Salamander

Pachyhynobius-Salamander (Pachyhynobius shangchengensis)

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Pachyhynobius-Salamander (Pachyhynobius shangchengensis)

Bildquelle: HWall / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Pachyhynobius-Salamander ist ein äußerst seltener Winkelzahnmolch aus den Bergen Zentralchinas. Er lebt ausschließlich in kühlen Bergbächen der Provinzen Henan und Anhui. Mit seinem kräftigen Körperbau und dem breiten, abgeflachten Kopf ist er gut an das Leben in fließenden Gewässern angepasst. Die Art gilt als vom Aussterben bedroht.

Der Pachyhynobius-Salamander ist ein äußerst seltener Winkelzahnmolch aus den Bergen Zentralchinas. Er lebt ausschließlich in kühlen Bergbächen der Provinzen Henan und Anhui. Mit seinem kräftigen Körperbau und dem breiten, abgeflachten Kopf ist er gut an das Leben in fließenden Gewässern angepasst. Die Art gilt als vom Aussterben bedroht.

Steckbrief: Pachyhynobius-Salamander (Pachyhynobius shangchengensis)
Wissenschaftlicher NamePachyhynobius shangchengensis
OrdnungSchwanzlurche (Caudata)
FamilieWinkelzahnmolche (Hynobiidae)
GattungPachyhynobius
Größe15–20 cm
Gewicht15–30 g
Lebenserwartung10–15 Jahre
VerbreitungChina (Provinzen Henan und Anhui)
LebensraumKühle Bergbäche, Laubmischwälder, 600–1.500 m Höhe
SchutzstatusVom Aussterben bedroht (CR) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Pachyhynobius-Salamander erreicht eine Gesamtlänge von 15–20 cm und ist damit einer der größeren Vertreter der Hynobiidae. Sein Körper ist kräftig und gedrungen mit einem auffallend breiten, abgeflachten Kopf, der als Anpassung an das Leben in Bergbächen dient. Die Grundfarbe ist dunkelbraun bis olivbraun mit einer leicht granulierten Hautoberfläche.

Die Haut ist warzig und drüsenreich, die Flanken zeigen oft feine Längsfalten. Der Schwanz ist seitlich abgeflacht und dient als Schwimmhilfe in der starken Strömung der Bergbäche. Die Beine sind kräftig mit gut entwickelten Zehen. Die Augen sind relativ klein und sitzen seitlich am abgeflachten Kopf. Die Unterseite ist heller gefärbt, oft grau bis cremefarben.

Verbreitung & Lebensraum

Der Pachyhynobius-Salamander hat ein extrem kleines Verbreitungsgebiet in den Dabie-Bergen an der Grenze der Provinzen Henan und Anhui im östlichen Zentralchina. Er kommt nur in wenigen isolierten Bergbachsystemen in Höhenlagen von 600–1.500 m vor.

Sein Lebensraum sind kühle, sauerstoffreiche Bergbäche in dichten Laubmischwäldern. Die Art benötigt klares, fließendes Wasser mit Temperaturen unter 18 °C und steinigem Untergrund mit Versteckmöglichkeiten unter Steinen und in Felsspalten. Die umgebenden Wälder müssen intakt sein, da sie für die Aufrechterhaltung des Mikroklimas und der Wasserqualität essenziell sind.

Lebensweise & Verhalten

Der Pachyhynobius-Salamander ist eng an seine Bergbach-Habitate gebunden und verbringt den Großteil seines Lebens im oder in unmittelbarer Nähe des Wassers. Er ist vorwiegend nachtaktiv und versteckt sich tagsüber unter Steinen im Bachbett oder an feuchten Uferbereichen.

Die Art ist an die kühlen Temperaturen der Bergbäche angepasst und zeigt eine geringe Hitzetoleranz. In den Wintermonaten sinkt die Aktivität deutlich, und die Tiere suchen tiefere, frostfreie Bereiche im Bachbett auf. Über das Sozialverhalten und die Revierverteidigung ist aufgrund der Seltenheit der Art wenig bekannt.

