Fische (Salzwasser)

Paletten-Doktorfisch (Paracanthurus hepatus)

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Paletten-Doktorfisch (Paracanthurus hepatus)

Bildquelle: Martin Leber / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Paletten-Doktorfisch wurde durch den Film „Findet Nemo" als „Dory" weltweit berühmt. Seine ikonische Kombination aus leuchtendem Blau, Schwarz und Gelb macht ihn zu einem der bekanntesten Meeresfische überhaupt. Trotz seiner Popularität ist er kein einfacher Pflegling und benötigt ein großes, stabiles Aquarium.

Der Paletten-Doktorfisch wurde durch den Film „Findet Nemo" als „Dory" weltweit berühmt. Seine ikonische Kombination aus leuchtendem Blau, Schwarz und Gelb macht ihn zu einem der bekanntesten Meeresfische überhaupt. Trotz seiner Popularität ist er kein einfacher Pflegling und benötigt ein großes, stabiles Aquarium.

Steckbrief: Paletten-Doktorfisch (Paracanthurus hepatus)
Wissenschaftlicher NameParacanthurus hepatus
OrdnungBarschverwandte (Perciformes)
FamilieDoktorfische (Acanthuridae)
GattungParacanthurus
Größe20–31 cm
Lebenserwartung10–20 Jahre
VerbreitungIndopazifik (Ostafrika bis Samoa)
LebensraumKorallenriffe, Riffkanten, Lagunen
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 800 Liter
Temperatur24–27 °C
Salinität1,023–1,026

Beschreibung & Aussehen

Der Paletten-Doktorfisch erreicht eine Körperlänge von 20–31 cm und besticht durch seine unverwechselbare Farbgebung. Der Körper leuchtet in einem intensiven Königsblau mit einem schwarzen, palettenförmigen Muster, das sich von den Augen über den Rücken bis zum Schwanzstiel zieht – daher der Name „Paletten-Doktorfisch". Die Schwanzflosse ist leuchtend gelb.

Der Körper ist hochrückig und seitlich stark abgeflacht. Die Augen sind groß und ausdrucksstark – ein Merkmal, das maßgeblich zu seiner Beliebtheit als Filmcharakter beigetragen hat. Am Schwanzstiel befinden sich scharfe Knochenplatten (Skalpelle), die der Verteidigung dienen. Jungtiere sind heller gefärbt und entwickeln die volle Farbintensität erst mit zunehmender Größe.

Verbreitung & Lebensraum

Der Paletten-Doktorfisch ist im Indopazifik weit verbreitet, von der ostafrikanischen Küste über den Indischen Ozean bis nach Samoa und Kiribati. Du findest ihn in Korallenriffen und an Riffkanten in Tiefen von 2–40 Metern.

Die Art bevorzugt Bereiche mit reichlich Korallenbedeckung, insbesondere verzweigte Acropora-Korallen, zwischen denen sie bei Gefahr Schutz sucht. Jungtiere leben meist in kleinen Gruppen zwischen den Ästen von Geweihkorallen, während adulte Tiere größere Bereiche des Riffs durchstreifen.

Lebensweise & Verhalten

Der Paletten-Doktorfisch ist tagaktiv und lebt in lockeren Gruppen oder kleinen Schwärmen. Er ist ein aktiver Schwimmer, der große Teile des Riffs auf der Suche nach Nahrung durchstreift. Bei Gefahr legt er sich flach auf die Seite und stellt sich tot – ein ungewöhnliches Verhalten, das auch im Aquarium beobachtet werden kann und Anfänger oft beunruhigt.

Die Art ist generell friedlich, kann aber gegenüber Artgenossen und anderen Doktorfischen territorial werden, besonders in zu kleinen Becken. Bei Stress oder Angst kann die Färbung deutlich verblassen, was oft als Krankheitszeichen missgedeutet wird.

