaltet werden. Beachte, dass diese Art aufgrund ihres bedrohten Status und des begrenzten Verbreitungsgebiets im Handel extrem selten und möglicherweise durch CITES reguliert ist. Erkundige dich vor dem Erwerb über die geltenden Vorschriften.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Ostchinesische Krokodilmolch wird von der IUCN als „Vulnerable" (gefährdet) eingestuft. Die Hauptbedrohungen sind der Verlust seines Bergwaldlebensraums durch Abholzung, landwirtschaftliche Expansion und Infrastrukturprojekte. Das kleine Verbreitungsgebiet macht die Art besonders anfällig für lokale Bedrohungen.

Die Art ist in China national geschützt. Der Schutz der verbliebenen Bergwälder in Yunnan und die Einrichtung von Schutzgebieten sind entscheidend für das Überleben dieser erst kürzlich entdeckten Art. Nachzuchtprogramme könnten langfristig zur Bestandssicherung beitragen, setzen aber eine bessere Kenntnis der Fortpflanzungsbiologie voraus.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Tylototriton yangiamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Tylototriton yangiiucnredlist.org
  3. Nussbaum, R. A., Brodie, E. D. & Yang, D. (1995): A taxonomic review of Tylototriton. Herpetologica, 51(3), 257–268.
  4. Frost, D. R. (2024): Amphibian Species of the World. American Museum of Natural History – amphibiansoftheworld.amnh.org

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