Ernährung

Die Nahrung des Pachyhynobius-Salamanders besteht hauptsächlich aus aquatischen und semiaquatischen Wirbellosen. Er frisst Insektenlarven (insbesondere Eintagsfliegen-, Steinfliegen- und Köcherfliegenlarven), Bachflohkrebse, Würmer und kleine Schnecken, die er zwischen den Steinen der Bergbäche erbeutet.

Die Jagd erfolgt durch langsames Lauern und schnelles Zuschnappen, wobei der abgeflachte Kopf es ermöglicht, Beute unter flachen Steinen zu erreichen. An Land frisst er gelegentlich auch bodenlebende Wirbellose wie Regenwürmer und Insekten, verlässt die unmittelbare Bachnähe jedoch selten.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung des Pachyhynobius-Salamanders findet im Frühjahr in den Bergbächen statt. Wie bei anderen Hynobiidae erfolgt die Befruchtung extern: Das Weibchen legt paarweise Eiersäcke unter Steine in ruhigeren Bachbereichen ab, und das Männchen befruchtet diese anschließend mit seinen Spermien.

Jeder Eiersack enthält 20–40 Eier, die in eine gallertartige Schutzhülle eingebettet sind. Die Larven schlüpfen nach mehreren Wochen und leben vollständig aquatisch. Die Larvalentwicklung dauert aufgrund der kühlen Wassertemperaturen 1–2 Jahre. Die Metamorphose verläuft langsam, und die Jungtiere bleiben auch nach der Umwandlung in Bachnähe. Die Geschlechtsreife wird vermutlich nach 3–4 Jahren erreicht.

Haltung im Terrarium

Die Haltung des Pachyhynobius-Salamanders im Terrarium ist aufgrund seines kritischen Schutzstatus und der extrem begrenzten Verfügbarkeit praktisch nicht möglich und aus Artenschutzgründen nicht empfehlenswert. Jedes Tier, das der Natur entnommen wird, gefährdet den Fortbestand der ohnehin winzigen Population.

Sollte eine Haltung im Rahmen eines Zuchtprogramms stattfinden, wäre ein Kaltwasser-Aquaterrarium mit starker Wasserbewegung, Wassertemperaturen von 10–18 °C, einer leistungsstarken Filterung und einem steinigen Substrat erforderlich. Die niedrigen Temperaturansprüche und die Empfindlichkeit gegenüber Wasserverschmutzung machen die Haltung besonders anspruchsvoll.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Pachyhynobius-Salamander wird von der IUCN als „Critically Endangered" (vom Aussterben bedroht) eingestuft. Sein extrem kleines Verbreitungsgebiet und die fortschreitende Zerstörung seiner Bergwald-Habitate durch Abholzung, Straßenbau und landwirtschaftliche Nutzung stellen die größten Bedrohungen dar. Auch die Verschlechterung der Wasserqualität durch Pestizide und Sedimenteintrag gefährdet die Art.

Die chinesische Regierung hat Teile des Verbreitungsgebiets unter Naturschutz gestellt. Ex-situ-Zuchtprogramme wären dringend erforderlich, sind aber bisher kaum etabliert. Der Schutz der verbliebenen Bergwälder und ihrer Bachsysteme ist die einzige Möglichkeit, das Überleben dieser einzigartigen Art zu sichern. Internationale Zusammenarbeit im Artenschutz ist hier besonders wichtig.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Pachyhynobius shangchengensisamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Pachyhynobius shangchengensisiucnredlist.org
  3. Fei, L. et al. (2006): Atlas of Amphibians of China. Henan Science and Technology Press.
  4. Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.
  5. Vitt, L. J. & Caldwell, J. P. (2014): Herpetology. 4th Edition. Academic Press.

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