Der Palmenmolch ist ein attraktiver Schwanzlurch, der ausschließlich auf den Ryūkyū-Inseln im Süden Japans vorkommt. Er zeichnet sich durch seine Größe, die leuchtend orange bis rote Bauchfärbung und seine relativ aquatische Lebensweise aus. Als endemische Art eines kleinen Inselarchipels ist er durch Lebensraumverlust und invasive Arten stark gefährdet.
| Wissenschaftlicher Name | Cynops ensicauda |
| Ordnung | Schwanzlurche (Urodela) |
| Familie | Echte Salamander (Salamandridae) |
| Gattung | Cynops |
| Größe | 12–18 cm |
| Gewicht | 10–20 g |
| Lebenserwartung | 15–20 Jahre |
| Verbreitung | Ryūkyū-Inseln (Japan) |
| Lebensraum | Teiche, Bäche, feuchte Wälder |
| Schutzstatus | Stark gefährdet (EN) – IUCN |
Beschreibung & Aussehen
Der Palmenmolch erreicht eine beachtliche Gesamtlänge von 12–18 cm und ist damit einer der größeren Vertreter der Gattung Cynops. Die Oberseite ist dunkelbraun bis schwarz mit einer glatten, leicht glänzenden Haut. Die Unterseite ist leuchtend orange bis rot, was als Warnsignal (Aposematismus) gegen Fressfeinde dient. Die Grenze zwischen dunkler Ober- und heller Unterseite verläuft scharf.
Der Schwanz ist lang, seitlich abgeflacht und dient im Wasser als kräftiges Ruder. Männchen entwickeln während der Paarungszeit einen höheren Schwanzflossensaum und eine leicht geschwollene Kloakenregion. Die Augen sind dunkel und relativ groß. Im Vergleich zum verwandten Feuerbauchmolch (Cynops pyrrhogaster) ist der Palmenmolch deutlich größer und hat eine kräftigere Statur.
Verbreitung & Lebensraum
Der Palmenmolch ist ein Endemit der Ryūkyū-Inseln im Süden Japans. Er kommt auf den Inseln Okinawa und Amami-Ōshima sowie auf einigen kleineren Nachbarinseln vor. Die Art lebt in Höhenlagen vom Meeresniveau bis etwa 400 Meter in subtropischen Bedingungen.
Die Art bewohnt feuchte subtropische Wälder und deren Umgebung. Als Laich- und Lebensgewässer nutzt sie Teiche, langsam fließende Bäche, Bewässerungskanäle, Zisternen und Reisfelder. Im Vergleich zu den meisten anderen Molcharten verbringt der Palmenmolch einen größeren Teil des Jahres im Wasser. An Land verbirgt er sich unter Steinen, in Mauerspalten und in der Laubstreu der subtropischen Wälder.
Lebensweise & Verhalten
Der Palmenmolch ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, kann aber in der Wasserphase auch tagsüber beobachtet werden. Die Art ist stärker aquatisch als viele andere Molcharten und verbringt einen großen Teil des Jahres im Wasser. In den subtropischen Bedingungen der Ryūkyū-Inseln gibt es keine ausgeprägte Winterruhe – die Tiere sind ganzjährig aktiv.
Die Molche sind relativ friedfertig und können in kleinen Gruppen gehalten werden. Bei Bedrohung krümmt der Palmenmolch seinen Körper und präsentiert die leuchtend orangerote Unterseite als Warnsignal (Unkenreflex). Die Haut enthält Tetrodotoxin-ähnliche Substanzen, die ihn für die meisten Fressfeinde ungenießbar machen.
Ernährung
Der Palmenmolch ernährt sich von einer Vielzahl kleiner Wirbelloser. Im Wasser frisst er Mückenlarven, Wasserflöhe, Bachflohkrebse, kleine Schnecken, Würmer und Insektenlarven. An Land stehen Regenwürmer, Insekten, Spinnen und Schnecken auf dem Speiseplan.
In Gefangenschaft nimmst du die Art gut mit lebenden oder aufgetauten Mückenlarven (rote und schwarze), Tubifex, Enchyträen und kleinen Regenwürmern an. Einige Tiere gewöhnen sich auch an hochwertiges Pelletfutter für Amphibien. Die Fütterung sollte 2–3 Mal pro Woche erfolgen. Eine gelegentliche Supplementierung mit Kalzium und Vitaminen ist ratsam.
Fortpflanzung
Die Paarungszeit erstreckt sich über mehrere Monate, typischerweise von November bis April. Das Männchen umwirbt das Weibchen mit Schwanzbewegungen und dem Absetzen von Pheromonen. Nach der Balz setzt das Männchen eine Spermatophore auf dem Gewässerboden ab, die vom Weibchen mit der Kloake aufgenommen wird.
Das Weibchen legt 100–300 Eier einzeln an Blätter von Wasserpflanzen. Die Larven schlüpfen nach 2–3 Wochen und leben vollständig aquatisch mit äußeren Kiemenbüscheln. Die Metamorphose erfolgt nach 3–5 Monaten. In Gefangenschaft gelingt die Nachzucht bei guter Pflege und artgerechter Ernährung regelmäßig. Die Geschlechtsreife wird mit 2–3 Jahren erreicht.
Haltung im Aquarium
Der Palmenmolch eignet sich gut für die Haltung im Aquarium, da er stärker aquatisch lebt als viele andere Molcharten. Ein Aquarium ab 80 × 40 cm Grundfläche mit einem Wasserstand von 15–25 cm und einer kleinen Landemöglichkeit eignet sich für 2–3 Tiere. Die Wassertemperatur sollte 18–24 °C betragen – die Art verträgt etwas wärmeres Wasser als europäische Molche.
Die Einrichtung sollte reichlich Wasserpflanzen, Wurzeln und Steine als Verstecke enthalten. Eine Korkrindeninsel oder ein bepflanzter Landteil bietet den Molchen eine Ausstiegsmöglichkeit. Ein leistungsfähiger Filter mit geringer Strömung ist empfehlenswert. Beachte, dass die Art als stark gefährdet gilt und der internationale Handel eingeschränkt sein kann. Erwerbe nur Nachzuchttiere aus verantwortungsvoller Zucht.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Palmenmolch wird von der IUCN als „Endangered" (stark gefährdet) eingestuft. Die Hauptbedrohungen auf den Ryūkyū-Inseln sind der Verlust von Feuchtgebieten durch Urbanisierung und landwirtschaftliche Nutzung, die Verschmutzung von Gewässern sowie die Einführung invasiver Raubfische und des Indischen Mungos, der Amphibien frisst.
Die Art ist in Japan national geschützt und auf einigen Inseln Gegenstand spezieller Schutzprogramme. Der Erhalt der verbliebenen Feuchtgebiete auf Okinawa und Amami-Ōshima sowie die Bekämpfung invasiver Arten sind entscheidend für das Überleben des Palmenmolchs. Nachzuchtprogramme in japanischen Zoos tragen zur Bestandssicherung bei.
Quellen
- AmphibiaWeb: Cynops ensicauda – amphibiaweb.org
- IUCN Red List: Cynops ensicauda – iucnredlist.org
- Hayashi, T. & Matsui, M. (1988): Biochemical differentiation in Japanese newts, genus Cynops. Zoological Science, 5(5), 1121–1136.
- Frost, D. R. (2024): Amphibian Species of the World. American Museum of Natural History – amphibiansoftheworld.amnh.org