Leider ist der Paletten-Doktorfisch einer der krankheitsanfälligsten Meerwasserfische und reagiert extrem empfindlich auf Cryptocaryon (Pünktchenkrankheit). Eine stressfreie Haltung und stabile Wasserverhältnisse sind daher besonders wichtig.

Ernährung

In der Natur ernährt sich der Paletten-Doktorfisch hauptsächlich von Zooplankton, ergänzt durch Algen und gelegentlich kleine Wirbellose. Er ist damit einer der wenigen Doktorfische, die überwiegend tierische Kost aufnehmen.

Im Aquarium ist die Art ein unkomplizierter Fresser, der praktisch jedes Futter annimmt. Frostfutter wie Artemia, Mysis und Cyclops, Flockenfutter, Granulat und Nori-Algen werden gleichermaßen gefressen. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit einem Anteil pflanzlicher Kost beugt HLLE (Head-and-Lateral-Line-Erosion) vor. Füttere mehrmals täglich.

Fortpflanzung

Der Paletten-Doktorfisch ist ein Freilaicher. Die Paarung findet in der Abenddämmerung statt, wenn Paare oder Gruppen gemeinsam aufsteigen und Eier sowie Spermien ins freie Wasser abgeben. Die pelagischen Eier treiben im Plankton.

In den letzten Jahren sind bedeutende Fortschritte bei der Nachzucht gelungen. Einige spezialisierte Einrichtungen haben den vollständigen Lebenszyklus im Aquarium nachvollzogen und Jungtiere erfolgreich aufgezogen. Nachzuchttiere sind mittlerweile vereinzelt im Handel erhältlich und sollten wegen ihrer besseren Eingewöhnung bevorzugt werden.

Haltung im Aquarium

Der Paletten-Doktorfisch benötigt ein Aquarium ab 800 Litern mit viel freiem Schwimmraum und reichlich Lebendgestein mit Versteckmöglichkeiten. Die Wassertemperatur sollte stabil zwischen 24 und 27 °C liegen. Schwankungen der Wasserparameter solltest du unbedingt vermeiden, da die Art sehr stressempfindlich ist.

Die extreme Anfälligkeit für Cryptocaryon ist die größte Herausforderung bei der Haltung. Eine UV-Entkeimungsanlage und eine konsequente Quarantäne neuer Fische sind dringend empfehlenswert. Halte das Stressniveau niedrig durch ausreichend Verstecke, stabile Wasserwerte und harmonische Vergesellschaftung.

Trotz seiner Bekanntheit durch „Findet Nemo" ist der Paletten-Doktorfisch kein Anfängerfisch. Seine Krankheitsanfälligkeit und sein Platzbedarf erfordern Erfahrung und ein entsprechend großes, stabiles Aquarium. Kaufe ihn nicht aus einem Impuls heraus, nur weil er „niedlich" aussieht.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Paletten-Doktorfisch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist im Indopazifik weit verbreitet und die Populationen sind stabil. Nach dem Kinoerfolg von „Findet Dorie" (2016) stieg die Nachfrage deutlich an, was Bedenken hinsichtlich der Wildpopulationen auslöste.

Die zunehmend erfolgreiche Nachzucht in Gefangenschaft kann dazu beitragen, den Druck auf die Wildbestände zu verringern. Bevorzuge beim Kauf nach Möglichkeit Nachzuchttiere, die sich besser eingewöhnen und robuster sind als Wildfänge.

Quellen

  1. FishBase: Paracanthurus hepatusfishbase.se
  2. IUCN Red List: Paracanthurus hepatusiucnredlist.org
  3. Debelius, H. & Kuiter, R. H. (2007): Atlas der Meeresfische. Kosmos Verlag.
  4. Randall, J. E. (2001): Surgeonfishes of the World. Mutual Publishing.
  5. Wittenrich, M. L. (2007): The Complete Illustrated Breeder's Guide to Marine Aquarium Fishes. TFH Publications.

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